Kosten für die Erneuerung einer Leitung

Offenthaler im Clinch mit Behörden

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Die Anschlussleitungen in der Messeler Straße zum Abwassersammler in der Straßenmitte mussten erneuert werden. Für die Kosten müssen die Grundstückseigentümer aufkommen.

Offenthal - Günther Stapp ist sauer. Jahrzehntelang mussten er und die anderen Anwohner der Messeler Straße den durch Offenthal bretternden Schwerlastverkehr ertragen, bis die Umgehungsstraße endlich kam. Von Holger Klemm

Nach der Abstufung sollen er und Nachbarn nun die Kosten für Erneuerungen der Anschlussleitungen der privaten Grundstücke an den Abwasserkanal zahlen. Bei Stapp sind das 2170,60 Euro für den Austausch von zwei Metern. „Wir sollen für Schäden aufkommen, die andere verursacht haben. “ Der Offenthaler, der Widerspruch eingelegt hat, macht den Schwerlastverkehr für die Schäden an den Leitungen verantwortlich. „Dadurch wurde alles zusammengedrückt.“. Gemäß der städtischen Entwässerungssatzung werden die Anschlussleitungen von der Stadt oder einer von ihr beauftragten Firma hergestellt, erneuert, verändert, unterhalten, stillgelegt oder beseitigt. Regelmäßig werden die Mischwasserkanäle und Anschlussleitungen überprüft – wie nun in der Messeler Straße. Für anfallende Kosten müssen die Grundstückseigentümer aufkommen. Diese Regelung orientiere sich am Hessischen Städte- und Gemeindebund. Von 2012 bis 2017 sind laut Stadt an die 575 Anschlüsse hergestellt, saniert oder erneuert worden – unter anderem in der Solmischen-Weiher- und Eisenbahnstraße.

Stapp glaubt nicht, dass die Anwohner dort vergleichbar unter Schwerlastverkehr gelitten haben wie die Offenthaler. Er schrieb an Hessen Mobil, da es sich ja ursprünglich um eine Landesstraße handelte. Von dort kam die Antwort, dass der schlechte Zustand der Messeler Straße durch die vorhandenen Einbauten der Ver- und Entsorger geprägt sei und nicht durch eine mangelhafte Unterhaltung. Jedoch gebe es auch Bereiche, die im Rahmen der Abstufung von Hessen Mobil instand gesetzt werden müssten. Der Betrag belaufe sich auf etwa 5500 Euro.

Erster Stadtrat Martin Burlon zeigt Verständnis für Stapp. Allerdings müsse die Sache differenzierter betrachtet werden. Die Messeler Straße sei vor der Abstufung eine Landesstraße gewesen. Demnach müsste das Land für Schäden aufkommen. Nach den langwierigen Verhandlungen mit Hessen Mobil weiß er aber, wie schwer es ist, zu Vereinbarungen über die Schadensregulierung an Offenthaler Straßen zu kommen. In der Regelung zur Abstufung von Straßen gebe es Schwächen.

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Von kommunaler Seite sieht der Erste Stadtrat aus Gründen der Gleichbehandlung keine Möglichkeit, Stapp entgegenzukommen. Er steht zu der Regelung bezüglich der Anschlussleitungen. Demnach sei die Gemeinschaft der Gebührenzahler für den von der Allgemeinheit genutzten Abwassersammler zuständig, die Anschlussleitungen seien dagegen Privateigentum. Die Regelung werde seit vielen Jahren angewendet, so auch bei der Sanierung der Eisenbahnstraße, die weiter Landesstraße sei. Da könne keine Ausnahme gemacht werden. Allerdings bietet die Stadt Betroffenen die Möglichkeit, den Betrag zu strecken, um nicht über Gebühr belastet zu werden.

Die Messeler Straße wird übrigens nicht komplett saniert. Hessen Mobil will die sogenannte Mittelnaht erneuern, die Stadt in diesem Zusammenhang die eine oder andere schadhafte Stelle.

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