Morsche Bäume auf Nachbar-Areal

Ärger im Paradies: Kräutergarten in Dreieich für Besucher gesperrt

Bereits im Frühjahr 2019 stürzten zwei Bäume vom Nachbargrundstück auf das Gelände des Kräutergartens.
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Bereits im Frühjahr 2019 stürzten zwei Bäume vom Nachbargrundstück auf das Gelände des Kräutergartens. Jetzt ist er vorerst gesperrt.

Der Kräutergarten in Dreieich ist derzeit zu Teilen für Besucher gesperrt. Grund sind Morsche Bäume auf dem Nachbar-Areal. 

Dreieich – Spaziergänger, die dieser Tage durch die Baierhansenwiesen laufen und Station am Lehr- und Kräutergarten machen, werden durch ein rot-weißes Flatterband aufgehalten. „Achtung Windbruch – Betreten verboten, Lebensgefahr“ steht auf dem Schild. Etwas mehr als ein Drittel des rund tausend Quadratmeter großen Areals ist derzeit gesperrt.

„Schon im Frühjahr 2019 sind zwei große, nicht mehr standfeste Bäume vom Nachbargrundstück in den Garten gestürzt und haben erheblichen Schaden angerichtet“, schildert Klaus Rehwald, Vorsitzender des Vereins Lehr- und Kräutergarten. Nach dem Sturm im August waren wieder große Äste von den benachbarten Pappeln auf die Beete gefallen, einige Reste hängen noch immer bedrohlich in den nahezu toten Bäumen. „Nach der Aufforderung durch die Stadt haben wir jetzt mit dem Vorstand beschlossen, das Betreten des Geländes aus Sicherheitsgründen für Besucher zu untersagen“, sagt Rehwald. Auch wenn es im Winter keine offiziellen Veranstaltungen in dem Kräuterparadies gibt, ist der Garten durch Passanten durchaus rege frequentiert. Die vergangenen Tage haben nun gezeigt, dass die Leute sich durch Flatterband und Warnschild nicht unbedingt abhalten lassen. Das kann im schlimmsten Fall böse enden.

Kräutergarten in Dreieich gesperrt: Schon länger Ärger mit den Nachbarn 

Es wäre die Pflicht des Eigentümers des benachbarten Gartengrundstücks, auf dessen Gelände die morschen Bäume stehen, sie so zu schneiden, dass für die Allgemeinheit keine Gefahr mehr von herabfallenden Ästen ausgeht. Unabhängig von diesen Bäumen gibt es aber einen Konflikt, der schon länger schwelt. Die Räumungsaufforderung des Kreises für nicht genehmigte Gartenhütten auf dem Gelände ist schon zirka zweieinhalb Jahre alt. 

Bereits im Frühjahr 2019 stürzten zwei Bäume vom Nachbargrundstück auf das Gelände des Kräutergartens.

Für Bürgermeister Martin Burlon ist die Situation ein echtes Problem: „Als Stadt haben wir keine Möglichkeit einzugreifen – aber wir sind Eigentümer des Kräutergarten-Areals. Wenn die Bäume auf dem Nachbargelände zu einer Beeinträchtigung der Nutzbarkeit unseres Gartens führen, haben wir natürlich ein großes Interesse daran, dass das Problem geklärt wird und werden da jetzt auch dranbleiben, um den Garten schnellstmöglich wieder für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen“, kündigt Burlon an.

Für den Verein ist die Sperrung sehr ärgerlich, denn Klaus Rehwald und seine Mitstreiter wollten im Januar die ersten Vorbereitungen für die kommende Saison treffen. So hat sich der Verein vorgenommen, die Bewässerung des Gartens auf noch sicherere Beine zu stellen und die Tonnen durch ein gemauertes Becken zu ersetzen. Diese Arbeiten liegen jetzt aufgrund der Sperrung erst mal auf Eis.

Kräutergarten in Dreieich: Verein hat viele Ideen für Areal

Überhaupt ist die Ideenliste des Vereins, der mit fast 100 Mitgliedern jetzt in sein drittes Jahr geht, ziemlich umfangreich: Gemeinsam mit dem Obst- und Gartenbauverein Dreieichenhain, der Ricarda-Huch-Schule und dem städtischen Dienstleistungsbetrieb soll ein großes Insektenhotel entstehen und der im vergangenen Jahr eröffnete Naturlehrpfad soll um eine weitere Station erweitert werden. Weiterhin ist geplant, 80 neue Nistkästen für Fledermäuse und Vögel zu installieren. Der Weg, der Besucher trockenen Fußes vom Platz der Generationen zum Kräutergarten führen soll, wird vermutlich noch im Januar realisiert.

„Wir haben immer mehr Partner, die Dreieicher Vereine, den DLB oder das Senckenberg-Museum, die mit uns zusammenarbeiten“, freut sich Rehwald. Er hofft auch, dass sich der Verein seinen größten Wunsch in diesem Jahr erfüllen kann: einen wetterunabhängigen Raum für Schulungen und Workshops. Die Mitglieder träumen von einer Art vielseitig nutzbarem Gewächshaus auf dem Grundstück des Kräutergartens. Jetzt ist es Rehwald und seinen Vorstandskollegen aber zu allererst ein großes Anliegen, dass sie das Areal schnellstmöglich wieder nutzen können und die Gefahr der herabstürzenden Äste zeitnah behoben wird.

Der Veranstaltungskalender für 2020 ist bereits online.

Von Nicole Jost

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