Trend im Großen und Ganzen bestätigt

Briefwahl bringt der Dreieicher CDU den Sieg

Nun sind auch in Dreieich alle Stimmen der Kommunalwahl ausgezählt.
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Nun sind auch in Dreieich alle Stimmen der Kommunalwahl ausgezählt.

Die Hoffnung der SPD in Dreieich, durch die Auszählung der kumulierten und panaschierten Stimmen noch kräftig zulegen zu können, hat sich nicht erfüllt. Der rote Balken geht nur leicht um 1,2 Prozent nach oben – von 19,6 auf 20,8. Das sind aber immer noch 8,1 Prozent weniger als 2016. Ansonsten gibt es nur minimale Abweichungen vom Trendergebnis vom Sonntag.

Dreieich - Mit Ausnahme der SPD verzeichnen alle anderen nur Änderungen hinter dem Komma. Wie bei der Auszählung am Sonntagabend lag die CDU lange Zeit hinter den Grünen, doch das änderte sich vor allem durch die Briefwahl. Die CDU bleibt klar stärkste Kraft und liegt mit 28,2 Prozent (Trend: 28,9) nur 0,7 unter dem Ergebnis von 2016. Die Grünen legen deutlich zu (plus 9,2) und stehen nun bei 24,7 Prozent (Trend: 24,6). Ein weiterer Gewinner der Wahl in Dreieich ist dagegen mit einem Plus von 3,1 die FDP mit 12,4 Prozent (Trend: 12,8). Leicht zulegen kann die FWG um 1,8 auf nun 8,4 Prozent (Trend: 8,5). Die BfD, die aus den Linken hervorgegangen sind, kommen auf 5,5 Prozent (Trend: 5,8).

Bei der Sitzverteilung gibt es keine Änderung zum Trend. Die CDU kann weiterhin 13 Stadtverordnete stellen, die Grünen elf (plus vier), die SPD neun (minus vier), die FDP sechs (plus zwei), die FWG vier (plus eins) und die BfD unverändert zwei. In der bisherigen Stadtverordnetenversammlung war auch die AfD mit drei Sitzen vertreten, die aber nicht mehr angetreten ist.

Nachdem es in Dreieich in den vergangenen Jahren wechselnde Mehrheiten in der Stadtverordnetenversammlung gegeben hat, wäre nun auch wieder ein Bündnis aus CDU, FDP und FWG denkbar, das früher schon in der Stadt regiert hat. Ob es dazu kommt, ist aber fraglich.

Die CDU hat in allen zwölf Briefwahlbezirken die Nase vorn und holt die Mehrheit in sechs der 17 Wahllokale. Die Grünen liegen in acht und die SPD liegt in drei Bezirken vorne. Das beste Ergebnis hat die CDU – unabhängig von der Briefwahl – mit 29,1 Prozent im Bezirk 21 (Ludwig-Erk-Schule in Dreieichenhain), das schlechteste mit 16,7 Prozent in der Gerhart-Hauptmann-Schule in Sprendlingen (Bezirk 1). Die Grünen schneiden mit 31,3 Prozent am besten in der Heinrich-Heine-Schule in Sprendlingen (Bezirk 5) ab, das schlechteste Resultat gibt es für sie mit 19,2 in der Karl-Nahrgang-Schule in Götzenhain (Bezirk 32). Die SPD hat ihre Hochburg mit 30,4 Prozent in der Gerhart-Hauptmann-Schule (Bezirk 1). Am wenigsten holt sie mit 11,1 Prozent in der Selma-Lagerlöf-Schule in Buchschlag (Bezirk 41).

Die FDP liegt mit 27,6 in der Karl-Nahrgang-Schule (Bezirk 32) nur knapp hinter der CDU mit 27,7 Prozent. Am wenigsten holen die Liberalen mit 4,4 Prozent in der Gerhart-Hauptmann-Schule (Bezirk 1). Dort hat die FWG mit 17,3 Prozent den größten Zuspruch, den geringsten mit 5,7 in der Ludwig-Erk-Schule (Bezirk 22). Die Bürger für Dreieich (BfD) haben ihr bestes Ergebnis mit 9,1 Prozent in der Wingertschule in Offenthal (Bezirk 51), ihr schlechtestes mit 1,6 in der Selma-Lagerlöf-Schule.

Im Gegensatz zu anderen Städten, wo viele Kandidaten erhebliche Sprünge nach vorne gemacht haben, gibt es in Dreieich meist moderate Änderungen. Bei der CDU gibt es auf den vorderen Plätzen nur geringe Abweichungen. Unter die ersten 13 schieben sich noch Johanna Otto und Joachim Greul auf die Plätze 11 und 13, die eigentlich 14. und 15. auf der Liste waren. Dafür rutschen Ralf Jahnke von 13 auf 14 und Thomas Winkel von 12 auf 15. Der Bekanntheitsgrad von Rolf Wurtinger (Musikverein Offenthal), dürfte für seinen Sprung von 33 auf 17 mit ausschlaggebend gewesen sein.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Grünen. Da springen unter die ersten elf, die ein Mandat sicher haben, Kevin Knecht, der die Online-Initiative „Wir für hier!“ mit auf den Weg brachte, von Platz zwölf auf zehn sowie Volker Kuch von 13 auf 11. Dafür rutschen Ulrike Spieker von elf auf zwölf und Siegfried Wirth von 10 auf 13. Bei der SPD muss Spitzenkandidat und Fraktionschef Holger Dechert dem Vorsitzenden Maik Zimmer den Vortritt lassen. Von Platz 14 auf drei schafft es Marina Jakobi, Tochter des ehemaligen Fraktionschefs Rainer Jakobi, gefolgt von ihrem Bruder Alexander, der auf Platz sieben kandidierte. Dafür fällt der langjährige Stadtverordnete Siegfried Kolsch von Rang sechs auf 15. In Sichtweite eines Mandats schiebt sich Waltraud Kalusa, stellvertretender HSV-Vorsitzende, von Rang 34 auf zehn.

Nur untereinander tauschen einige der ersten sechs FDP-Kandidaten ihre Ränge. Bei der FWG springt Helmut Sauer vom sechsten Platz an die Spitze. Spitzenkandidat Marco Lang wird Zweiter. Von Platz vier auf sieben fällt Michael Krämer. Bei der BfD sind die bisherigen Stadtverordneten Natascha Bingenheimer und Tino Schumann bestätigt worden.

Die meisten Stimmen aller Kandidaten bekommt übrigens mit 8570 Stimmen Linda Hein, Spitzenkandidatin der Grünen, es folgt ihr Parteifreund Roland Kreyscher mit 8286. (Von Holger Klemm)

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