Begegnung auf dem Dorfplatz

Götzenhainer feiern ihren Stadtteil

+
Der Dorfbrunnen ist Namensgeber des Götzenhainer Fests.

Götzenhain - 700 Jahre Götzenhain – unter diesem Zeichen stand das Dorfbrunnenfest im Stadtteil. Die ganz großen Neuerungen zum Motto fallen an diesem Wochenende vielleicht aus.

Doch das macht den Götzenhainer nichts: Die Nachbarn kommen gerne, wenn alles beim Alten ist – eben gesellig und nett.
Der Gitarrensound der Band Mixed Pack dröhnt über den Dorfplatz, vor der Bühne tanzen ein paar kleine Mädels und die Tische rund um den Dorfbrunnen sind dicht besetzt. Dahinter, zwischen dem Weinstand des Lions Clubs, der Biertheke von Feuerwehr und Kerbverein und dem Cocktailstand der Evangelischen Kirche gibt es kein Durchkommen mehr. Der laue Sommerabend ist ein Geschenk für die Götzenhainer. Bei 20 Grad und einem Aperol Spritz lässt es sich gut aushalten, viele Leute zieht es vor die Haustür. „So habe ich mir das vorgestellt“, sagt Klaus Klepper, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Götzenhainer Vereine zufrieden.

Die 15. Ausgabe des Fests steht zwar im Zeichen des Jubiläums, aber das sollten die Götzenhainer nicht allzu hoch hängen, findet Klepper. Er erklärt: „Götzenhain wurde doch nur urkundlich das erste Mal 1318 erwähnt. Weil der Abt von Fulda Ländereien geschenkt bekam und Götzenhain eben bei diesen Ländereien dabei war. Aber unser Ort ist eigentlich viel älter“, ist der Vereinsvorsitzende überzeugt. Schon die Kelten und Römer hätten den wunderschönen Landstrich besiedelt und es gebe Funde aus der Steinzeit, die beweisen, dass es Leben in der Dreieich gab.

Die Kinder der Karl-Nahrgang-Schule nehmen das Jubiläum aber durchaus ernst. Sie haben ein Lied anlässlich des Dorfbrunnenfestes gedichtet. Darüber ist Klepper sehr gerührt, er wird sogar erwähnt: „Und Klaus Klepper, nicht zu fassen, singt vor Freude hoch die Tassen! Heute feiern wir ein Fest, das ihr nie vergesst. Götzenhain wird 700, dieses Jubiläum feiern wir“, singen die Grundschulkinder.

Bilder: Dorfbrunnenfest in Götzenhain

Der Kerbverein nutzt an seinem Stand die Gelegenheit, um Werbung für das nächste Fest zu machen. Die Mitglieder um Frank Grunert starten am Samstag inmitten des Trubels den Ticketverkauf für ihren Kerbrock am 13. September. „Anlässlich 700 Jahre Götzenhain und 30 Jahre Kerbverein machen wir den Götzenhainern ein Geschenk in Form eines Abends mit den Quietschboys“, erklärt Robert Schöne vom Kerbverein. Die Party soll dann – sofern mit dem Umbau des Hayner Wegs alles glattgeht – auf dem neu gestalteten „Dallas“ steigen.

Das Dorfbrunnenfest lebt wie schon in den vergangenen Jahren vom Engagement der Vereine. Die Damen des HSV verkaufen Salate, die Götzenhainer Sänger Kuchen, beim OGV gibt’s Ebbelwoi und Handkäs und der VdK bietet die begehrten Fischbrötchen an. „Das läuft wirklich gut, wir können uns aufeinander verlassen“, sagt Klepper zufrieden. Beim Dorfbrunnenfest gehe es, so Klepper, nicht darum eine riesige Show auf die Beine zu stellen, sondern auf dem Dorfplatz Begegnungen zu ermöglichen. „Die Leute wollen sich treffen, die alte Clique wiedersehen und das funktioniert gut“, sagt der Vereinschef – auch wenn es abends vereinzelt Beschwerden über zu laute Musik gibt.

Bilder: Dorfbrunnenfest in Götzenhain

Am Sonntagmorgen dann lädt Pfarrerin Martina Schefzyk mit ihrem katholischen Kollegen Reinhold Massoth zum ökumenischen Gottesdienst. Sie beschäftigen sich mit der Frage „Warum lebst Du gerne in Götzenhain?“ Darauf gibt es in der Gemeinde sehr unterschiedliche Antworten. Aber egal, ob sie in Götzenhain geboren sind, seit 40 Jahren hier leben oder erst vor fünf Jahren in den Ort gezogen sind, man ist sich in der Kirche einig: Götzenhain ist auch nach 700 – oder noch viel mehr – Jahren ein liebens- und lebenswerter Ort. (zcol)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare