Australien vor Augen

100-Jährige skypt mit Neffen in Down Under

+
Anna Reichardt ist glücklich, wenn sie ihren Neffen Wolfgang live in Australien sieht. Darüber freut sich auch Sandy Hering, Mitarbeiterin im Alten- und Pflegeheim Haus Dietrichsroth.

Dreieich - Das Alter hat viele Tücken, nicht nur gesundheitlicher Natur. Auch die Möglichkeit, Kontakte zu pflegen, sind eingeschränkt. Zum Glück gibt es inzwischen moderne Medien. Im Alten- und Pflegeheim Haus Dietrichsroth in Dreieichenhain hat nun Skype Einzug gehalten.

Die Bewohner können mit Hilfe der Video-Telefonie ihre Verwandten in aller Welt von Angesicht zu Angesicht sprechen. Anna Reichardt ist begeistert. Die 100-Jährige sitzt am Laptop im Wohnzimmer im ersten Stock des Heims in der Taunusstraße. Auf dem 15-Zoll-Bildschirm kann sie klar und deutlich ihren Neffen Wolfgang erkennen und lächelt ihm glücklich zu. Der bärtige 86-Jährige winkt in die Kamera und sendet Grüße nach Dreieich. Ganz leicht entsteht eine lockere Plauderei über die Dinge des Alltags. Ein „richtiges“ Treffen ist im realen Leben so leider nicht mehr möglich: Wolfgang lebt schon seit den 50er Jahren in Australien, mehr als 16.000 Kilometer weit weg. „Früher habe ich ihn auch noch besucht, aber das ist jetzt längst zu beschwerlich geworden“, bedauert Anna Reichardt. Sie ist in engem Kontakt mit ihrem Neffen, auf dem Briefweg und telefonisch.

„Dass es mit dem Computer jetzt auch möglich ist, ihn zu sehen, ist natürlich ganz toll“, schwärmt Reichardt. So kann sie noch ein bisschen besser am Familienleben ihres Neffen teilhaben. Zwischendurch erscheint immer wieder Wolfgangs Frau auf dem Bildschirm und lächelt in die Kamera. Mit einem verzückten Aufschrei reagiert Anna Reichardt als Wolfgang seine Enkelin in die Kamera hält. „Sie läuft schon die ersten Schritte“, ist der Opa sichtlich stolz. „Schau sie dir an, die Kleine“, lächelt die Seniorin versonnen vor sich hin.

Schlaue Technik im Haus für Ältere

Sandy Hering, als Trainee der Heimleitung Mitarbeiterin im Haus Dietrichsroth, beobachtet die Szene voller Freude. „Skype“, sagt die 22-Jährige, „ist eine tolle Möglichkeit für die Senioren, mit ihren Verwandten in engem Kontakt zu bleiben. Es braucht nicht viel dafür, ein Laptop mit Webcam und ein Internetanschluss“, erklärt Hering. Und die Technik sei sowieso im Haus. Sie ist froh, wenn sie den alten Menschen helfen kann, ihre Liebsten wieder einmal zu sprechen und sich dabei in die Augen zu sehen. „Wir wissen natürlich, dass ein Gespräch über Skype kein reales Treffen ersetzen kann. Aber es ist eben die Möglichkeit, trotz räumlicher Distanz seinen Gesprächspartner wenigstens zu sehen“, weiß die junge Frau um den Vorteil dieser modernen Kommunikationsform. (zcol)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare