Neuer Anstrich fürs Wahrzeichen

Schneckenbrunnen soll im Frühjahr wieder sprudeln 

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In neuem Glanz soll der Schneckenbrunnen im nächsten Frühjahr erstrahlen. Das Buchschlager Wahrzeichen ist seit mehr als einem Jahr stillgelegt. Nun steht der Plan für die teilweise Neugestaltung. 

Wenn alles nach Plan läuft, wird er im nächsten Frühjahr wieder sprudeln. In dem vom Offenbacher Künstler Bernd Rosenheim geschaffenen Schneckenbrunnen plätschert seit mehr als einem Jahr kein Wasser mehr, weil Vandalen sich an dem Bauwerk vergangen hatten.

Buchschlag – Nun sind die Details für eine teilweise Neugestaltung geklärt – unter Mitwirkung von Bernd Rosenheim. Ein zwischenzeitliches Missverständnis hat sich zu aller Zufriedenheit aufgelöst.

Doch der Reihe nach: Viele Buchschlager haben sich im Sommer gefragt, warum der Schneckenbrunnen, das moderne Wahrzeichen inmitten der alten Villenkolonie, nicht wie gewohnt sprudelte und wo das Mosaik in den Becken abgeblieben war. Kaum jemand kannte den Grund. Seit der Kompletterneuerung des vernachlässigten Bauwerks im Jahr 2011, getragen durch drei Buchschlager Vereine, kümmerte sich allein der Geschichtsverein Buchschlag mit der eigens dafür gegründeten Schneckenbrunnen GbR um das Wasserkunstwerk und den dazu gehörenden Strassheim-Garten. Das nötige Geld dafür kam aus der groß angelegten Spendenaktion 2011 sowie durch regelmäßige jährliche Zuzahlungen aus der Vereinskasse. Seitdem pflegen sechs Mitglieder den Brunnen, sie pflanzten Rosen und hielten alles instand. Nur das Rasenmähen blieb in Obhut der städtischen Gartenpfleger.

Doch die Witterung setzte dem Bauwerk immer wieder zu. Vor allem die farbigen Mosaikplättchen in den einzelnen Becken platzten ab und mussten ständig ersetzt werden. Nachdem Vandalen im Sommer vergangenen Jahres die Technik teilweise zerstört hatten, blieb der GbR nichts anderes übrig, als den Brunnen vorläufig stillzulegen.

Die Buchschlager Martin Kaltenbach und Franz Otto konnten zwar mithilfe von Experten Pumpe und Technik wieder instand setzen. Doch der Zustand des Mosaiks blieb ein umstrittenes Thema. Verein und GbR holten sich Rat von Fliesenlegern, Architekten und Gutachtern für Brunnentechnik ein. Das einhellige Ergebnis lautete, dass das empfindliche Mosaik immer wieder abplatzen würde. Denn die Becken weisen kaum Gefälle auf. Nach jedem Regen bleibt Wasser am Boden stehen. Im Winter sprengt dann eindringendes und zu Eis frierendes Wasser die Plättchen großflächig ab. Als Mindestmaßnahme könne nur eine feste Einhausung des gesamten Brunnens im Winter gewissen Schutz bieten. „Eine Lösung, die aus baulichen, finanziellen und logistischen Gründen nicht infrage kam“, sagt Kim Bagus, Geschäftsführerin der Schneckenbrunnen GbR.

Als praktikabler erwies sich der Vorschlag, das Mosaik auf den Böden durch einen Anstrich mit Schwimmbadfarbe in abgestuften Blautönen zu ersetzen. Martin Kaltenbach suchte den Kontakt zum Offenbacher Künstler Bernd Rosenheim, der den Brunnen 1978 erbaut hatte, um die Erlaubnis für diesen Eingriff zu erhalten. Der Künstler lebt vorwiegend in Irland und ist schwer zu erreichen, doch über eine Kontaktperson erhielt Kaltenbach die Einwilligung. In mühsamer Arbeit entfernte er die schadhaften Plättchen. Ein Fliesenleger, der schon 2011 federführend bei der Sanierung war und seither regelmäßig nachbessern musste, grundierte die Böden mit Schwimmbadfarbe in Türkis. Der endgültige Anstrich mit mehreren Blautönen sollte dieses Frühjahr erfolgen. Doch dazu kam es nicht.

Wie sich herausstellte, war Bernd Rosenheim durch die Kontaktperson offenbar missverständlich informiert worden. Er wusste gar nichts von der geplanten Veränderung. Geschichtsverein und GbR entschieden deshalb, auf den endgültigen Anstrich und die Wiederinbetriebnahme des Brunnens zu verzichten, um zunächst eine Einigung mit dem Künstler zu erzielen. Das ist jetzt geschehen. Auf Einladung des Denkmalamtes traf sich Rosenheim vor Kurzem mit Vertretern des Geschichtsvereins und mit Kim Bagus. Schnell fanden die Beteiligten einen Konsens. Der Künstler wird ein Farbkonzept für den Anstrich der Beckenböden entwerfen. Zudem wird ein neuer Wasserauslauf eingebaut. Kim Bagus ist nun guten Mutes, dass die GbR im Frühjahr 2020 die Arbeiten zu Ende führen kann und die Buchschlager ihren Brunnen dann in neuer Schönheit genießen können.  fm

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