Diesjährige Pfingstkerb ist ein voller Erfolg

Die 301. Haaner Pfingstkerb ist einfach unvergesslich

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Beim Wolkenbruch am Freitagabend rückten die Besucher eng zusammen.

Nach der sensationellen Jubiläumskerb 2018 feiern die Haaner über Pfingsten ihre Nationalfeiertage mindestens ebenso ausgelassen zwischen Obertor und Festplatz.

Dreieichenhain – Vier der sechs Festtage sind geschafft und die Bilanz ist rundum positiv.

Am Freitagabend ist es nach einem heftigen Wolkenbruch reichlich kühl, aber Samstag, Sonntag und Montag herrschen perfekte Festtemperaturen, die viele tausend Besucher auf den Festplatz zwischen Popcorn, Riesen-Schiffschaukel und in die vielen Heckenwirtschaften locken.

Die Kerbborsche haben das ja zuvor angekündigt, dass es für sie „die geilste Kerb jemals“ werden wird, und so erleben sie die Sause über die Feiertage. Die Herzen rasen offensichtlich kurz vor dem Bieranstich und dem Einmarsch in das dicht gefüllte Zelt der Hausmanns. Fahnenschwenker Abel Tesfay muss sich den Weg durch die jubelnde Menge erkämpfen und die Augen von Kerbvadder Mathis Piatkowski flackern ein bisschen nervös vor seinem ganz großen Auftritt. „Ich habe mir vor dem Bieranstich Sorgen gemacht, ob alles klappt. Als ich auf der Bühne stand, war ich wie in einem Tunnel, da rauschte alles an mir vorbei“, erzählt er grinsend. „Das war einfach mega“, fasst sein Stellvertreter Luis Trautmann den großen Moment zusammen, „es ist so ein geiles Gefühl, wie die Leute uns allen zujubeln. Wir sind ihre Vertreter der Haaner Kerb. Das werde ich niemals vergessen.“

Der Ritt auf den Ponys der Hayner Reitschul ist ebenfalls fester Bestandteil des Kerbvergnügens.

Höhepunkt jagt Höhepunkt. Das große Feuerwerk am Samstagabend ist sehr gut besucht, die bunt explodierenden Feuerwerkskörper über der Burgruine sind immer wieder ein Schauspiel. Wer danach noch zum Feiern ins Festzelt will, hat allerdings Pech: Da dürfen keine weiteren Besucher mehr rein, es gibt keine Bändchen mehr, weil Dennis Hausmann nicht das Risiko der Überfüllung eingehen möchte. Ihn freut es, dass die Besucher das Zeltprogramm mit Livemusik so lieben: „Wir haben recht viele junge Besucher, da müssen wir aufpassen. Aber es lief alles rund. Es ist für uns wieder eine gute Haaner Kerb“, zieht Hausmann schon jetzt ein positives Fazit.

Aber es gibt ja nicht nur das Festzelt, auch im Faselstall gibt es Samstagabend kaum einen Platz und ebenso dicht gedrängt stehen die Leute vor der Bühne im Pfarrhof der Burgkirche. Dort rockt Disaster das Haus. Musikfreunde treffen nach dem Feuerwerk ein bekanntes Gesicht: Leonie Jakobi greift im letzten Set der Haaner Rocker zum Mikrofon und singt mit den Musikern ihre liebsten Hits. Die Dreieichenhainerin startete vor genau zehn Jahren ihre Musikkarriere an diesem Ort – gemeinsam mit ihrem inzwischen leider verstorbenen Papa stand sie das erste Mal auf der Bühne. Heute studiert sie in Liverpool an dem renommierten Institute for Performing Arts. „Es war die beste Entscheidung meines Lebens, dorthin zu gehen. Es ist noch viel besser als ich gehofft hatte“, schwärmt die junge Frau von ihrem musikalischen Studentenleben in England. Aber natürlich freue sie sich, nach Dreieichenhain zurückzukommen: „Das ist meine Heimat. Seit ich fünf Jahre alt bin, war ich Samstagabend auf der Kerb bei dem Gig meines Papas. Das war immer mein Traum, hier zu stehen“, erzählt sie glücklich.

Die Tanzmädchen berührten am Obertor die Herzen der Besucher. Bei bestem Wetter feierten die Hainer Weiber ihre gut besuchte Weiberkerb.

Der im Jubiläumsjahr ins Zelt verlegte Kerbgottesdienst kehrt zurück in die Kirche – das ist für das Pfarrerehepaar Markus Buss und Barbara Schindler keine große Frage. Da wird es dann am Sonntagmorgen auch wieder reichlich eng. Aber das frühe Aufstehen nach der langen Partynacht hat sich gelohnt: An Buss und Schindler sind grandiose Schauspieler verloren gegangen. Ihr Auftritt als von Gott gesandte hessische Engel wird von der Gemeinde frenetisch gefeiert – so macht Kerbgottesdienst Spaß.

Haaner Kerb 2019: Bilder aus Dreieichenhain

Das Konzept der gedeckten Tische auf der Fahrgasse Richtung Obertor hat im zweiten Jahr Erfolg. Viele Kerbbesucher genießen die etwas ruhigere Stimmung bei einem Glas Wein. Das ist auch die perfekte Einstimmung zur Weiberkerb der Hayner Weiber, die am Sonntag am Obertor wieder mit köstlichen Brotaufstrichen, frischen Blumen und einem abwechslungsreichen Kinderprogramm auf die Besucher warten. „Es ist so schön, wie viele Menschen sich an den tanzenden Kindern erfreuen“, ist Dagmar zur Brügge Vellen, Pressesprecherin der Weiber, überwältigt von dem Andrang rund um die Mädels in den hübschen Trachten. Cornelia Mißlitz hat die Tänze einstudiert und wirbt für die tanzenden Kinder: Denn es tanzen nur sieben Mädchen, es wäre schön, wenn es nächstes Jahr wieder ein paar mehr werden. Die Überschüsse aus den Einnahmen der Weiberkerb sind auch schon verplant: Die Hayner Weiber haben 2019 junge Menschen im Fokus und bereits den Kinderzirkus Wannabe in Neu-Isenburg mit einer Spende unterstützt. 

Der Ritt auf den Ponys der Hayner Reitschul ist ebenfalls fester Bestandteil des Kerbvergnügens.

Auch die Polizei zeigt sich zufrieden. Es habe bis gestern Mittag keine besonderen Vorkommnisse gegeben, heißt es auf Anfrage.

VON NICOLE JOST

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