In Spanien schließt sich der Kreis

Der Dreieicher Frank Meyer beendet eine außergewöhnliche Triathlon-Karriere

Heute wie damals kein Gramm Fett zu viel: Das rechte Bild zeigt Frank Meyer 1993 bei einem Wettkampf auf Lanzarote. Spanien markiert auch das Ende seiner Karriere. In Valencia absolvierte der Triathlet seinen letzten Wettkampf.
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Heute wie damals kein Gramm Fett zu viel: Das rechte Bild zeigt Frank Meyer 1993 bei einem Wettkampf auf Lanzarote. Spanien markiert auch das Ende seiner Karriere. In Valencia absolvierte der Triathlet seinen letzten Wettkampf.

„Ich bin mit Freude gestartet“, sagt Frank Meyer. Der 58-jährige Dreieicher beendete kürzlich mit der Teilnahme an der Europameisterschaft im spanischen Valencia seine Triathlon-Karriere. „Es war genau so, wie ich es mir erhofft hatte. Das Wetter war toll und meine Lebensgefährtin Kerstin war mit dabei“, blickt er auf seinen letzten Start zurück, der ihn noch einmal über die Olympische Distanz führte.

Dreieich - Der gebürtige Braunschweiger kam 1989 aus beruflichen Gründen nach Hessen. „Ich arbeite im Finanzsektor, daher Frankfurt“, erzählt er schmunzelnd. Heimisch wurde er sofort in Dreieich, wohnte in Dreieichenhain, Götzenhain, Buchschlag und aktuell in Sprendlingen. Schnell fand er Kontakt zu den Triathleten der SKG, in deren Abteilung er 1992/1993 eintrat. Rund zwei Jahre zuvor hatte Meyer den Triathlon für sich entdeckt.

Seit seinem sechsten Lebensjahr war Frank Meyer als Leistungsschwimmer bis zu fünfmal pro Woche im Schwimmbecken unterwegs. „Bis ich 17 wurde, dann hatte ich andere Interessen“, schildert er. Der Niedersachse blieb sportlich, fuhr Rad und widmete sich dem Laufen – aber eben nicht in dem Umfang wie zuvor dem Schwimmen. Leistungssport war kein Thema mehr.

Anfang der 90er Jahre wuchs schnell die Begeisterung für den Triathlon. In Rodgau absolvierte Meyer über die Jedermann-Distanz seinen ersten Wettkampf, 1995 in Roth dann schon seinen ersten Ironman. Als hervorragender Schwimmer kam er immer schnell aus dem Wasser. „Ich musste aber immer mit dem physiologischen Nachteil leben, dass ich im Laufe des Wettkampfes ein paar Plätze verlor“, berichtet er lächelnd. Denn auf dem Rad oder insbesondere beim Laufen zog doch der eine oder andere Kontrahent wieder an ihm vorbei. „Der Vorteil für einen guten Schwimmer ist sehr gering. Ein guter Läufer zu sein bringt deutlich mehr.“

Dem großen Spaß am Triathlon tat das freilich keinen Abbruch. Wettkämpfe auf Lanzarote oder Mallorca, in der Schweiz, Österreich oder in den Niederlanden führten ihn durch halb Europa. Besonders beeindruckt war er von seinem Start 2013 im Königreich Bahrain. „Das war damals die erste Veranstaltung dort. Und sie war extrem aufwendig organisiert“, erinnert er sich. Die Laufstrecke führte durch einen Wildlife-Park, die Radstrecke über den Formel-1-Kurs. Auch der Zielbereich lag auf dem Formel-1-Gelände.

Sein Karriereende hatte Meyer eigentlich schon für 2020 in Malmö geplant, doch Corona machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Und so absolvierte er in diesem Jahr noch einmal drei Wettkämpfe, den letzten nun in Valencia, wo er nach 1,5 Kilometern Schwimmen, 40 Kilometern Radfahren und zehn Kilometern Laufen in 2:27:06 Stunden in seiner Altersklasse M 55 den 17. Platz belegte.

In Erinnerung bleibt ihm nach 30 Jahren Triathlon vor allem der erste Start in Roth. Meyer freut sich über die Begeisterung, die sein Sohn Oliver mit ihm für diesen Sport teilt – auch wenn der 25-Jährige derzeit aus beruflichen Gründen kürzer tritt. Dazu die Erfahrungen auf den langen Strecken mit ihren vielen Auf und Abs sowie die Möglichkeit, andere Menschen und Länder kennenzulernen – das Gesamtpaket stimmte einfach. „Die Langdistanz ist eine große mentale Herausforderung und bedeutet einen großen Aufwand“, erklärt Frank Meyer. „Ich bin kein einziges Mal mit trockenen Augen ins Ziel gekommen“, berichtet er von vielen Gänsehautmomenten.

Dem Triathlon bleibt der ehemalige Abteilungsleiter der SKG-Triathleten und Organisator des Dreieich-Duathlons weiterhin verbunden: in seiner neuen Tätigkeit als Kampfrichter. Und wenn Frank Meyer doch noch einmal an einem Wettbewerb teilnimmt, dann sicherlich wieder mit viel Freude.

Von Patrick Leonhardt

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