Ehemalige Leiterin verärgert über Kreis

Chance für das Museum

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Seit Mitte Dezember hat das Dreieich-Museum keine Leitung mehr; Ingeborg Dittler hatte nach 23-jähriger Tätigkeit in Dreieichenhain ihren Ruhestand angetreten.

Dreieichenhain ‐ Seit Mitte Dezember hat das Dreieich-Museum keine Leitung mehr; Ingeborg Dittler hatte nach 23-jähriger Tätigkeit in Dreieichenhain ihren Ruhestand angetreten - in Unfrieden mit dem Landkreis als Träger des Museums. Von Klaus Hellweg

Nachdem lange Zeit unklar war und darüber gerätselt wurde, wie die Zukunft des Museums aussehen würde, ob die Einrichtung überhaupt eine Zukunft habe, ist eine Lösung zum Greifen nahe: Schon in den nächsten Tagen werden sich alle mit der Museumsfrage Beschäftigten zusammen an einen Tisch setzen und dann auch wohl eine Lösung finden. Das wurde gestern vom Landratsamt in Dietzenbach bestätigt.

Die Pensionierung Ingeborg Dittlers war in die letzten Monate der Amtszeit des inzwischen ausgeschiedenen Landrats Peter Walter gefallen; sein Nachfolger Oliver Quilling hatte diesen Umstand mit dafür verantwortlich gemacht, dass die Nachfolgerfrage über längere Zeit ungeklärt blieb - übrigens sehr zum Ärger Ingeborg Dittlers. Die befürchtete nämlich, ihr Lebenswerk könne vernichtet werden.

Das allerdings, so hatte Oliver Quilling von allem Anfang an gesagt, werde nicht der Fall sein. Und er hatte schon recht früh die Möglichkeit genannt, für die Museumsleitung eine halbe Stelle zur Verfügung zu stellen und die Stelle mit jemandem zu besetzen, der die andere Hälfte seiner Arbeitszeit anderweitig mit der Kultur im Kreis befasst ist. Ob eine Lösung tatsächlich so aussieht, war gestern noch nicht in Erfahrung zu bringen.

Doch egal, welches Konzept der Landkreis vorlegt: Die frühere Museums-Leiterin ist auf den Kreis schlecht zu sprechen - und das nicht nur wegen der lange ungeklärten Nachfolgefrage.

Sie nimmt es dem Kreis ausgesprochen übel, dass auf der Homepage des Museums die Dokumentationen all der vielen Sonderausstellungen gelöscht wurden, die sie während ihrer Dienstzeit organisiert und später ins Netz gestellt hatte - das sind immerhin einige Dutzend.

Ursula Luh, Pressestelle des Kreises und jetzt zuständig für die Homepage, erklärte diese Maßnahme mit einer Modernisierung des Internet-Auftritts. Ingeborg Dittler als Diplom-Museologin habe andere Vorstellungen als eine PR-Beraterin und Kommunikationswissenschaftlerin.

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