Dreieicherin erhält Bundesverdienstkreuz

Lebenswerk von Uta Zapf gewürdigt

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23 Jahre lang gestaltete SPD-Abgeordnete Uta Zapf deutsche und internationale Politik im Bundestag mit. Für dieses außergewöhnliche Engagement bekam sie nun von Bundestagspräsident Norbert Lammert das Bundesverdienstkreuz erster Klasse überreicht.  

Berlin/Dreieich - Den Weg nach Berlin hat Uta Zapf in all den Jahren ihres Bundestagsmandats unzählige Male zurückgelegt. Als sie jetzt in die Hauptstadt aufbrach, dürfte ihr der Weg besondere Freude bereitet haben: Die SPD-Politikerin bekam dort das Bundesverdienstkreuz erster Klasse verliehen.

Bundestagspräsident Norbert Lammert war es, der Uta Zapf empfing, um ihr die Auszeichnung zu überreichen. Unterschrieben ist die Verleihungsurkunde freilich von Bundespräsident Joachim Gauck, der mit dem Verdienstkreuz das nachhaltige Engagement der Dreieicherin als Bundestagsabgeordnete würdigt.

Uta Zapf gehörte 23 Jahre lang – von 1990 bis 2013 – ununterbrochen dem Bundestag an. Ihr Interesse galt allen voran dem Auswärtigen Ausschuss, dessen Mitglied sie über viele Jahre war. Zudem leitete sie als Vorsitzende den Unterausschuss Abrüstung, Rüstungskontrolle und Nichtverbreitung. Von 2005 bis 2013 gehörte die 73-Jährige auch der Versammlung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit (OSZE) an und setzte sich dort vor allem für Menschen in Regionen ein, von denen die Weltöffentlichkeit kaum Kenntnis nimmt – so hatte sie ab März 2010 den Vorsitz der Arbeitsgruppe Belarus (Weißrussland) inne. Immer wieder beklagte die Sozialdemokratin Menschenrechtsverletzungen in Weißrussland, etwa die Inhaftierung des ehemaligen Präsidentschaftskandidaten Andrej Sannikow oder des Oppositionellen Dmitri Bondarenka. Ihr unermüdlicher Einsatz für die beiden weißrussischen Politiker mündete im Frühjahr 2012 in deren Freilassung.

Einen weiteren Schwerpunkt von Zapfs politischer Arbeit bildete die Friedenspolitik. So engagierte sie sich im Aufsichtsrat des Zentrums für Internationale Friedenseinsätze (ZIF), das Zivilpersonen während internationaler Friedens- und Wahlbeobachtungsmissionen als Anlaufstelle dient. Mit ihrer politischen Haltung einher geht ihr Einsatz für nukleare Abrüstung und die Eindämmung von Atomwaffen.

Der Weg in die Politik führte Uta Zapf über ihr Abitur und ein Studium der Germanistik und Anglistik in München. 1972 trat sie der SPD bei. Vor ihrer professionellen Laufbahn als Politikerin war die verheiratete Mutter eines Sohns als freiberufliche Mitarbeiterin bei Verlagen und in der Erwachsenenbildung tätig.

Zu den ersten Gratulanten zählten die Mitglieder der Kreis-SPD, die der Dreieicherin auch in ihrem Wahlkreis Offenbach außerordentliches Engagement attestieren. „Uta Zapf war nicht nur Abgeordnete in Berlin, sondern sie war stets in Stadt und Kreis Offenbach präsent und mit den Anliegen und Problemen der Menschen sehr vertraut“, würdigt SPD-Kreisvorsitzender Carsten Müller, der besonders Zapfs Einsatz für das Zusammenleben der Kulturen hervorhebt. Neben einer nachhaltigen Integrationspolitik habe ihr Augenmerk insbesondere Jugendlichen mit Migrationshintergrund gegolten, für die sie mehr Chancengerechtigkeit, etwa bei der Vergabe von Ausbildungsplätzen, einforderte. „Uta Zapf sprach dabei nicht nur über Menschen, sondern sie sprach vor allem immer wieder mit ihnen“, führt Müller aus. Sie habe sich dabei stets die Frage gestellt, ob und wie sie mit ihrer Arbeit zu einer Verbesserung der Situation der Bürger beitragen kann. „Dieses nachhaltige Engagement hat Bundespräsident Joachim Gauck nun zu Recht gewürdigt.“ Beim Verdienstkreuz erster Klasse handele es sich im Übrigen um eine Höherstufung, „denn Uta Zapf erhielt bereits 2005 das Verdienstkreuz am Bande“, ruft der Vorsitzende in Erinnerung. J cor

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