Zahl steigt in der dunklen Jahreszeit regelmäßig

Einbrüche: „Bürger fühlen sich allein gelassen“

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In Sprendlingen hat es eine Häufung von Einbrüchen gegeben.

Dreieich - Die Häufung ist nicht von der Hand zu weisen. Von Ende Oktober bis Ende November berichtete die Kripo von zehn Wohnungseinbrüchen allein in Sprendlingen. Und schon wird wieder der Ruf nach einer Polizeistation in Dreieich laut. Von Frank Mahn 

Die Polizei sieht dafür keine Notwendigkeit. Ende Oktober steigen Ganoven in der Hegelstraße, Zeppelinstraße und Am Wilhelmshof in Wohnungen beziehungsweise Häuser ein. Am 24. November knöpfen sich Kriminelle Wohnungen in der Stettiner Straße, Liebknecht- und August-Bebel-Straße vor. Die Täter, die einen auffällig schlaksigen Gang gehabt haben sollen, erbeuten Geld, Kreditkarten und Schmuck. Zwei Tage später brechen Unbekannte in ein Haus in der Schubertstraße ein und sacken Geld und Schmuck ein.

„In meinem Wohngebiet machen sich Betroffene und Anwohner sehr große Sorgen und leben im Schockzustand mit Angstzuständen als akute Belastung nach zehn Einbrüchen innerhalb kurzer Zeit“, hat Monika Schmidt unserer Redaktion geschrieben. Den Brief hat sie auch ans hessische Innenministerium und das Polizeipräsidium Südosthessen geschrieben. Schmidt wohnt in der Stettiner Straße. Bei ihr sei im Sommer 2017 eingebrochen worden, schildert sie. Trotz erhöhter Wachsamkeit und trotz Schutzvorkehrungen fühlten sich die Bürger allein gelassen.

Die Sprendlingerin fordert deshalb, dass in Dreieich wieder eine Polizeistation mit 24-Stunden-Wache eingerichtet wird. Die gab es bis 2005, ehe sie aufgrund organisatorischer Änderungen aufgelöst wurde. In Sprendlingen hat die Regionale Ermittlungs- gruppe West ihren Sitz, eine rund um die Uhr besetzte Wache ist der Standort nicht mehr. Nach Schmidts Worten wurden im März 2017 mehr als 1400 Unterschriften für die Wiedereinführung einer Station übergeben. Rudi Neu sieht dafür keine Notwendigkeit. „Für die Bürger hat sich in puncto Sicherheit faktisch nichts verschlechtert“, sagt der Sprecher des Polizeipräsidiums Südosthessen. 2005 seien die Beamten der Dreieicher Wache auf die Stationen in Langen und Neu-Isenburg verteilt worden. „Die Zahl der Streifen ist gleich geblieben.“ Die der Delikte hingegen sei rückläufig, sagt Neu mit Blick auf die Kriminalstatistik.

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Der Polizeisprecher verweist darauf, dass die Zahl der Einbrüche regelmäßig mit Beginn der dunklen Jahreszeit steigt. Wenn die Uhr Ende Oktober um eine Stunde zurückgestellt wird, setzt die Dunkelheit früher ein. Brennt in der Dämmerung kein Licht im Haus, ist das auch ein Signal für potenzielle Langfinger: keiner daheim. Rudi Neu appelliert an die Bevölkerung, die Präventionsprogramme der Polizei zu nutzen und sich beraten zu lassen. „Wir kommen auch nach Hause und untersuchen die Wohnung oder das Haus auf Schwachstellen.“ Weiterhin fordert der Sprecher die Bürger auf, sofort die 110 zu wählen, wenn sie verdächtige Gestalten oder Fahrzeuge bemerken. „Das kostet nix. Und auch wenn’s abgedroschen klingt: Wir kommen lieber dreimal umsonst als einmal zu spät.“

Die Polizei werte tagtäglich aus, was wann wo passiert sei. Auf eine Häufung von Einbrüchen wie in Sprendlingen reagiere man selbstverständlich. „Wenn ein Schwerpunkt ausgemacht wird, setzen wir gezielt Personal ein“, sagt Neu. So seien in den Gebieten häufiger Streifen unterwegs, auch in Zivil. Am Dienstagabend hebelten Ganoven zwischen 17.40 und 21 Uhr die Terrassentür einer Erdgeschosswohnung in der Hunsrückstraße in Offenthal auf. Sie ließen Schmuck und andere Wertgegenstände mitgehen. Hinweise an die Kripo: Tel.: 069-80981234.

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