Hobby Teil des Berufs

Chronist mit Kamera: Michael Häfner ist Dreieichs erster Stadtfotograf

Die Erasmus-Alberus-Kirche und der Hooschebaa-Brunnen auf dem Lindenplatz in Sprendlingen
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Wintertraum: Die Erasmus-Alberus-Kirche und den Hooschebaa-Brunnen auf dem Lindenplatz in Sprendlingen fotografierte Michael Häfner im Februar vergangenen Jahres. 

Lesern unserer Zeitung ist er bekannt. Vielleicht weniger durch sein eigenes Konterfei als vor allem durch seine Tier- und Naturfotos, die unserer Rubrik „Augenblick“ immer wieder zur Zierde gereichen.

Dreieich – Michael Häfner ist häufig mit der Kamera unterwegs, besonders Sprendlingen und Dreieichenhain kennt er wie seine Westentasche. Künftig wird der Mediengestalter in seiner Heimatstadt wohl noch öfter auf Achse sein: Michael Häfner ist Dreieichs erster Stadtfotograf.

In Neu-Isenburg haben Stadtfotografen eine lange Tradition, während Dreieich Neuland betritt. Bürgermeister Martin Burlon und Stadtverordnetenvorsteherin Bettina Schmitt wandten sich an Michael Häfner und der sagte sofort zu, das Ehrenamt zu übernehmen. Es passte auch deshalb, weil er ohnehin geplant hatte, seine Bildersammlung von Dreieich auszubauen. Bei seinen Spaziergängen fotografiert Häfner liebend gerne in der Natur, er ist aber auch Chronist der Sprendlinger Kerb und begleitet die Handballer der HSG Dreieich mit der Kamera. Unvergessen ist die Ausstellung im Bürgerhaus, mit der Häfner die 300. Sprendlinger Kerb dokumentierte. Aber auch markante Gebäude oder Sehenswürdigkeiten setzt der Mann mit dem Silberhaar gern ins rechte Licht.

Freut sich auf die neue Aufgabe: Stadtfotograf Michael Häfner.

Das Talent fürs Kreative steckt wohl in seinen Genen. Häfner wurde, wie er selbst sagt, 1953 als Sohn eines malerisch begabten Orthopädie-Schuhmachermeisters geboren. Mit seiner Frau lebt der gebürtige Dreieichenhainer schon lange in Sprendlingen. Das Paar hat zwei erwachsene Kinder. Häfner absolvierte nach der Schule eine Ausbildung zum Farblithografen, eine Branche, die sich über die Jahre stets und rasant weiterentwickelte. Längst sind Text- und Bildbearbeitung im digitalen Zeitalter angekommen. „Es war spannend, immer aktuell zu bleiben, zu lernen und sich weiterzubilden. Aus mir wurde ein Mediengestalter und ich hatte das Glück, das Hobby Fotografie zum Teil meines Berufes machen zu können“, sagt der 67-Jährige, der für eine Kreativagentur in Aschaffenburg arbeitet.

Michael Häfner stehe bisher schon für eine künstlerisch-dokumentarische Auseinandersetzung mit dem Stadtbild Dreieichs und seinen Veränderungen, so Burlon und Schmitt. Seine Arbeit soll eine eigenständige fotografische Perspektive auf die Stadt als Lebensraum und Wohnort entwickeln und sich mit ihren Veränderungsprozessen auseinandersetzen. Erst die Tage war Häfner im Morgennebel unterwegs, um Fotos von der Baustelle Neue Mitte zu machen.

„Ziel soll sein, die architektonischen, räumlichen und gesellschaftlichen Aspekte Dreieichs aus seinem subjektiven Blickwinkel festzuhalten“, erklären Burlon und Schmitt. „Unsere Stadt ist vielfältig, sie ist bunt, bietet Bekanntes, aber auch Überraschendes, selbst für diejenigen unter uns, die schon ihr ganzes Leben hier verbracht haben.“ Dreieich sei permanenten Veränderungen unterworfen, die das Stadtbild prägten. „Es wäre schade, das nicht zu porträtieren“, so die beiden Stadtoberhäupter, die sich gegen Ende 2021 auch gut eine Ausstellung vorstellen können. Bis dahin gibt es auf dreieich.de/stadtfotograf regelmäßig neue Motive Häfners zu sehen – oder in unserer Zeitung. (Von Frank Mahn)

Reizvolle Perspektive und ein Häfner-Foto fast wie gemalt: Die Überdachungen am Buchschlager Bahnhof sind Kulturdenkmäler.

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