Auch große Räder drehen

Wahlkampfauftakt: Erster Stadtrat Martin Burlon skizziert die Kernthemen

In seiner knapp 40-minütigen Rede ging Erster Stadtrat Martin Burlon auf die Kernthemen ein, die ihm am Herzen liegen. An erster Stelle nannte er die Schaffung neuer Kinderbetreuungsplätze. 

Dreieich - Erster Stadtrat Martin Burlon hat am Mittwochabend im gut besuchten Foyer des Bürgerhauses seinen Wahlkampf eröffnet. In einer engagierten Rede skizzierte er die Kernthemen, die ihm wichtig sind – unter dem Motto „Dreieichverbunden statt parteigebunden“. Von Holger Klemm 

Unterstützung für den Kandidaten kam von Bürgermeister Dieter Zimmer.
Für den schmissigen Auftakt vor etwa 120 Besuchern sorgt der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehren Götzenhain/Offenthal. Bürgermeister Dieter Zimmer (SPD), der aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr antritt, macht sich für den Ersten Stadtrat stark. „Ich habe mich gefreut, dass Burlon den Hut in den Ring geworfen hat.“ Der Verwaltungschef hofft, dass dieser sich am 28. Oktober den Hut aufsetzen kann: „Weil ich weiß, dass er es kann.“ Zimmer arbeit gern mit Burlon zusammen: „Er geht stets gut vorbereitet in schwierige Gespräche, argumentiert sachlich und findet immer Lösungen, mit denen alle leben können.“ Zimmer nennt als Beispiel das positive Ergebnis der Sportplatzkommission. Außerdem habe Burlon ein Elefantengedächtnis, das ihm oft geholfen habe.

Der parteiungebundene Bewerber, der in Sprendlingen aufgewachsen ist, will mit seiner mehr als achtjährigen Erfahrung als Erster Stadtrat und den detaillierten Kenntnissen der kommunalpolitischen Themen, Verwaltungsstrukturen und Verfahrensprozesse punkten. In seiner 40-minütigen Rede skizzierte der 43-Jährige seine Kernthemen: Kinderbetreuung, Mobilität, geförderter Wohnraum, Wirtschaftsförderung, Klimaschutz, Ehrenamt und Digitalisierung.

An erster Stelle nennt der Kandidat die Kinderbetreuung und die Schaffung neuer Plätze, damit Familie und Beruf Hand in Hand gehen können. Wichtig sei ihm, sich für ein kinderfreundliches Dreieich stark zu machen. Die neue Kita Heckenborn sei erst der Anfang, weitere Erweiterungen würden vorbereitet. Mithilfe des neuen kommunalen Wohnungsbauunternehmens DreieichBau soll für Gering- und Mittelverdiener Wohnraum geschaffen werden. Burlon will, dass alle Dreieicher weiterhin in der Stadt wohnen bleiben können. Ohne die Schaffung von preiswerten Wohnungen werde das nicht möglich sein.

Alles zur Bürgermeisterwahl in Dreieich

Ein weiteres wichtiges Thema ist für den Kandidaten die Mobilität. Wichtig sei ein effizienter Mix von Verkehrsmitteln. Neben einer attraktiven Radinfrastruktur komme auch dem ÖPNV besondere Bedeutung zu. Burlon möchte alles dafür tun, damit die RTW an der Schnittstelle mit der Dreieichbahn attraktiv verbunden wird. „Die Dreieichbahn muss aber funktionieren, Pünktlichkeit und Komfort dürfen nicht länger auf der Strecke bleiben.“ Wichtig sei es, auch mal große Räder zu drehen. Burlon fordert die Verlängerung der Straßenbahnlinie 17 durch Neu-Isenburg bis nach Dreieich. „Das ist ein Vorhaben, das seit vielen Jahren im Regionalen Flächennutzungsplan als nützliches Verkehrsprojekt beschrieben wird.“ Jeder, der den ÖPNV nutzt oder mit dem Rad unterwegs ist, betreibe auch Klimaschutz. Und das nennt Burlon als weiteres wichtiges Thema.

Zudem müssten die Chancen der Digitalisierung genutzt und die über das Internet angebotenen Dienstleistungen der Stadtverwaltung weiter ausgebaut werden.

In der Rede geht es auch um alternative Wohnformen für Senioren, mehr Mitbestimmung für Kinder und Jugendliche, für die er eine eigene Sprechstunde einrichten möchte, und ein Citymanagement, das sich noch stärker um den Einzelhandel kümmert. Dieses soll zum Citykümmerer werden. Die Unterstützung der Vereine und der ehrenamtlichen Kräfte beispielsweise bei der Feuerwehr und beim DRK sowie die Stärkung der Wirtschaftsförderung, „das ist für mich Chefsache“, sagt er.

