Reges Interesse am Infotag

Bürgerpark: Kleinod, das Pflege benötigt

+
Auch Kinder beteiligten sich am Infotag im Bürgerpark und markierten mit Helfern Stellen, die ihnen nicht gefallen.(c)Foto: Sauda Auch Kinder beteiligten sich am Infotag im Bürgerpark und markierten mit Helfern Stellen, die ihnen nicht gefallen.

Sprendlingen - Er ist eine Oase der Ruhe und Erholung mitten in der Stadt. Doch der Bürgerpark ist in die Jahre gekommen. Deshalb bedarf es einer Frischzellenkur. Von Enrico Sauda

Um festzustellen, was genau nicht gefällt, aber auch um zu erfahren, was gut ankommt, ging am Samstag ein Infotag über die Bühne. Anwohner und Nutzer des Parks sowie Interessierte waren dazu aufgerufen, sich am Konzept für eine Verschönerung zu beteiligen. Bevor es losgeht und Teilnehmer ihre Ideen an einer der vier Gesprächsinseln mitteilen können, schildert Dirk Schelhorn, Landschaftsplaner aus Frankfurt, die Vorgehensweise. Er weist darauf hin, „dass wir auch nur das umsetzen werden, was wir herausgefunden haben“. Mit roten und grünen Holzpfählen ziehen die Teilnehmer danach durch den Bürgerpark und markieren Stellen, die sie für schlecht oder gut halten.

„Wir sind mit der Beteiligung sehr zufrieden“, sagt Petra Klink vom Vorstand des Dienstleistungsbetriebs (DLB). „Es sind 50 Teilnehmer und außerdem sind noch einige spontan dazugekommen“, so Klink. Parallel zu den Gesprächsinseln gibt es im Bürgerhaus eine Planungswerkstatt mit geladenen Beteiligten. Zu dieser Gruppe gehören Schüler aus den anliegenden Schulen, Jugendliche sowie Erwachsene aus Vereinen, Initiativen und Interessengruppen. Die Planungswerkstatt fasst Bedürfnisse und Ideen zusammen, die unmittelbar in die Konzepterstellung einfließen.

„Es gilt herauszufinden, wie der Bürgerpark tickt“, erklärt Schelhorn, der sich seit einem Vierteljahrhundert auf dem Gebiet der Bürgerbeteiligungen tummelt. „Nach dem heutigen Tag wissen wir, wo die Schwerpunkte gesetzt werden“, führt der Landschaftsplaner weiter aus. Man sei in der vornehmen Lage, auf die Ideen der Teilnehmer zugreifen zu können. Mit ersten Ergebnissen rechnet er in drei bis vier Wochen. Und im Herbst soll es an die Umsetzung der ersten Ideen gehen. „Das Auffälligste ist, dass der Bürgerpark ins Alter gekommen ist und den Bedürfnissen aller Generationen nicht gerecht wird“, meint der Fachmann.

Bilder: Weinfest in Sprendlingen

Auch Bürgermeister Dieter Zimmer zeigt sich zufrieden. „Es ist gut, dass sich so viele engagieren. Nur so ist es möglich, nicht an den Menschen und ihren Bedürfnissen vorbeizuplanen“, sagt der Rathauschef, räumt aber ein, nicht alle Wünsche erfüllen zu können. Das sei schließlich auch eine Frage der Finanzierbarkeit. Für ihn ist der Bürgerpark „ein Kleinod, das auch gepflegt werden muss“.

Das sieht Hennes Henn von der Bürgerinitiative „Freunde des Bürgerparks“ genauso. „Jeder Stadtpark braucht einen Pflegeplan“, findet er. Die BI möchte unter anderem, dass auf dem etwa 30.000 Quadratmeter großen Gelände die Hecken und der Unterwuchs von den Bäumen zurückgeschnitten werden. Die Randeinfassungen der Wege und Plätze müssten repariert und beschädigte Sitzbänke erneuert werden. Das sind in den Augen der BI einige „kurzfristig wirksame Pflegemaßnahmen“. „Umfangreichere Vorschläge“ seien die Entschlammung des Weihers, die Revitalisierung der Großpflanzen, die Modernisierung der Spielgeräte, die Einrichtung öffentlicher Toiletten sowie ein erweitertes Foyer des Bürgerhauses, um nur ein paar zu nennen. Außerdem bräuchte es Platz zum Lesen, einen geschützten „Park-Kindergarten“, Grillstellen, ein Beachvolleyballfeld, einen WLAN-Hotspot sowie Infotafeln zu den vorhandenen Pflanzen.

Zu den Teilnehmern zählen mit Hajar und Emy auch zwei Mädchen der vierten Klasse der Erich-Kästner-Schule. „Hier gefällt es mir ganz und gar nicht“, sagt die zehnjährige Hajar, die sich an einem erhöhten Punkt des Bürgerparks befindet. „Hier hausen oft Obdachlose und es liegt viel zu viel Unrat herum“, so die Grundschülerin. „Ich fühle mich auch unwohl“, pflichtet die ebenfalls zehnjährige Emy bei, doch den Park mögen beide. Und einen konkreten Wunsch haben sie auch: Sie möchten eine Netzschaukel für den Spielplatz. „Das wäre so schön.“

Oldtimer im Bürgerpark

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare