Info-Service der Burgfestspiele

Eine verschworene Gemeinschaft

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Margret Speier, Uta Bersch und Lilo Stovicek (von links) betreuen den Info-Service bei den Burgfestspielen. Dabei haben sie viele Plakate mit Autogrammen der Künstler gesammelt. Vor ihnen liegen einige der aktuellen Saison.

Dreieich - Es ist eine ganz besondere Gemeinschaft, die da in einem Mehr-Familien-Haus der Konrad-Adenauer-Straße entstanden ist und die ganz enge Verbindungen zu den Burgfestspielen pflegt. Von Holger Klemm 

Das liegt nicht nur an Ingo Jeschke, der bei den Bürgerhäusern arbeitet, sondern auch an den Hausbewohnerinnen Uta Bersch und Margret Speier. Zusammen mit ihrer Freundin Lilo Stovicek betreuen sie den Info-Service bei den Festspielen.

Alles begann vor 18 Jahren, als Jeschke mit seiner Familie in das Haus zog. „Das war die beste Entscheidung“, erzählt er, der damals mit einer Freundin den Info-Service der Festspiele betreute. Als diese krank wurde, sprangen Uta Bersch und Margret Speier, die sich sehr für Kunst und Theater interessieren, ein. Und dabei ist es bis heute geblieben – und das ehrenamtlich. „Wir haben noch die Festspiele unter Thomas Richter miterlebt“, berichtet Uta Bersch.

Ihr Domizil ist bis heute das Holzhäuschen in der Nähe des Eingangs. Zu den Aufgaben gehört der Verleih von Kissen und Decken, die Ausgabe von Fächern, Taschen und Programmen, aber auch das Auffüllen der Infokästen mit Prospekten und Flyern. Doch das ist längst nicht alles. Die Drei, von denen in der Regel zwei das Häuschen betreuen, sind längst zu einer Anlaufstelle geworden. Sie geben Auskünfte jeder Art beispielsweise zu den Abfahrtzeiten von Bussen und Dreieichbahn und helfen, wenn etwas vermisst wird. Das kann auch die Frage sein, ob man den Mann einer Besucherin gesehen hat. Daneben bleibt immer Zeit für Gespräche. „Wir haben längst unser Stammpublikum“, freut sich das Trio.

„Die Zuschauer wissen den Service zu schätzen“, erzählt Jeschke. Das wird immer deutlich, wenn die Drei verhindert sind und er in dem Häuschen anzutreffen ist. „Da werde ich immer gefragt, wo denn die Damen sind.“

Nicht nur mit den Besuchern, auch mit einigen Künstlern kommt es zu netten Gesprächen – beispielsweise mit Ulrike Neradt und Walter Renneisen, aber auch Bodo Wartke, die zu den Stammgästen in der Burg gehören. In diesem Jahr war das beim Musikkabarettisten aber nicht der Fall. „Wartke war sehr erkältet und kam nicht mehr heraus.“

Für manche Künstler übernehmen die Damen auch das Merchandising, sprich den Verkauf von Büchern und CDs – so bei Ulrike Neradt oder Walter Renneisen. „Wir kennen da schon die Koffer, in denen sich die CDs und Bücher befinden.“

Nicht immer war es wettermäßig so schön wie in diesem Traumsommer. Das Trio kann sich an heftige Wolkenbrüche erinnern, bei denen die Besucher im Gastrozelt Zuflucht suchten. „Einmal retteten sich welche zu uns in die Hütte. Das war schon eng“, so Margret Speier.

Bilder zum Abschluss der Burgfestspiele 2016

Da immer Plakate zu Festspielabenden in der Hütte hängen, entstand die Idee, diese mit Autogrammen versehen zu lassen. So ist eine schöne Sammlung zusammengekommen, die im Keller des Wohnhauses ihren Platz gefunden hat. „Dort treffen wir uns immer am Freitag, um das Wochenende einzuläuten oder auch, um Fußball zu schauen“, erzählt Margret Speier. Und dann können sie auf Autogramme unter anderem von Vince Weber, Annett Louisan, Eckart von Hirschhausen, Roger Willemsen oder Max Mutzke schauen. Vor dem Trio liegen Unterschriften aus der aktuellen Spielzeit von Denis Wittberg, Ulrike Neradt, der A-cappella-Band Alte Bekannte, Walter Sittler und Bodo Wartke. Da viele Künstler nicht vor die Bühne kommen, wird dann immer Ingo Jeschke geschickt, der – fast immer – mit dem gewünschten Ergebnis zurückkommt.

Ganz selten hören die Damen am Info-Service mal Kritik, wenn eine Vorstellung nicht gefallen hat. „Doch das kommt kaum vor“, betont Uta Bersch. Sehr oft hören sie dagegen Lob für das abwechslungsreiche Programm und natürlich das einmalige Ambiente in der Burg. „Es ist wunderschön hier. Wenn es so langsam dämmert, geht einem richtig das Herz auf“, erzählt Margret Speier. Das Trio möchte die Burgfestspiele nicht missen und freut sich das ganz Jahr auf die sieben Wochen: „Es ist jedes Mal ein tolles Gefühl, wenn wir mit dem Rad zur Premiere fahren und die Burg vor uns sehen.“

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