Darmstädter Stromer präsentiert ungewöhnliches „Spiel ohne Grenzen“

Quizshow zum Lachen und Lernen

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Ali (Hadi El Harake, links) hat keine Probleme, die Fünft- und Sechstklässler zum Mitmachen beim „SPOG – Spiel ohne Grenzen“ im Bürgerhaus zu bewegen.  

Dreieich - Man nehme drei quirlige Showmaster, einen Haufen abwechslungsreicher Spielideen und eine große Handvoll Glitzerkonfetti und fertig ist die schillernde Quizshow zum Lachen und Lernen. Das Darmstädter Theater die Stromer gastierte am Mittwoch mit „SPOG – Spiel ohne Grenzen“ für zwei Klassen der Heinrich-Heine-Schule im Bürgerhaus. Von Sina Beck 

Mit seinen in künstlichem Weiß strahlenden Zähnen und der markanten blonden Perücke erinnert Thomas Best alias Showmaster Franz Fröhlich zweifelsfrei an den amerikanischen Präsidenten. Aber auch sonst geht es äußerst international zu – allmählich zum Leidwesen des Entertainers, denn der würde sich nur zu gerne im Rahmen der europäischen Sterne bewegen. Apropos Sterne: Von der SPOG-Leuchtreklame fehlen plötzlich zwei Europasterne. Hat sich der neue Kollege Ali (Hadi El Harake) etwa daran vergriffen, um sich finanziell zu bereichern und seine Familie aus Aleppo nachholen zu können? Oder hat seine langjährige Spielpartnerin Franzi (Birgit Nonn) etwa lange Finger bekommen? Was sich auch immer hinter den Kulissen abspielt: The Show must go on!

Bei dieser Quizshow ist vor allem Mitmachen gefragt, denn die Fünft- und Sechstklässler der Heinrich-Heine-Schule sind schließlich die Teilnehmer. Die beim Eintreten verteilten roten und blauen Reisepässe weisen die Schüler ihrer jeweiligen Gruppe zu. In einer Vielzahl an kreativen Spielen tritt nun das Team „Meer“ gegen das Team „Sterne“ an und muss sein Bestes geben, wenn es um das Erraten von Ländern oder Beantworten von kniffeligen Fragen geht.

Pantomime, Tabu oder eine Variation von „1, 2 oder 3“ („Ob ihr wirklich richtig steht, seht ihr, wenn die Flagge weht.“) stehen auf dem Spielplan – und die Entertainer selbst manchmal vor unerwarteten Herausforderungen: Beim Bilderraten sollen die Kandidaten England unter anderem anhand eines Fußballer-Porträts erraten. Dumm nur, dass die Unterstufenschüler eigentlich zu jung sind, um David Beckham zu kennen.

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Wie nebenbei lässt das Unterhaltungs-Trio sein Plädoyer für ein weltoffenes und tolerantes Miteinander in die theatrale Spielshow einfließen. So bricht Ali kurzerhand ein Spiel ab, in dem die Schüler anhand von Vorurteilen (Niederlande: „Alle züchten Tulpen oder andere Grasarten.“) die jeweiligen Nationen erkennen sollen. Auch die Flüchtlingsthematik wird angeschnitten und in Quizfragen verpackt ins Bewusstsein der Jugendlichen gerückt. So zeigen sich die Europaschüler überrascht, dass die meisten Flüchtlinge nicht etwa in Deutschland, sondern in der Türkei sind.

Lachen und spielerisches Lernen stehen bei „SPOG“ im Fokus und mit Feuereifer sind alle dabei, bombardieren im Anschluss an die kindgerechte Spielshow sogar noch die Schauspieler mit Fragen. Freilich löst sich auch der kleine, eingebaute Kriminalfall um die vermeintlich gestohlenen Sterne in Wohlgefallen auf. Und darüber wird ganz vergessen, welches Team gesiegt hat.

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