Einführung einer Gestaltungssatzung für die Altstadt

„Brutale Eingriffe verhindern“

Dreieich - Der Bericht des Magistrats zur möglichen Einführung einer Gestaltungssatzung für die Altstadt (OP vom 24. September) ist erwartungsgemäß ganz im Sinne der Freunde Sprendlingens.

Sie hoffen, dass die Stadtverordneten sich der Bewertung der Stadtregierung anschließen und die Angelegenheit nicht auf die lange Bank geschoben wird. Ein solches Regelwerk hatte der Verein für Heimatkunde schon vor mehr als 30 Jahren gefordert. Wilhelm Ott unternimmt eine kurze Exkursion ins Baurecht. „Paragraf 34 Baugesetzbuch besagt, dass ein Bauvorhaben nur dann zulässig ist, wenn es sich nach Art und Maß in die Eigenart der näheren Umgebung einfügt und das Ortsbild nicht beeinträchtigt“, schildert der Vorsitzende der Freunde Sprendlingens. In der oberen Tempelstraße werde zurzeit ein Flachdach-Neubau errichtet, der nach Auffassung vieler Anwohner das Ortsbild wesentlich beeinträchtige. „Es ist ihnen unverständlich, dass dieser Bau – im Einvernehmen mit der Stadt Dreieich – vom Kreis genehmigt werden konnte“, so Ott.

Mit Paragraf 34 alleine könne offensichtlich nicht verhindert werden, „dass unsensible Bauherren und Architekten ihre Vorstellungen von modernem Bauen ohne Rücksicht auf das nähere Umfeld durchsetzen. Eine Gestaltungssatzung für den historischen Kern Sprendlingens werde es einfacher machen, solche „brutalen Eingriffe“ in gewachsene bauliche Strukturen zu unterbinden. Der Verein fordert die Parlamentarier daher auf, möglichst schnell den Weg für eine Satzung frei zu machen.

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(fm)

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