Passende Farbe gesucht

Buchschlag: Restaurierung des Schneckenbrunnen in Gang setzen

Am Schneckenbrunnen in Buchschlag hebt Kim Bagus die vom Sturm abgerissene Abdeckfolie hoch – darunter hat sich wieder viel Regenwasser im Becken angesammelt. 
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Am Schneckenbrunnen in Buchschlag hebt Kim Bagus die vom Sturm abgerissene Abdeckfolie hoch – darunter hat sich wieder viel Regenwasser im Becken angesammelt.

Kim Bagus will am Schneckenbrunnen in Bruchschlag sehen, wie sich die „Trocknungskonstruktion“ bewährt hat. Und wieder einmal schlägt sie die Hände über ihrem Kopf zusammen. „Nein, das darf nicht wahr sein!“, ist sie enttäuscht. 

Buchschlag - Diesmal war es der letzte starke Regenschauer, der von einem noch stärkeren Wind begleitet wurde. „Was wir erreichen wollten, ist dahin“, bedauert die Geschäftsführerin der Schneckenbrunnen GbR. Der Prozess der Restaurierung ist nämlich, nach längerem Stillstand, gerade erst in Gang gekommen.

Buchschlag: Versuch Schneckenbrunnen vor Regen zu schützen scheitert

Um das Buchschlager Wahrzeichen im neuen Glanz erstrahlen und wieder sprudeln zu lassen, sollen die Bodenflächen aller Becken erst einmal richtig austrocknen. In mühevoller Arbeit hatte Bagus eine Holzkonstruktion angebracht und alles mit einer Folie „wasserdicht“ abgedeckt. Doch der Regen löste die Klebebänder auf – und der starke Wind tat ein Übriges. Alle Versuche, die Folie wieder zu befestigen, schlugen fehl. „Wir müssen wohl auf trockenes Wetter warten, dann können wir mit den Vorarbeiten beginnen“, beschreibt Kim Bagus das weitere Vorgehen.

Schneckenbrunnen Buchschlag soll "neues Gesicht" bekommen

Es ist angedacht, die Böden bis auf den Betongrund abzutragen, um dann mittels verschiedener Farbschichten dem Brunnen ein „neues“ Gesicht zu geben. Doch um mit dem Abtragen der aufgebrachten „Schwimmbadfarbe“ sowie der restlichen Mosaiksteinchen mittels Sandstrahlung zu beginnen, muss der Beton absolut trocken sein. „Das wird jetzt wohl wieder eine Weile dauern“, weiß Kim Bagus, die auch stellvertretende Vorsitzende des Geschichtsvereins Buchschlag ist.

"Rettungsversuch" für Schneckenbrunnen in Buchschlag sorgt für Dissonanzen

Ein „Rettungsversuch“, bei dem lockere Mosaiksteine mit dem Meißel abgetragen und eine Farbe als Anstrich aufgetragen wurde, habe zu einigen Dissonanzen geführt. So sei die GbR von einem Einverständnis des Künstlers Bernd Rosenheim ausgegangen. „Dem war wohl nicht ganz so, wir vom Verein standen erst einmal ganz schön blöd da“, schildert Kim Bagus die Situation. Rosenheim war zu dieser Zeit auf seinem Wohnsitz in Irland und erfuhr erst später, was passiert war.

Schneckenbrunnen Buchschlag: Künstler war "entsetzt"

„Ich war ziemlich entsetzt“, erzählt der Künstler, der sich derzeit in seiner Werkstatt im Odenwald aufhält. „Dabei war ich damals so begeistert, als sich mit der Initiative in Buchschlag viele Menschen gefunden haben, die sich für den Erhalt von Kunst eingesetzt haben“, blickt Rosenheim auf das Jahr 2010 zurück. Damals erreichten die drei Buchschlager Vereine Bürgerverein, kultureller Förderkreis und Geschichtsverein, dass das Brunnenareal von der geplanten Bebauung des Bereichs des abgerissenen Bürgersaals ausgenommen wurde. Die neu gegründete Schneckenbrunnen GbR sicherte den Erhalt und die Pflege des Schmuckstücks zu. 2011 erfolgte eine Sanierung, die mittels zahlreicher Spenden finanziert werden konnte, ein Jahr später wurde der Straßheim-Rosengarten angelegt. „Von diesen Spenden habe ich noch ein paar Euros übrig, davon konnte ich die nun erfolgten Gutachten finanzieren“, erklärt Bagus.

Lösung für alle bei Schneckenbrunnen-Sanierung in Buchschlag

„Ich will eine Lösung, die allen gerecht wird“, versichert Rosenheim. So hat auch er davon Abstand genommen, dass der Brunnen wieder komplett mit kleinen Mosaiksteinchen ausstaffiert wird. „Das wäre wohl zu teuer“, räumt er ein. Der Künstler will eine Farbe, die mit dem Brunnen und den noch vorhandenen Mosaiksteinen an den Wänden harmoniert und wohl speziell hergestellt werden muss. Mit der Restauratorin Natascha Schmidt seien kompatible Farben abgeklärt worden. „Ich habe schon einen Entwurf, der muss noch abgesegnet werden“, berichtet Bagus.

So soll der mehrschichtige Farbauftrag ein „lebendiges Bild“ abgeben, um mit dem verbleibenden Mosaik zu harmonieren. Dann müsse unter anderem noch die Wasserpumpe repariert werden. Ein „größeres Problem“ wartet noch auf eine Lösung. „Über den Winter muss der Brunnen sicher eingehaust werden, da ist mir jede Idee willkommen“, hofft Kim Bagus auf umsetzbare Vorschläge der Buchschlager. Nun hofft sie aber erst einmal auf den Fortgang der Sanierung.

Und Spenden sind freilich immer willkommen: Spendenkonto Schneckenbrunnen: IBAN: DE61 5059 2200 0004 8888 80.

LEO F. POSTL

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