Einmal links der Bahn, einmal rechts

Vorschläge von CDU und BfD zum Radschnellweg in Dreieich

Zur Strecke der Radschnellverbindung in Dreieich haben CDU und BfD Alternativen erarbeitet.
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Zur Strecke der Radschnellverbindung in Dreieich haben CDU und BfD Alternativen erarbeitet.

Es geht Schlag auf Schlag: Vor ein paar Tagen haben die Grünen den Anfang gemacht und für den Dreieicher Abschnitt der Radschnellverbindung zwischen Darmstadt und Frankfurt eine Alternative zur sogenannten Sprendlinger Beule ins Gespräch gebracht. Ausgedeutet haben sie, wie berichtet, eine Route durch Buchschlag. Die CDU und die Bürger für Dreieich (BfD) legen nach.

Dreieich - Wobei die CDU das Rad nicht neu erfinden will. Sie hatte sich bereits 2016 für eine Route entlang der S-Bahn-Strecke stark gemacht, die der Regionalverband FrankfurtRheinMain 2015 in einer Machbarkeitsstudie alternativ zur Strecke durch das Sprendlinger Stadtgebiet vorgelegt hatte. In Dreieich wird sie als Sommerroute bezeichnet. Dafür hatten die Christdemokraten 2018 im Stadtparlament auch gestimmt.

„Dass die bisherige von einer Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung favorisierte Route quer durch Sprendlingen höflich formuliert zumindest suboptimal ist, steht seit langem fest“, so CDU-Fraktionschef Hartmut Honka. Dies habe der Kelsterbacher Bürgermeister Manfred Ockel, Geschäftsführer der für die Planung zuständigen Regionalpark RheinMain Südwest GmbH, bestätigt. Honka verweist auf ein Schreiben Ockels, in dem von etlichen planerischen Hürden die Rede ist. Beim aktuell geplanten Verlauf durch Sprendlingen müssten gemäß Machbarkeitsstudie innerstädtisch 15 Knotenpunkte passiert werden, zudem erfüllten viele Straßen nicht die Anforderungen hinsichtlich der Breite. Honka: „Diese Aussagen unterstützen unsere schon immer vorhandene Haltung, eine bessere Route im Interesse von Radfahrern und Anwohnern zu suchen.“ Auf diese Idee ist inzwischen auch die Regionalpark GmbH gekommen. Sie hat die Planer beauftragt, Alternativen zur Beule zu suchen.

Nach Auffassung der CDU sollte der Weg so wenig wie möglich durch Wohngebiete verlaufen. „Die Streckenführung gemäß der Alternativvariante des Regionalverbands würde stattdessen durch Waldgebiete verlaufen und könnte in Buchschlag an die Fahrradstraße angebunden werden. Damit könnte diese die ihr ehemals zugedachte Anschlussfunktion auch erfüllen. Zudem würde diese Streckenführung zu wesentlich weniger Kreuzungspunkten mit Straßen führen“, schreibt die CDU in ihrer Antragsbegründung. Der Bannwaldstatus sei kein unumgängliches Hindernis, glaubt die Fraktion und erinnert an eine Vorlage des Magistrats, die mehrere Maßnahmen entlang der Route aufzählt, für die der Bannwaldstatus „eventuell“ aufgehoben werden müsste.

Die Bürger für Dreieich haben ebenfalls eine „schnellere und komfortablere alternative Route identifiziert“, wie es in einer Mitteilung heißt. Der Ansatz der BfD: eine Verbindung von der Langener Feldgemarkung kommend durch den Wald und dann parallel zur S-Bahn-Trasse bis zur Straße Im Bachgrund und von dort in Nord-Ost-Richtung nach Neu-Isenburg – im Unterschied zur Sommerroute verläuft sie östlich der Schienen. „Auf der kompletten Strecke müsste unserer Auffassung nach nicht ein einziger Baum gefällt werden. Die Wege sind oftmals mehr als fünf Meter breit – wir haben ausgemessen“, berichtet die Fraktion. Einzig der Abschnitt zwischen Buchschlager Allee und Hasenpfad müsste aus Sicht der Bürger für Dreieich „komplett neu geordnet werden“.

Natascha Bingenheimer und Tino Schumann sind sich aber einig, dass eigentlich die Sommerroute die „allerbeste“ Lösung wäre. Die Sprendlinger Beule kann sich die zweiköpfige Fraktion als Fahrradstraße vorstellen – „ohne Schnellverkehr und für die tagtägliche Nutzung. Sie müsste jedoch innerorts anders geführt werden – mit weniger Abbiegungen zum Beispiel.“ (Von Frank Mahn)

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