Momente der Stille

Adventskranz statt Kunstweihnachtsbaum auf Götzenhainer Dorfplatz

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Den Adventskranz auf dem Götzenhainer Dorfbrunnen haben gestern Margarete Habernoll, Kirstin Zupfer und Edgar Liebig aufgebaut. Mit dem Ergebnis können sie zufrieden sein.

Seit 29 Jahren gibt es die Tradition des Kunstweihnachtsbaums auf dem Götzenhainer Dorfplatz. Viele regionale und auch überregionale Künstler haben dort für viele wunderbare und unvergessene Konzepte sowie schöne und eindringliche Momente gesorgt.

Götzenhain –  Erinnert sei beispielsweise an den „Ort der Engel“ von Ottmar Hörl aus dem Jahr 2009, dessen Engel danach an vielen Stellen in Götzenhain und weit darüber hinaus im In- und Ausland ihren Platz gefunden haben.

In diesem Advent ist jedoch alles anders in der Götzenhainer Ortsmitte. Der Fokus richtet sich nicht auf einen künstlerisch gestalteten Baum, sondern auf den romanischen Dorfbrunnen mit dem Taufbecken aus dem 14. Jahrhundert. Dieser wird zum Standort eines Adventskranzes. Das erste Licht wird am Sonntag, 1. Dezember, um 18 Uhr angezündet. Interessierte sind zu einem Moment der Stille eingeladen.

„Es wird klein, aber fein“, verspricht Margarete Habernoll vom Kunstraum Habernoll, die die Aktion mit dem Förderverein Alt-Götzenhain auf die Beine stellt. Der Adventskranz soll die Möglichkeit zum Innehalten und Nachdenken bieten. Die besinnliche Aktion nennt sich deshalb „Das leise Licht“ mit dem Untertitel „Alles hat seine Zeit“. Damit soll an die vorweihnachtliche Tradition angeknüpft werden.

„Kerzen sind für mich sehr emotional, erinnern an biografische Momente, Familienrituale und weihnachtliche Bräuche“, meint Habernoll. Für die Umsetzung des Projekts konnte sie auf die Unterstützung von Kirstin Zupfer („Blütentraum“) und Edgar Liebig bauen. Dieser entwarf die Plattform für die Brunnenöffnung, auf der die Kerzen in Glasröhren stehen. Von Kirstin Zupfer stammt der florale Schmuck für den Adventskranz. Gestern Mittag waren die Drei mit der Installation beschäftigt. Mit dem Ergebnis können sie sehr zufrieden sein.

Die Kerzen, die in der Mitte der Plattform platziert sind, werden traditionell sonntags im Wochentakt angezündet. Jeden Abend wird Habernoll aber die Kerzen wegräumen.

Die schöne Tradition des Kunstweihnachtsbaumes auf dem Dorfplatz in Götzenhain soll damit aber nicht beendet sein. Zumindest im kommenden Jahr zum 30-jährigen Bestehen plant Margarete Habernoll einen großen Baum. Doch um das Vorhaben im Advent 2020 umsetzen zu können, ist sie auf Spenden angewiesen.

VON HOLGER KLEMM

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