Sorgenkind 

Mittel gestrichen: Hengstbachbrücke wird 2020 nicht saniert

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An diesen Anblick können sich die Dreieicher, allen voran die Sprendlinger, erst einmal gewöhnen. Eine Erneuerung der Brücke erfolgt frühestens 2021. 

Die Sanierung von Brücken ist eine kostspielige Angelegenheit. Häufig wird’s auch noch teurer als geplant. Die Stadt hat dabei leidvolle Erfahrungen mit Bauwerken in der Rheinstraße in Götzenhain und in der Eisenbahnstraße gemacht. 

Dreieich - Aktuelles Sorgenkind ist die Brücke über den Hengstbach in der Joinviller Straße in Höhe der Auestraße. Nach den Haushaltsberatungen steht fest: 2020 wird sie definitiv nicht erneuert.

Ziemlich genau ein Jahr ist ins Land gegangen, seit die Stadt die Joinviller Straße in Sprendlingen gesperrt hat, weil das Bauwerk nicht mehr verkehrssicher ist. Radfahrer und Fußgänger können passieren, aber für Autos ist die Tragfähigkeit nicht mehr gegeben. Daran lässt ein Gutachten keinen Zweifel. Die Konstruktion weist massive Schäden am Beton und Risse im Fundament auf. Bei einem Lkw, beispielsweise einem Müllfahrzeug, besteht die Gefahr, dass sie einstürzt oder absackt. Laut Gutachten ist es auch nicht mit einer „einfachen“ Sanierung getan. Das Bauwerk muss abgerissen und neu aufgebaut werden.

Dreieich: Hengstbachbrücke bleibt auch 2020 für Auto-Verkehr unpassierbar 

Der Idee, das Bauwerk übergangsweise abzustützen und für den Kfz-Verkehr wieder zu öffnen, hat die Untere Wasserbehörde beim Kreis Offenbach eine Absage erteilt. Begründung: Die Stützen könnten bei Starkregenereignissen zum Hindernis werden. Mögliche Folgen: Staus oder sogar Überschwemmungen. Die Entscheidung sei nachvollziehbar, sagt Bürgermeister Martin Burlon.

Zwar waren im Haushalt 2020 vorsorglich 400 000 Euro für die Erneuerung veranschlagt worden, aber die sind ob der städtischen Finanzlage auf Empfehlung des wiederbelebten Arbeitskreises Finanzen vom Stadtparlament „ersatzlos“ gestrichen worden. Eine Entscheidung, die er mittrage, betont Burlon. Fürs kommende Jahr heißt das in der Praxis: Für Fußgänger- und Radverkehr bleibt die Brücke offen, für Autos bleibt sie zu. Ob die Sanierung 2021 angegangen wird, müssen die Haushaltsberatungen Ende nächsten Jahres zeigen.  

Von Frank Mahn

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