Baugebiet Oberwiesen

Neues Wohngebiet in Dreieich: Anwohner sehen Situation kritisch

Die Anwohner des Baugebiets Oberwiesen schlagen eine Anbindung über die Straße Am Herrnacker vor. Dafür müsste der Wendehammer geöffnet werden. Foto: strohfeldt
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Die Anwohner des Baugebiets Oberwiesen schlagen eine Anbindung über die Straße Am Herrnacker vor. Dafür müsste der Wendehammer geöffnet werden.

In Dreieich-Sprendlingen besteht die Möglichkeit, auf dem Gelände der dortigen Gärtnerei ein Wohngebiet zu entwickeln. Anwohner äußern allerdings Bedenken.

  • Entwicklungsgesellschaft plant neues Wohngebiet in Dreieich-Sprendlingen
  • Anwohner sehen „erhöhte Gefahrensituation“
  • Anwohner schlagen eine Alternative vor

Dreieich - Im östlichen Bereich von Sprendlingen besteht die Möglichkeit, auf dem Gelände der dortigen Gärtnerei ein Wohngebiet mit dem Namen „Oberwiesen“ zu entwickeln. Anwohner der Straße In der neuen Lach äußern allerdings Bedenken. Dazu trafen sie sich vor Ort mit Mitgliedern der SPD-Fraktion.

Nach Angaben von Siegfried Kolsch, SPD-Stadtverordneter und Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung, Umwelt und Energie, sind die Anwohner nicht gegen die geplante Wohnbebauung. „Sie sehen aber die geplante Verkehrsanbindung über die Straße In der neuen Lach als sehr problematisch an“, führt er aus. Als Gründe bekamen die SPDler zu hören, dass die Straße teilweise einen einseitigen Bürgersteig habe und die gesamte Fahrbahn nur etwa viereinhalb bis fünf Meter breit sei. Deshalb sei sie als Hauptzufahrt zum Baugebiet nicht geeignet. Hinzu käme die Enge bei Ein- und Ausfahrten zu den anliegenden Grundstücken. „Aber auch der sehr rege Radverkehr von den Jugendlichen, die regelmäßig zum Sportplatz des FV 06 fahren, ergibt eine erhöhte Gefahrensituation“, betonen die Anwohner.

Sprendlingen: Anwohner sehen eine „erhöhte Gefahrensituation“

Als Alternative plädieren sie für eine Hauptzufahrt über die Straße Am Herrnacker, die über eine größere Breite von etwa siebeneinhalb Metern verfüge und beidseitig mit sehr breiten Bürgersteigen versehen sei. Voraussetzung für eine solche Anbindung zum geplanten Baugebiet sei jedoch, dass am Ende der Straße der Wendehammer Richtung „Oberwiesen“ geöffnet werden und eine Verbindung geschaffen werden müsste. Nach Angaben von Kolsch sei das sicherlich keine leichte Lösung, da es sich nicht um städtisches Gelände handele. In der Diskussion macht die SPD die Anwohner auf die Möglichkeit aufmerksam, Einwände geltend zu machen, wenn die Bebauungspläne ausliegen.

Sprendlingen: Entwicklungsgesellschaft plant „wegweisendes“ Wohngebiet

Doch das wird noch etwas dauern. Bürgermeister Martin Burlon teilt gestern auf Anfrage mit, dass nach dem im Dezember von den Stadtverordneten gefassten Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan im beschleunigten Verfahren noch nicht viel passiert sei. „Es gibt keinen neuen Stand“, berichtet Burlon. Das habe mit den personellen Engpässen im Bauamt zu tun. Sobald der Bebauungsplan und ein Konzept für das Wohngebiet vorliegen, würden im weiteren Verfahren natürlich die Anwohner mit einbezogen.

Für das etwa 9 000 Quadratmeter große Gelände plant die private Entwicklungsgesellschaft Oberwiesen GmbH ein ökologisch, sozial und verkehrstechnisch „wegweisendes“ Wohngebiet. Gedacht ist an zwei Zeilen mit Wohngebäuden an einer verkehrsberuhigten Spielstraße. Neben einer Bebauung mit Doppelhäusern für Familien könnte es auch eine geschlossen Zeile mit altengerechten und geförderten Wohnungen geben.

Wenn der Konzern „Rewe“ seinen Supermarkt-Standort in der Borngartenstraße aufgibt, soll die Nahversorgung in Dreieich trotzdem gewährleistet sein. CDU und SPD haben da schon eine Idee..

Ein weiteres drängendes Thema in Dreieich: Die Verlängerung der Straßenbahn bis zum Sprendlinger Bahnhof. Jetzt zeichnet sich ab, dass es dazu bald Untersuchungen geben könnte.

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