Bebauungsplan für den Kernbereich

Bürger sagen ihre Meinung zur Sprendlinger Innenstadt

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Sandra Escher vom Büro Schelhorn (links) und Stadtplanerin Sigrid Römer haben an der Interviewinsel vor der Volksbank zahlreiche Passanten zur Sprendlinger Innenstadt befragt.  

Dreieich - Mit einem neuen Bebauungsplan möchte der Magistrat die Innenstadt von Sprendlingen aufwerten und fit für die Zukunft machen. Die Meinungen und Ideen der Bürger sollen mit einfließen. Nachdem es an drei Tagen Interviewinseln gab, steht am 28. April ein Workshop an. Von Holger Klemm 

„Die Zustände für Radfahrer sind katastrophal“, schimpft ein junger Mann an der Interviewinsel vor der Volksbank an der Kreuzung Offenbacher, Frankfurter und Hauptstraße, die die städtische Stadtplanerin Sigrid Römer und Sandra Escher vom Büro Schelhorn an diesem Nachmittag betreuen. Zuvor hatten zwei junge Mädchen sich mehr Klamottenläden und mehr Grün in der Innenstadt gewünscht. Wieder andere kritisieren das starke Verkehrsaufkommen. Andere regen zudem an, die Fassaden aufzupeppen. „Es gibt aber auch positive Reaktionen“, berichtet Escher. Eine Dame habe erzählt, dass sie extra wegen der zentralen Lage in die Innenstadt gezogen sei. Und nach 23 Uhr, wenn sie ins Bett geht, sei alles ruhig.

Solche unterschiedlichen Einschätzungen sind an der Interviewinsel erwünscht, um sich ein umfassendes Bild von den Meinungen zur Sprendlinger Innenstadt machen zu können. Denn diese wird von vielen genutzt. Es wird eingekauft, es gibt Autofahrer, Radler und Fußgänger. Angehörige aller Generationen wohnen dort. Dabei gibt es aber wenig Platz zum Verweilen. Mit dem Bebauungsplan soll die Innenstadt aufgewertet und attraktiver werden. Die Resonanz ist rege. An den ersten beiden Tagen wurden zahlreiche Interviews geführt. Römer findet es gut, auch mit Kindern und Jugendlichen ins Gespräch gekommen zu sein. Denn diese tauchen üblicherweise bei den Bürgerbeteiligungen zu den Bebauungsplänen nicht auf.

Mit den Interviews und mit der Beteiligungswerkstatt soll herausgefunden werden, welche Themen wichtig sind, was gut funktioniert und was nicht. Das Büro Schelhorn, das bereits mit der erfolgreichen Bürgerbeteiligung bei der Umgestaltung des Bürgerparks befasst war, ist mit der Auswertung beauftragt und will möglichst schnell Ergebnisse vorlegen. Diese sollen dann die Grundlage für die eigentliche Arbeit der Stadtplaner um Römer sein. Momentan gebe es keinen rechtsgültigen Bebauungsplan für den Kernbereich von Sprendlingen. Auf ein Ärgernis kann damit aber nur bedingt reagiert werden. Dabei handelt es sich um den Leerstand von Läden.

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Allerdings könnten Rahmenbedingungen geschaffen werden, um den Einzelhandel zu unterstützen. „In der Innenstadt fehlen größere Verkaufsflächen“, berichtet Römer als Beispiel. Durch das Zusammenlegen von Erdgeschossflächen könnte man für solche sorgen. Mit einem Bebauungsplan lasse sich auch auf das Erscheinungsbild Einfluss nehmen. Als Beispiel nennt die Stadtplanerin die Werbung: „Schauen Sie doch mal in die Hauptstraße.“ Dort gebe es kein einheitliches Bild. Einfluss genommen werden könnte auch darauf, dass sich keine weiteren Wettbüros oder Spielhallen mehr im Kernbereich ansiedeln.

Es gebe bereits das Einzelhandelsgutachten und Zentrenkonzept für den Bereich und den Plan für die Neue Mitte, um die Attraktivität in der Innenstadt zu steigern. Der Bebauungsplan wäre der nächste Schritt. Wer die Interviewinseln verpasst hat, kann beim Ideenworkshop am Samstag, 28. April, ab 14,30 Uhr im SKG-Jugendraum, Seilerstraße 9-13, Kritik, Ideen und Wünsche zur Innenstadt äußern und einbringen. Auch die Ergebnisse des Tages sollen dann bei der Planung berücksichtigt werden.

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