Herzensprojekt kurz vor dem Ziel

Crowdfunding-Aktion: Melina Keil aus Dreieich will Reiseführer über Neuseeland veröffentlichen

Als ihre zweite Heimat bezeichnet Melina Keil Neuseeland. Dazu hat sie einen Reiseführer entwickelt, den sie mithilfe einer Crowdfunding-Aktion veröffentlichen möchte.
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Als ihre zweite Heimat bezeichnet Melina Keil Neuseeland. Dazu hat sie einen Reiseführer entwickelt, den sie mithilfe einer Crowdfunding-Aktion veröffentlichen möchte.

Selbst im beliebten Urlaubsland Neuseeland gibt es noch abgelegene und zumeist unbekannte Orte. Der Wharariki Beach, versteckt in einer Bucht am nord-westlichen Zipfel der Südinsel, bietet Sandstrand, wildes Meer und hohe Dünen ohne Handyempfang. Wer Glück hat, trifft auf Robben, die sich an Land in der Sonne räkeln.

Dreieich – Orte wie diesen hat Melina Keil besucht und darüber einen Reiseführer geschrieben. „Unterwegs in Neuseeland“ ist ein Herzensprojekt, wie sie sagt. Die Dreieicherin ist selbstständige Fotografin, die ihre Erfahrungen auf Reisen mit anderen teilen möchte. Da ist es kein Wunder, dass ihr Reiseführer gespickt ist mit Fotos. „Meine Generation plant Reisen sehr visuell. Wenn mich ein Foto anspricht, suche ich dazu Informationen. So funktioniert mein Reiseführer: kompakte Informationen mit vielen Bildern“, erklärt Melina Keil.

So sollen die unterschiedlichen Landschaften, die die Dreieicherin teilweise an Schottland, Kanada oder Island erinnern, gut zur Geltung kommen. Auch Text und Layout hat sie allein gemacht. Nur die Karten von ihren Lieblingswanderungen oder Routen für einen gelungenen Road-Trip hat ihre Schwester illustriert. Schon jetzt ist die 25-Jährige, die Australien und Neuseeland als ihre zweite Heimat bezeichnet, stolz auf ihr Werk.

Allerdings fehlen noch etwas mehr als 300 Euro: In einer Crowdfunding-Kampagne im Internet sucht sie noch bis Freitag nach Unterstützern, damit sie eine Erstauflage drucken lassen kann. „Es ist ein Lebensziel von mir, den Reiseführer zu veröffentlichen. Deshalb bin ich dankbar für jeden, der mich diesem Ziel näherbringt“, sagt die studierte Kommunikationsdesignerin. Nur wenn sie ihr Ziel von 7000 Euro erreicht, bekommt sie das Geld. Wird die Summe nicht erreicht, werden die Beträge der Spender nicht abgebucht.

Bisher konnte Melina Keil 118 Menschen von ihrem Projekt überzeugen. Es ist ihr bewusst, dass sie damit kaum etwas verdienen wird.

Auch für sie war das Corona-Jahr – wie für viele Selbstständige – nicht einfach. Hauptsächlich wird sie als Fotografin für Hochzeiten und Familienshootings gebucht. Viele Aufträge kommen aus dem Kreis Offenbach, aber sie fährt auch mal bis zu 100 Kilometer zu einer Hochzeit. Im Sommer hat sie Aufnahmen unter freiem Himmel angeboten und kleinere, meist standesamtliche Hochzeiten begleitet. Auch ihrem Nebenjob in der Gastronomie konnte sie nicht durchgängig nachgehen. Die freie Zeit hat sie in ihren Reiseführer gesteckt. „Mir ist bewusst, dass Reisen gerade ein schwieriges Thema ist. Aber ich bin optimistisch, dass die nächste Reisesaison wieder normaler wird.“ Diesen Winter wäre sie gerne erneut ins „Wanderparadies“ Neuseeland geflogen. Allerdings sind aktuell die Grenzen geschlossen. Aber vielleicht geht das nächste Flugzeug – wenn es die Pandemie erlaubt – nach Australien. Denn über dieses Land ist bereits ein eigener Reiseführer geplant. (Von Theresa Ricke)

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