Bücher, Trophäen und Autogrammjäger

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Das Bürgerhaus wurde zum Mekka für Freunde von Fantastik, Horror und Science Fiction.

Sprendlingen - „Buchmesse war gestern, heute ist Bucon“, sagt Gesa Schwartz. Die 29-Jährige veröffentlicht noch in diesem Jahr ihr Erstlingswerk „Grim, das Siegel des Feuers“. Tags zuvor war sie bei der Buchmesse in der Mainmetropole und nutzt den 24. Buchmesse Convent (Bucon) für Fantasy, Sience-Fiction und Horror-Literatur im Sprendlinger Bürgerhaus wie rund 300 weitere Besucher auch, um sich mit Verlegern und anderen Autoren auszutauschen. Von Enrico Sauda

Davon laufen an diesem langen Tag im Foyer und in der Halle des Bürgerhauses sehr viele herum. Unter ihnen ist Markus Heitz, einer der renommiertesten Autoren der Szene, der auch den diesjährigen „Deutschen Phantastik-Preis“ für den besten deutschsprachigen Roman bekam.

Die Auszeichnung wird seit 1989 - mit Unterbrechungen - von „Phantastik-News“ verliehen, und Heitz nahm die Trophäe bereits mehrere Male in Empfang. Dieses Jahr übergab ihm Guido Latz, Chefredakteur von „Phantastik-News“, den Preis für das Buch „Das Schicksal der Zwerge“.

An der Bucon schätze ich, dass ich nette Fans und Kollegen treffe, ohne den sonst üblichen Messerummel“, lobt Heitz die Veranstaltung, die anfangs in Frankfurt stattfand und später in verschiedenen Bürgerhäusern rund um die Mainmetropole über die Bühne ging.

Seit 2000 sind wir hier in Dreieich“, lässt Roger Murmann die Geschichte der Bucon im Schnelldurchlauf Revue passieren. Er gehört neben Christian de Ahna und Kurt Zelt zum Organisationsteam. Damals brachte der Dreieicher Jugendclub „Wiric“ die Bucon erst im Bürgersaal Buchschlag unter. Nachdem dieser seine Pforten schließen musste, gab es ein Gastspiel in der Weibelfeldschule, bis schließlich das Sprendlinger Bürgerhaus zur neuen Heimat der Fans von Fantasy und Science-Fiction wurde.

Das ist eben ein unkoventioneller Schmelztigel für Fantastik und nette Leute“, fasst der Schriftsteller Markus Heitz seine Eindrücke zusammen. Und er weiß, wovon er spricht, schließlich besucht er diese Fachausstellung bereits seit 2002.

Schriftsteller Markus Heitz gibt Veronika Althammer ein Autogramm.

Nicht nur für den erfolgreichen Autor ist es ein wichtiger Tag, auch für Veronika Althammer aus Prinzing. Die 15-Jährige hatte den weiten, 400 Kilometer langen Weg eigens auf sich genommen, um ein Autogramm von Heitz zu erhaschen. „Es war richtig aufregend, aber er wirkt wirklich sehr bodenständig und überhaupt nicht überheblich“, freut sich die Heranwachsende, nachdem sie die begehrte Unterschrift erhalten hat. „An seinen Romanen gefällt mir besonders, dass er sehr viel Hintergrund zu den Personen und Handlungen bringt.“

Zu den Highlights der Bucon gehören neben der Verleihung des Phantastik-Preises die Lesungen. Dabei geben sich Autoren wie Thomas Finn, Christoph Hardebusch oder Karl Heinz Witzko die Klinke in die Hand.

Zufrieden mit der Veranstaltung zeigten sich neben Autoren und Besuchern auch die Veranstalter. Sie konnten sich wahrlich nicht über mangelnden Zuspruch oder Andrang beklagen. „Wir mussten in diesem Jahr sogar Autoren schweren Herzens absagen - es waren einfach zu viele, die bei uns lesen wollten“, so Murmann. Die Nachfrage sei so groß, „weil sich hier eben die Creme de la Creme dieser Genres trifft“. „Selbst Autoren wie Wolfgang Holbein oder Andreas Eschbach waren schon hier“, weiß der Ausstellungsmacher.

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