„Das Leben ist süß“: Bunt verziert und leuchtend 

Bonbon-Manufaktur aus Dreieich setzt auf Tradition

Die Zuckermasse wird auf der Arbeitsplatte verarbeitet. Das weiße Pulver ist Zitronensäure, die den Bonbons ein wenig Säure verleiht (rechts). Links ist der Stern in den Bonbons schon zu erkennen, Kerstin Kanofsky wickelt gerade die farbige Zuckerhülle um den Kern.
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Die Zuckermasse wird auf der Arbeitsplatte verarbeitet. Das weiße Pulver ist Zitronensäure, die den Bonbons ein wenig Säure verleiht (rechts).

Die Zuckermasse kocht blubbernd auf dem Herd in der Bonbonküche von Kerstin Kanofsky. Immer wieder prüft die Dreieichenhainerin die Temperatur des Gemischs, das nach der Zugabe des natürlichen Himbeeraromas schon süß duftende Wölkchen im Raum verteilt. „Die Zuckerwassermasse muss exakt 150 Grad haben, damit der Zucker zunächst ganz flüssig und später wieder fest wird“, erklärt Kanofsky.

Dreieich – 2013 hat die Marketing-Expertin einer schwedischen Bank ihren Bürojob an den Nagel gehängt und ihren Traum verwirklicht: ihre eigene Bonbon-Manufaktur „Das Leben ist süß“. Seitdem produziert die Mutter von zwei Kindern dreimal in der Woche hübsche und noch viel köstlichere Bonbons, die sie auf Märkten und in ihrem Onlineshop vertreibt. „Ich lege viel Wert auf die traditionelle Herstellung meiner Produkte – frei von chemischen Zusätzen“, betont die 50-Jährige. Damit die mit niedlichen Motiven wie Herzen oder Sternen, jetzt in der Weihnachtszeit auch gerne mit Tannenbäumen oder Nikoläusen verzierten Zuckerröllchen und Lollis bunt leuchten, nutzt sie natürliche Färbemittel wie Kurkuma (gelb) oder Sepia (blau) und ausschließlich natürliche Aromen für den fruchtigen Geschmack.

Das Thermometer zeigt inzwischen die 150 Grad an. Der Zucker hat die perfekte Konsistenz. Jetzt ist Eile geboten. Die Zuckerbäckerin hievt die sechs Kilo schwere und immer noch köchelnde Zuckermasse im Topf auf eine steinerne Arbeitsplatte. Durchsichtig und noch blubbernd vor Hitze wird die Flüssigkeit aufgegossen, in großer Geschwindigkeit eingefärbt, bevor sie fest wird und dann ausgiebig geknetet werden muss. Da geht der Puls von Kerstin Kanofsky und ihrer Mitarbeiterin Edit Laszlone schon mal hoch. Besonders die weiße Bonbonmasse braucht eine längere Behandlung: „So wird die Farbe richtig strahlend weiß und die Bonbons bekommen durch die Luft auch erst ihren Crunch“, weiß die Fachfrau.

Hier ist der Stern in den Bonbons schon zu erkennen, Kerstin Kanofsky wickelt gerade die farbige Zuckerhülle um den Kern.

Heute sollen in der Mitte der Bonbons rote Sterne entstehen. Kanofsky formt fünf gleichgroße Stangen mit roter und weißer Zuckermasse, aus denen sie Dreiecke modelliert und die rote Fläche sternförmig zusammensetzt. Erst dann wird die Rolle mit einer dicken Lage Zuckermasse in Rot, Blau und Gelb bedeckt, damit die Bonbons später unterschiedliche Farben haben. Aus der dicken und kiloschweren Zuckerwurst ziehen die beiden Frauen jetzt lange Stangen, die ein formvollendetes Sternchen in ihrer Mitte haben. Bevor die Bonbons verpackt werden, werden sie in kleine Stücke gehackt.

Wer Lust auf den süßen Genuss hat, kann die Bonbons und Lollis bei Kerstin Kanofsky im Shop das-leben-ist-suess.de bestellen. An den Adventssamstagen verkauft die Zuckerbäckerin an einem kleinen Stand vor ihrer Bonbonküche in der Ederstraße 12 in Dreieichenhain, jeweils von 10 bis 14 Uhr.

Von Nicole Jost

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