Burlon in allen Stadtteilen vorne

Auszählen zur Geisterstunde - bei Briefwahl klemmt es

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Seine Tage als Erster Stadtrat sind gezählt. Am 29. Januar wird Martin Burlon in das Amt des Bürgermeisters eingeführt. An seiner Seite in der Stunde des Sieges Ehefrau Viola Nimmerrichter, Dreieichs kommende „First Lady“.

Dreieich - Für die Helfer war es ein wahrer Auszählmarathon. Landtagswahl, Verfassungsänderung, Bürgermeisterwahl – die Nerven aller Beteiligten wurden am Sonntagabend auf eine harte Probe gestellt. Das Ergebnis der Bürgermeisterwahl stand erst um 0.14 Uhr fest, weil es bei der Auszählung eines Briefwahlbezirks klemmte. Von Frank Mahn

„Es gab keine Unstimmigkeiten“, sagt Britta Graf, Leiterin des Fachbereichsleiterin Steuerungsunterstützung und Service im Rathaus. „Das Team hat einfach länger gezählt.“ Es sei einer der größten Bezirke gewesen. Insgesamt habe die Auszählung auch so lange gedauert, weil Tausende von Umschlägen geöffnet werden mussten, erläutert Graf. Da die Tendenz zur Briefwahl auch in Dreieich stetig steigt, zieht die Verwaltung für den nächsten Wahltag Änderungen in Betracht – zum Beispiel einen weiteren Briefwahlbezirk. Darüber soll im Ältestenrat des Stadtparlaments beraten werden.

Der noch fehlende nach Mitternacht hatte keinen Einfluss auf das Endergebnis der Bürgermeisterwahl. Da war der Drops längst gelutscht. Der guten Ordnung halber die offiziellen Zahlen: Die Dreieicher haben den parteilosen Ersten Stadtrat Martin Burlon fast sensationell im ersten Durchgang mit 59,2 Prozent der Stimmen auf den Sessel des Rathauschefs gehievt. Seine Hauptkontrahentin Bettina Schmitt von der CDU musste sich mit äußerst bescheidenen 25,7 Prozent begnügen. Christian Kurz kam auf sehr ordentliche elf Prozent, der ebenfalls als unabhängige Bewerber angetretene Thomas Schüller auf 4,1 Prozent.

Die Bürgermeisterwahl in Dreieich im Ticker zum Nachlesen

Burlon ging in allen Stadtteilen als Sieger vom Feld. Die höchste Prozentzahl erzielte er mit 65,6 im eigentlich als CDU-Hochburg geltenden Götzenhain. Für Schmitt stehen hier bescheidene 20,4 Prozent zu Buche. Auch in Offenthal (62,7:21,1), Sprendlingen (59,3:25,2) und Dreieichenhain (56,9:22,7) hängte der Erste Stadtrat die Stadtverordnetenvorsteherin um Längen ab. Selbst im traditionell „schwarzen“ Buchschlag, dem Wohnort Schmitts, ließ Burlon seiner Konkurrentin nicht den Vortritt – 49,2:43,5. Es wird die 55-Jährige nicht trösten, dass sie in einem der beiden Wahlbezirke des Villenviertels mit 47,6:45,4 Prozent vorne lag. Es blieb die Ausnahme, ansonsten machte die CDU-Kandidatin keine Schnitte. Nahezu unglaublich: In einem Dreieichenhainer Wahlbezirk musste sich Schmitt mit 22,4 Prozent gar hinter Christian Kurz anstellen. Der Hainer erreichte dort 24,6 Prozent.

Bürgermeister und Landräte aus der Region

Die Wahlbeteiligung lag bei 65,8 Prozent, von 20.795 abgegebenen Stimmen waren 20.307 gültig. Davon entfielen 12.018 auf Burlon, 5229 auf Schmitt, 2235 auf Kurz und 825 auf Schüller. Weil gleichzeitig der Landtag gewählt wurde, gingen deutlich mehr Dreieicher an die Urnen als 2012 (42,2 Prozent). Martin Burlons Tage als Erster Stadtrat sind also gezählt. Termin für die Einführung in sein neues Amt ist der 29. Januar. Bis 13. Februar „regiert“ noch Dieter Zimmer, tags darauf übernimmt Burlon das Kommando im Rathaus.

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Nach der Wahl ist vor der Wahl, schließlich ist der Posten des Ersten Stadtrats in Kürze vakant. Der oder die Nachfolger/in wird allerdings nicht durch die Bürgerschaft gewählt, sondern von den Stadtverordneten. Zunächst sieht die Hessische Gemeindeordnung aus deren Reihen die Gründung eines Wahlausschusses vor, um die Wahl des Ersten Stadtrats vorzubereiten. Das Gremium kann sich frühestens in der Parlamentssitzung am 27. November konstituieren. Dann wird die Stelle ausgeschrieben. Realistisch betrachtet ist wohl nicht vor April mit der Wahl von Burlons Nachfolger zu rechnen.

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