Erster Stadtrat setzt sich klar gegen Bettina Schmitt durch

Neuer Bürgermeister: Burlon macht’s im ersten Durchgang

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Noch-Bürgermeister Dieter Zimmer (links) war einer der Ersten, die Martin Burlon und dessen Frau Viola Nimmerrichter zum Wahlsieg gratulierten.

Dreieich - Viele Beobachter hatten ein Kopf-an-Kopf-Rennen erwartet. Es kam anders. Martin Burlon, seit mehr als acht Jahren Erster Stadtrat in Dreieich, hat bei der Bürgermeisterwahl gleich im ersten Durchgang alles klar gemacht und wird Nachfolger von Dieter Zimmer. Von Frank Mahn 

CDU-Kandidatin Bettina Schmitt blieb erstaunlich chancenlos. Christian Kurz und Thomas Schüller, wie Burlon parteilose Bewerber, feierten Achtungserfolge. Als im Rathaus der erste ausgezählte Wahlbezirk auf die Leinwand gebeamt wird, ist nur ansatzweise abzusehen, wie sich der Abend entwickeln könnte. In dem Wahllokal im Sprendlinger Norden entfallen exakt 50 Prozent der gültigen Stimmen auf Martin Burlon. Bettina Schmitt kommt hier auf 33,7 Prozent und kann sich zu diesem Zeitpunkt durchaus noch Hoffnungen machen, das Rennen zu gewinnen. Doch je mehr Ergebnisse bekannt werden, desto mehr schwimmen der Stadtverordnetenvorsteherin die Felle davon. Als aus einem Wahllokal der Heinrich-Heine-Schule 66,9 Prozent für Martin Burlon gemeldet werden, ahnt Schmitt, dass ihr intensiver Wahlkampf mit mehr als 2000 Hausbesuchen vergeblich war.

Nach der ersten Enttäuschung konnte Bettina Schmitt wieder lächeln und bedankte sich bei ihren Unterstützern.

Dass der Erste Stadtrat mit derart großem Vorsprung über die Ziellinie geht, ist eine Überraschung. Auch für ihn selbst. „Ich bin superhappy. Ich hatte natürlich gehofft, dass es im ersten Wahlgang klappt, aber in dieser Form habe ich das definitiv nicht erwartet“, sagt der 43-jährige Verwaltungsjurist, der seit 2009 als Erster Stadtrat im Rathaus agiert und nun am 14. Februar die Amtskette des Bürgermeisters von Dieter Zimmer (SPD) übernehmen wird. „Ich habe mit meinem Team einen couragierten Wahlkampf geführt und auch die etwas anderen Aktionen sind offenbar gut angekommen“, meint Burlon freudestrahlend.

Bettina Schmitt bemüht sich, in der Niederlage Haltung zu wahren. „Natürlich bin ich enttäuscht. Ich gratuliere aber Herrn Burlon und hoffe, dass er die Dinge jetzt auch anpackt, die in der Vergangenheit versäumt wurden.“ Das Erscheinungsbild der CDU habe ihr sicher nicht zum Vorteil gereicht. Es sei auch schwer gewesen, gegen den Amtsbonus des Ersten Stadtrats anzukommen.

Die Bürgermeisterwahl in Dreieich im Ticker zum Nachlesen.

Die zweite Überraschung neben dem deutlichen Ausgang der Wahl ist das beachtliche Abschneiden der beiden Polit-Neulinge. Vor allem das von Christian Kurz, für den sich mehr als elf Prozent der Wähler aussprechen. „Ich freue mich. Dafür, dass ich Einzelkämpfer war und keine Partei im Rücken hatte, ist das ein sehr gutes Ergebnis. Und ich war ja kommunalpolitisch vorher nicht bekannt“, sagt Kurz, der vor allem in seinem Stadtteil Dreieichenhain viele Stimmen auf sich vereint.

Respektabel ist auch das Resultat von Thomas Schüller, ebenfalls aus Dreieichenhain. Der hatte sich aber durchaus noch ein bisschen mehr Zuspruch erhofft. „Das Ergebnis spiegelt meine schlechten Erwartungen wider. Glücklich bin ich nicht, aber die Kandidatur bereue ich nicht.“

Das vorläufige Endergebnis der Bürgermeisterwahl Dreieich 2018:

Martin Burlon

12.018 Stimmen

59,2 Prozent

Bettina Schmitt

5229 Stimmen

25,7 Prozent

Christian Kurz

2235 Stimmen

11,0 Prozent

Thomas Schüller

825 Stimmen

4,1 Prozent

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