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Die gute Seele hinter den Adventsfenstern in Dreieichenhain hört auf

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Von: Nicole Jost

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Liebevoll gestaltet haben auch die Familien Maier, Wink und Leyer im Birkenweg ihren Beitrag zum Adventskalender. Am heutigen Samstag um 18 Uhr geht es zur Familie Pollocek in die Nahrgangstraße 6 und am morgigen Sonntag um 11 Uhr zum Chorkonzert in die Burgkirche.
Liebevoll gestaltet haben auch die Familien Maier, Wink und Leyer im Birkenweg ihren Beitrag zum Adventskalender. Am heutigen Samstag um 18 Uhr geht es zur Familie Pollocek in die Nahrgangstraße 6 und am morgigen Sonntag um 11 Uhr zum Chorkonzert in die Burgkirche. © strohfeldt

Im Dezember gibt es seit mehr als 20 Jahren in Dreieichenhain am frühen Abend Minuten der Besinnlichkeit und der Einkehr. Seit 1998 gehört der Lebendige Adventskalender fest zum vorweihnachtlichen Programm der evangelischen Burgkirchengemeinde. Von Anfang an ist Inge Sommerlad im Team der Organisatoren, seit 15 Jahren laufen bei ihr alle Fäden zusammen.

Dreieichenhain - In diesem Jahr ist es der letzte Kalender, der von der engagierten Hainerin organisiert wird. Verbunden damit sind wie gewohnt die Treffen vor den Häusern, in den Höfen und Vorgärten, bei denen jeden Abend um 18 Uhr gesungen, eine kleine Geschichte gelesen, ein weihnachtlich gestaltetes Fenster geöffnet und Glühwein getrunken wird. „Ich habe viele schöne Momente erlebt. Die Menschen, die jeden Abend woanders zusammenkommen, vergessen Hektik und Alltagsstress für eine halbe Stunde und die Ausrichter geben sich immer viel Mühe. Die Fenster sind mit viel Liebe dekoriert“, schwärmt Sommerlad. Übers Aufhören grübelt sie schon etwas länger: „2018, nach 20 Jahren, habe ich schon einmal gedacht, vielleicht soll es das jetzt gewesen sein. Nach den beiden Corona-Jahren mit den stillen Adventsfenstern sollte es aber keineswegs zu Ende gehen“, erzählt Sommerlad. Zu groß sei Gefahr gewesen, dass die ganze Aktion ins Stocken gerät. Inge Sommerlads größter Wunsch ist es, dass der Adventskalender auch nach ihrem Abschied weitergeführt wird. „Ich bin als Ansprechpartnerin weiter da und werde auch all meine Listen sowie Vordrucke und Pläne gerne übergeben“, kündigt sie an.

Die Idee hatte 1998 Jutta Kamerowsky-Eichele. Von Anfang an war es eine überkonfessionelle Veranstaltung, jeder der Gastgeber sein wollte, durfte dabei sein. Einige Jahre hat Dolly Engler die vorweihnachtliche Besinnlichkeit organisiert, seit 2008 ist Inge Sommerlad alleine verantwortlich. „Ich habe dann auch die öffentlichen Institutionen dazu genommen – die Kindergärten, das katholische Pfarrzentrum oder das Haus Dietrichsroth. Für viele Jahre waren die Adventsfenster schnell vergeben und die Aktion ein echter Selbstläufer“, erzählt sie. Für die Gastgeber wurde es immer leichter. Längst gibt es ein Liederbuch, das weitergereicht wird. Die Kirche hat Becher und auch die Glühweinkocher stellt sie den Ausrichtern jeden Abend zur Verfügung. „In diesem Jahr war es dann das erste Mal ein bisschen mühsam, alle Adventsfenster zu besetzen. Andererseits gibt es ganz treue Gastgeber, die von Anfang an dabei sind“, so Sommerlad.

Der Adventskalender ist nur ein Feld, in dem die 75-Jährige aktiv ist. Zwölf Jahre lang, zwischen 1997 und 2009, gehörte sie zum Kirchenvorstand der Burgkirche. Sommerlad ist auch die Vorsitzende des Diakonieausschusses, der für die Koordination von Besuchen der älteren Gemeindemitglieder an Geburtstagen verantwortlich ist und auch im Haus Dietrichsroth an Weihnachten und Ostern gemeinsames Singen oder Vorlesen organisiert. Sie hat darüber hinaus in Dreieichenhain Treffen der Neuzugezogenen aus der Taufe gehoben und den ökumenischen Gottesdienst im Burggarten mit initiiert. Auch das Lerncafé in der Burgkirchengemeinde, das 2015 in der Flüchtlingskrise ins Leben gerufen und von Irmhild Küchler angeleitet wurde, war ihre Idee. „Mir fällt immer etwas ein. Es macht mir einfach Spaß. Und bei all dem Einsatz habe ich viel zurückbekommen, nette Menschen kennengelernt“, nimmt sie ihr Engagement als Bereicherung wahr.

Pfarrer Markus Buss hat nur nette Worte für Inge Sommerlad: „15 Jahre lang warst Du die gute Seele hinter den Adventsfenstern“, sagt der Pfarrer der Burgkirche bei der offiziellen Verabschiedung. Und er weiß, wie viel Arbeit darin steckt, sich schon im August um Gastgeber zu bemühen und die Vor- und Nachtreffen zu koordinieren. Für Inge Sommerlad endet mit der Christvesper am 24. Dezember die Verantwortung für die Adventsfenster. „Als Gast komme ich aber auch in Zukunft gerne zu den besinnlichen Runden“, sagt sie mit einem Augenzwinkern. So ganz wird sie sich also nicht verabschieden.

Infos im Internet

Die Liste mit den Gastgebern findet sich unter burgkirche-dreieichenhain.ekhn.de

Von Nicole Jost

Sie gibt die Organisation des Lebendigen Adventskalenders in Dreieichenhain ab: Inge Sommerlad.
Sie gibt die Organisation des Lebendigen Adventskalenders in Dreieichenhain ab: Inge Sommerlad. © jost

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