Container nur für den Übergang

Mehr Platz für die Lagerlöf-Schule

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Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger (links) und Marita Hermes vom Kreis stellten gestern die Schulcontainer in Buchschlag vor. Es fehlen nur noch die Möbel, die in der kommenden Woche und damit rechtzeitig zum Schuljahresbeginn angeliefert werden.

Buchschlag - Die Selma-Lagerlöf-Schule kann gelassen dem Beginn des neuen Schuljahres am 6. August entgegensehen. Denn die beiden nagelneuen Container am Schuleingang bieten kurzfristig eine Lösung für das Raumproblem. Von Holger Klemm 

Im Herbst soll dann mit den Bauarbeiten für das Betreuungsgebäude begonnen werden, in dem auch zwei Klassenräume ihren Platz finden. „Das ist eine Entwicklung, mit der wir nicht rechnen konnten“, räumt Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger ein, die sich gestern die Container an der Buchschlager Grundschule im Pirschweg anschaut. Damit meint sie die steigenden oder zumindest stagnierenden Schülerzahlen in allen Kommunen des Kreises. Vor fünf bis sechs Jahren habe man noch vom demografischen Wandel gesprochen und gehofft, die Schülerzahlen wenigstens halten zu können, berichtet Jäger. Doch mittlerweile sei der Kreis Offenbach zur Boomregion mit zahlreichen Zuzügen geworden.

Dieser Trend zwinge den Kreis zum Handeln – auch kurzfristig. Jäger verweist auf den aktuellen Schulentwicklungsplan. An vielen Standorten besteht die Notwendigkeit, auf die steigenden Schülerzahlen schnell zu reagieren. „Man kann die Schüler ja nicht stapeln oder in Zelten unterbringen“, so die Kreisbeigeordnete. Und da helfen angemietete Container wie die beiden an der Selma-Lagerlöf-Schule. Aber Jäger versichert, dass es sich dabei immer nur um vorläufige Lösungen handeln könne. An einigen Standorten soll damit wie in Buchschlag die Zeit bis zu einem Erweiterungsbau überbrückt werden, an anderen Standorten möchte der Kreis erst einmal schauen, ob der Zuwachs bei den Schülerzahlen konstant bleibt.

So sieht der Entwurf für das Betreuungsgebäude an der Selma-Lagerlöf-Schule aus, der zum Großteil von der Stadt finanziert wird. Unten ist der Standort der Container zu sehen.

An mehreren Schulen im Kreis sind solche Zwischenlösungen vorgesehen. Doch nicht alle haben das Glück der Selma-Lagerlöf-Schule, die Container zum Schuljahresbeginn bezugsfertig zu haben. Denn in Buchschlag fehlen nur noch die Möbel, die nächste Woche kommen. Andere Schulen müssen zum Teil wegen Lieferengpässen noch auf die Container warten. „Es besteht eine große Nachfrage bundesweit“, weiß Jäger. Immerhin habe der Kreis alle Aufträge diesbezüglich vergeben können.

Die beiden provisorischen Räume in Buchschlag verfügen über eine Größe von jeweils 59 Quadratmetern, die alten im Gebäude sind nur 50 Quadratmeter groß. Damit kommt der Kreis veränderten rechtlichen Anforderungen für Grundschulen nach. Noch zwei Besonderheiten zeichnen die Container aus, wie Marita Hermes vom Fachdienst Gebäudewirtschaft des Kreises hervorhebt. Durch ein zweites, sogenanntes Sekundärdach bleibt es trotz gestriger Hitze im Innern angenehm kühl. Außerdem kommt erstmals eine Infrarotheizung an der Decke zum Einsatz. „Andere Schulen sind damit zufrieden. Wir wollen Erfahrungen sammeln“, berichtet Hermes.

Für das Ausweichquartier nimmt der Kreis 125.000 Euro in die Hand. Darin enthalten sind alle Kosten von der Planung und Baugenehmigung bis hin zur Möbelausstattung. Im Herbst sollen dann am anderen Ende des Grundstücks auf dem derzeitigen Bolzplatz die Arbeiten für den Neubau des Betreuungsgebäudes beginnen, der gemeinsam mit der Stadt Dreieich geplant wurde. Dort werden auch zwei Klassenräume ihren Platz finden, sodass die Container im Anschluss wieder abgebaut werden.

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„Da hat die Stadt Dreieich den Hut auf“, unterstreicht Jäger. Die ist zu großen Teilen für die Finanzierung und Unterhaltung des wichtigen Angebots zuständig. Die Kosten belaufen sich auf schätzungsweise 2,8 Millionen Euro, Dreieich übernimmt 2,1 Millionen, der Kreis 700.000 Euro. Dreieich kommen da indirekt Mittel aus dem Kommunalen Investitionsprogramm (KIP) zugute.

Im Erdgeschoss sind Mensa, Küche und Nebenräume geplant. Der Speisesaal wird zum Schulhof hin geöffnet und ist außerhalb der Essenszeiten auch für schulische Zwecke nutzbar. Über ein Treppenhaus beziehungsweise barrierefrei über einen Aufzug gelangen die Nutzer ins Obergeschoss. Dort entstehen Klassen- und Betreuungsräume. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach versorgt den Neubau mit Energie. Nach der Fertigstellung des Gebäudes, die Ende des nächsten Jahres geplant ist, werden die Freiflächen wiederhergestellt. Dabei wird auch der Bolzplatz, der dem Neubau weichen muss, wieder angelegt.

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