„Footloose“ bei Burgfestspielen

Tolle Teenies trotzen dem Tanzverbot

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In der Hayner Burg stimmt die Fußtechnik.

Dreieichenhain - Für Kevin Bacon war „Footloose“ der Auftakt zur Hollywood-Karriere. Der Film, in dem sich ein Teenager gegen das Tanzverbot im Kaff Bomont auflehnt, machte ihn 1984 berühmt, der Titelsong führte wochenlang die Hitparaden an. Von Maren Cornils

Das Musical lief 1998 am Broadway; 2011 folgte eine Neuverfilmung. Zweimal war die Liebesgeschichte um Ren und Ariel, die am griesgrämigen Vater zu scheitern droht, jetzt bei den Burgfestspielen Dreieichenhain zu sehen – beide Male ausverkauft.

18 Darsteller und vier Musiker bietet die Produktion auf; auf der Bühne herrscht zeitweise Gedränge. Aber es funktioniert. Zwar müssen Fans auf einige Szenen verzichten, da die Handlung erheblich gestrafft ist, doch dem Spaß tut das keinen Abbruch. Antonia-Sophie Bodenschatz schlüpft in die Rolle Ariels, deren Vater, Pfarrer Shaw, nach dem Unfalltod seines Sohns der Gemeinde ein Spaßverbot auferlegt hat: Tanzen, Alkohol, Drogen sind verboten, Beten und Büßen angesagt; zum Leidwesen der Jugendlichen.

Protest regt sich, als Ren mit seiner Mutter aus Chicago nach Bomont zieht. Der Großstädter ist nicht gewillt, sich Shaws Regiment zu unterwerfen. Unterstützt von Ariel, Kumpel Willard, Ariels Mutter und der pfiffigen Rusty probt er den Aufstand. Dass sich Ariel Hals über Kopf in ihn verliebt, macht es für sie nicht leichter, ihren Vater zu überzeugen...

Tolle Tanzeinlagen und jede Menge coole Songs: Das Prinzip „Footloose“ funktioniert 34 Jahre nach dem Filmdebüt (Bacon ist mittlerweile 60!) noch hervorragend. Schon wenige Minuten nach der Eröffnungsszene geht es rund. Mehr als zwei Stunden lang wirbeln Darsteller und Sänger in wechselnden Formationen über die Bühne, proben mit Cowboyhut und in superknappen Hotpants zum rockigen Titelsong den Aufstand und ertanzen sich am Ende die Freiheit abzufeiern. Dabei erklingen Songs wie das funkige „Let’s Hear It For The Boy“ von Deniece Williams, das seinerzeit mitreißend von Reibeisenstimme Bonnie Tyler intonierte „Holding Out For A Hero“, aber auch langsamere Nummern wie „I’m Free“ oder „Almost Paradise“.

„Varieté unter Sternen“ bei den Burgfestspielen Dreieich: Bilder

Zum Hörgenuss trägt bei, dass Antonia-Sophie Bodenschatz über eine kräftige, ausdrucksstarke Stimme verfügt, was für ihren Gesangskollegen leider nicht gilt. Die Spielfreude, mit der besonders die Darsteller von Willard und Rusty glänzen, macht diese kleine Schwäche fraglos wett. Ein 80er-Abend, bei dem es in den Füßen juckt!

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