Runder Tisch Nahverkehr lobt in seiner Jahresbilanz das neue Konzept

„Die bislang beste Dreieichbahn“

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Dreieich - Das hätte sich der Runde Tisch Nahverkehr Anfang des Jahres nicht vorstellen können. Entgegen der Befürchtungen hat sich die „neue“ Dreieichbahn als Erfolgsmodell entpuppt.

Zu Beginn des Jahres überwog noch deutliche Skepsis bei vielen Beteiligten, als es um das geänderte Konzept der Dreieichbahn ab Mitte 2016 ging. Zwar wurden die regelmäßigen durchgängigen Verbindungen zum Frankfurter Hauptbahnhof von allen Seiten begrüßt, jedoch erschien vielen der Preis dafür doch zu hoch. Denn damit verbunden waren ein ausgedünnter Vormittagstakt, ein noch kürzerer Umsteigeanschluss am Bahnhof Buchschlag auf die S-Bahn nach Frankfurt sowie einige unrunde Taktlagen. Auch die im Zug der Neuausschreibung vorgesehenen neuen Triebfahrzeuge konnten nicht rechtzeitig geliefert werden, sodass zu befürchten war, das in Teilen alte und störanfällige Material würde weiter auf der Strecke eingesetzt. In diesem Fall hätten die Fahrgäste vielfach weiterhin auf barrierefreie Zugänge sowie klimatisierte Wagen verzichten müssen.

Der Runde Tisch Nahverkehr der Stadt, zu dem sich Vertreter von Verwaltung, Magistrat, Verkehrsbetrieben, Kreisverkehrsgesellschaft, den Fraktionen des Stadtparlaments sowie Vertreter der DB Regio sowie der Nutzerinitiative Dreieichbahn zusammengetan haben, hatte sich daher bereits im ersten Halbjahr zu einer kritischen Bestandsaufnahme nach der Einführung der „neuen“ Dreieichbahn verabredet. Diese fiel jedoch nun durchweg positiv aus. In der Sitzung blieb der Ausspruch unwidersprochen, „dass wir derzeit das beste Dreieichbahnangebot vom Fahrplan und von der Fahrzeugausstattung her haben, das es je gegeben hat“.

Zunächst habe die Bahn anstelle der nicht rechtzeitig gelieferten Triebfahrzeuge zwar gebrauchte, jedoch barrierefreie und klimatisierte Fahrzeuge auf der Strecke eingesetzt. Diese verrichteten zuverlässig ihren Dienst, sodass nach Meinung des Runden Tisches eine deutliche Komfortsteigerung auf etlichen Verbindungen zu verzeichnen ist. Zudem sei nicht zuletzt wegen des Widerstands der Kommunen der ausgedünnte Vormittagstakt zurückgenommen worden. Mittlerweile fahre die Dreieichbahn wieder alle halbe Stunde.

Des Weiteren sei durch entsprechende Optimierung des Betriebsablaufes die Umsteigezeit am Bahnhof Buchschlag auf die S-Bahn wieder um eine Minute verlängert worden. Dadurch bestehe nunmehr eine größere Wahrscheinlichkeit, regelmäßig den nächsten Anschluss zu erreichen. Zu guter Letzt habe die DB Regio mit dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember nochmals eine minimale Taktanpassung vorgenommen, sodass nun die Abfahrtszeiten auf der Strecke zwischen Rödermark und Buchschlag nur noch maximal wenige Minuten von einem einheitlichen und durchgehenden Takt abweichen.

Bilder: Dreieichbahn rammt Auto

„Kurzum, die bisherigen Standards der Dreieichbahn aus den vergangenen Jahren konnten somit nicht nur gehalten, sondern mit attraktiven und regelmäßigen Verbindungen zum Frankfurter Hauptbahnhof verbessert werden“, loben die Akteure des Runden Tischs. Zudem sei gleichzeitig der Fahrkomfort gestiegen. „Es hat uns vom Runden Tisch Nahverkehr sehr gefreut, dass sowohl der RMV als auch die DB Regio unsere Anregungen, Hinweise und Bitten ernst und aufgenommen haben. So besteht nun wirklich ein hervorragendes Angebot auf der Dreieichbahnstrecke für alle Anliegerkommunen“, freut sich Erster Stadtrat Martin Burlon, der diesbezüglich auch optimistisch ins neue Jahr schaut.

Trotz dieser erfreulichen Entwicklung richtet sich der Blick der Stadt weiter nach vorne. Das Thema einer möglichen mittelfristigen Elektrifizierung der Strecke sowie einer optimalen Verknüpfung der Dreieichbahn mit der sich in Planung befindlichen Regionaltangente West (RTW) steht bereits auf der Agenda der Verwaltung sowie der politischen Gremien in Dreieich. (hok)

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