Direktkandidat plädiert für Bildung und Integration

Corrado Di Benedetto (SPD): Den Wechsel vor Augen

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Corrado Di Benedetto hat für die SPD seinen Hut als Direktkandidat für die Landtagswahl in den Ring geworfen. Der gebürtige Italiener setzt auf Bildung, Integration und stabile Kommunen.

Westkreis - In wenigen Tagen wird sich entscheiden, ob Corrado Di Benedetto sein großes Ziel erreicht. Die Chancen stehen gut, dass er für die SPD in den Landtag einzieht. Von Corinna Hiss

Der gebürtige Italiener hat bereits geschafft, was vielen vor ihm verwehrt war. Obwohl er zum ersten Mal für den Landtag kandidiert und im Parteigeschehen noch recht neu ist, steht er auf Platz fünf der Landesliste für die SPD. „Meine vordere Platzierung macht mich stolz und zeigt mir, dass meine Partei voll hinter mir steht“, freut sich der 54-Jährige. Di Benedetto wohnt und arbeitet seit über 30 Jahren in Mühlheim, kandidiert aber für den Wahlkreis 44, der die Städte Neu-Isenburg, Dreieich, Langen und Egelsbach umfasst.

Im Alter von sieben Jahren kam Di Benedetto nach Deutschland – ohne ein Wort Deutsch zu sprechen. Er wuchs in Mainz auf und studierte Sozialpädagogik in Wiesbaden. „Meine christlich-katholische Erziehung hat mich bis heute sehr geprägt. Daher bin ich auch beim Caritas-Verband gelandet“, beschreibt er seinen beruflichen Werdegang. Die politische Laufbahn hat sich erst nach und nach ergeben.

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„Als ich 2006 in den Landesvorstand des Ausländerbeirats in Hessen gewählt wurde, hatte ich engen Kontakt zu den Fraktionen“, schildert Di Benedetto. Anfangs blieb er bewusst unparteiisch, bis 2011 seine Entscheidung fiel, Mitglied der Sozialdemokraten zu werden. „Im Integrationsbereich hat mir die SPD immer am meisten zugesagt“, sagt er. Besonders das Recht auf doppelte Staatsbürgerschaft, das die SPD befürwortet, liegt ihm am Herzen.

Der Kandidat vertritt drei Punkte mit Leib und Seele. An erster Stelle steht die Bildungspolitik. „Bildung ist Menschenrecht und wichtig, damit es dem ganzen Land gut geht“, ist er überzeugt. Di Benedetto plädiert für Ganztagsschulen, um allen Kindern die Chance zu geben, ausreichend gefördert zu werden. Ebenso wichtig: der Bereich Migration/Integration, in dem er bereits seit Langem arbeitet. Als gebürtiger Italiener und Wahl-Deutscher kämpft er gegen Rassismus und Ausländerfeindlichkeit und setzt sich dafür ein, dass Ausländer auch Führungspositionen besetzen. Als Drittes nennt Di Benedetto die Kommunen. „Viele öffentliche Einrichtungen wie Schwimmbäder und Bibliotheken müssen schließen, und das darf nicht sein.“

Nachgefragt bei Erstwählern

Der Mühlheimer träumt natürlich von einem Regierungswechsel. „Es wird ein knappes Rennen, aber ich spüre den Wechselwillen in der Bevölkerung deutlich“, sagt er. Rot-grün ist seine Wunschregierung, zu etwaigen anderen Koalitionen hält sich Di Benedetto bedeckt. „Diese Entscheidung wird erst nach der Wahl getroffen“, so die diplomatische Antwort.

Da er zurzeit durch die Kandidatur und seinen Beruf als Sozialpädagoge sehr eingespannt ist, kommen Freizeitbeschäftigungen in Zeiten des Wahlkampfs zu kurz. Nach dem Wahlsonntag will sich Di Benedetto dann aber die Zeit nehmen, mal wieder wandern zu gehen oder seine vier Geschwister und den Vater in der alten Heimat in den Abruzzen zu besuchen.

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