Bürgermeister und Landräte aus der Region

Offenbach: Felix Schwenke gewann 2017 die Oberbürgermeisterwahl und wurde Anfang 2018 als neuer OB Offenbachs vereidigt.

Frankfurt: Peter Feldmann (Jahrgang 1958) von der SPD ist seit 2012 Oberbürgermeister.

Hanau: Claus Kaminsky (Jahrgang 1959) von der SPD ist seit 2003 Oberbürgermeister.

Darmstadt: Jochen Partsch von den Grünen ist seit 2011 Oberbürgermeister. Im März 2017 wurde er wieder gewählt.

Rodgau: Jürgen Hoffmann (Jahrgang 1961) von der SPD ist seit 2010 Bürgermeister. Er wurde 2015 wieder gewählt.

Dreieich: Dieter Zimmer (Jahrgang 1958) von der SPD ist seit 2006 Bürgermeister.

Neu-Isenburg: Herbert Hunkel (Jahrgang 1945) ist parteilos und seit 2010 Bürgermeister, er wurde 2015 wieder gewählt. 

Langen: Frieder Gebhardt (Jahrgang 1949) von der SPD ist seit 2008 Bürgermeister, er wurde 2014 wieder gewählt.

Dietzenbach: Jürgen Rogg (Jahrgang 1961) ist parteilos und seit 2009 Bürgermeister, er wurde 2015 wieder gewählt.

Mühlheim: Daniel Tybussek (Jahrgang 1977) von der SPD ist seit 2011 Bürgermeister. Er wurde im März 2017 wieder gewählt.

Rödermark: Roland Kern (Jahrgang 1947) von den Grünen ist seit 2005 Bürgermeister. Im Februar 2017 wurde er wieder gewählt.

Seligenstadt: Dr. Daniell Bastian (Jahrgang 1975) wurde 2015 zum neuen Bürgermeister in Seligenstadt gewählt, er löste Dagmar B. Nonn-Adams ab.

Babenhausen: Joachim Knoke (Jahrgang 1969) von der SPD ist seit 2015 Bürgermeister.

Dieburg: Der frühere CDU-Politiker und nun parteilose Frank Haus ist seit März 2017 Bürgermeister. 

Münster: Gerald Frank (Jahrgang 1959) von der SPD ist seit 2014 Bürgermeister.

Mainhau sen: Ruth Disser (Jahrgang 1965) von der SPD ist seit 2004 Bürgermeisterin.

Heusenstamm: Im Oktober 2015 gewann Halil Öztas (SPD) die Bürgermeisterwahl in Heusenstamm. Er löste Peter Jakoby ab.

Eppertshausen: Carsten Helfmann (Jahrgang 1973) von der CDU ist seit 2003 Bürgermeister er wurde zuletzt 2014 wieder gewählt.

Hainburg: Alexander Böhn (links) beerbte 2017 Bernhard Bessel (rechts) als Bürgermeister.

Kreis Offenbach: Dirk-Oliver Quilling (Jahrgang 1965) ist seit 2010 Landrat.

Main-Kinzig-Kreis: Thorsten Stolz (links) wurde im März 2017 zum Nachfolger von Erich Pipa als Landrat gewählt.

Kreis Darmstadt/Dieburg: Klaus P. Schellhaas (Jahrgang 1960) ist seit 2009 Landrat.  

Obertshausen: Roger Winter (Jahrgang 1969) von den Grünen ist seit 2014 Bürgermeister.

Egelsbach: Tobias Wilbrand (Grüne) ist seit 2018 Bürgermeister.

Zugleich verspricht Burlon weiterhin eine Finanzpolitik mit Augenmaß. Die Stadt habe es geschafft, drei Jahre früher als geplant, den Schutzschirm zu verlassen. Es seien auch Rücklagen gebildet worden, was angesichts der aktuell negativen Entwicklung der Gewerbesteuer wichtig sei.

Sein Credo lautet: „Meine Partei sind die Bürger der Stadt“. Maxime des Handelns soll die Beteiligung und Mitbestimmung aller Dreieicher sein, um „gemeinsam unsere lebens- und liebenswerte Stadt weiter zu gestalten und voranzubringen“.

Burlon kündigt für den Wahlkampf Veranstaltungen und Aktionen in allen Stadtteilen an. So will er die Bürger einladen, auf seiner „Burlon-Bank“ Platz zu nehmen, um mit ihm ins Gespräch zu kommen. Diese wird in allen Stadtteilen auftauchen. Die nächste Veranstaltung ist bereits am heutigen Freitag. Um 18 Uhr heißt es ab Dreieichplatz „Biken mit Burlon“.

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