Ein Haus für alle Generationen 

Begegnungsstätte Winkelsmühle wird Familienzentrum

Wir haben schon jetzt Angebote, die über die reine Seniorenarbeit hinausgehen. Martina Geßner Leiterin Winkelsmühle Freuen sich auf die Wiedereröffnung und über die Anerkennung als Familienzentrum: Winkelsmühlen-Leiterin Martina Geßner (rechts) und ihre Kollegin Annette Schröder sind nach der langen Pause voller Tatendrang. Foto: jost Wir bieten Telefonberatung für die Angehörigen und sind im Gespräch mit den Ehrenamtlichen. Annette Schröder Koordinatorin Seniorenarbeit

Die Begegnungsstätte Winkelsmühle in Dreieich ist in den Kreis der Familienzentren aufgenommen worden.

Dreieich – Das Team der Begegnungsstätte Winkelsmühle hat in den vergangenen zehn Wochen seine Besucher regelmäßig mit der „Winkelmühlen-Post“ auf dem Laufenden gehalten. 

Mit der Anleitung zu kleineren Gymnastikübungen, Servicetelefonnummern und Berichten haben Leiterin Martina Geßner und Annette Schröder, Fachkoordinatorin für die Seniorenarbeit, ihre Klientel trotz verschlossener Türen unterhalten und informiert.

In der zehnten und letzten Ausgabe, die jetzt erscheint, gibt es dabei wichtige Nachrichten: Die Winkelsmühle ist ab sofort Familienzentrum. „Wir haben uns erstmals in diesem Frühjahr bei einer Ausschreibung des Landes Hessen beworben, um Familienzentrum zu werden. Wir haben uns sehr gefreut, dass es gleich im ersten Versuch geklappt hat, auch weil die Aufnahme in diesen Kreis mit einer Landesförderung verbunden ist“, sagt Martina Geßner, die das Schild mit dem Landeswappen noch anbringen muss.

Ganz von ungefähr kommt die Öffnung der vom Diakonischen Werk Offenbach-Dreieich-Rodgau betriebenen Begegnungsstätte für alle Generationen nicht: „Schon länger waren wir auf dem Weg, uns für alle Dreieicher zu öffnen und wir haben schon jetzt Angebote, die über die reine Seniorenarbeit hinausgehen“, erläutert Geßner. Das Spektrum soll in Zukunft weiter ausgeweitet werden und die jährliche finanzielle Unterstützung aus Wiesbaden in Höhe von 13 000 Euro dazu genutzt werden.

„Wir wollen eine Anlaufstelle für ganz Dreieich sein und wir liegen strategisch ja ganz hervorragend“, sagt Geßner weiter. Das allein schon nur mit Blick auf Dreieichenhain. In unmittelbarer Umgebung sind die Kita Winkelsmühle, die Ludwig-Erk-Schule, das BIK-Haus und das Johanniter-Haus Dietrichsroth. Das Team um Geßner will sich mit diesen und anderen Institutionen noch enger vernetzen und Kooperationen eingehen. Die Leiterin sieht sich dabei aber nicht unter Druck, das Haus neu zu erfinden: „Wir können Projekte anstoßen, sind aber auch als Ort offen. Ich kann mir gut vorstellen, dass sich Mütter und Kinder hier treffen. Schon jetzt gibt es eine Zusammenarbeit mit dem BIK-Haus, bei der Freiwillige Schüler bei den Hausaufgaben unterstützen. Da ist ganz viel vorstellbar. Wir sind offen für Ideen“, hofft Geßner auch auf Impulse von Ehrenamtlichen. Geplant sind generationsübergreifende Kreativangebote in den Ferien, vielleicht ein gemeinsames Kürbissuppen-Kochen im Herbst. Ein großer Traum des Teams ist ein offener, regelmäßiger Café-Betrieb im schönen Ambiente der Mühle.

Ein Beispiel eines Angebots für alle Altersklassen, das in der Vergangenheit schon angestoßen wurde und sehr gut funktioniert hat, ist die Informationsreihe zum Thema Nachhaltigkeit. Es gab Vorträge unter anderem über Foodsharing, die großes Interesse fanden. Die Kochabende mit geretteten Lebensmitteln sind leider der Pandemie zum Opfer gefallen.

Apropos Corona: Langsam kann sich die Winkelsmühle wieder für den Publikumsverkehr öffnen. Am Montag läuft der Betrieb in kleinen Schritten an. Die notwendigen Vorbereitungen zum Abstandhalten sind schon getroffen. Singen und Kartenspielen und auch die Treffen der Demenzgruppe „Auszeit“ liegen noch auf Eis. „Aber wir beginnen vorsichtig mit Team-Treffen der Ehrenamtlichen von Jugend ohne Schulden. Auch das Meditationsangebot lässt sich gut mit Abstand umsetzen und wir fragen auch gerade bei unserer Gymnastikgruppe nach, ob schon wieder Interesse besteht, mit Distanz gemeinsam auf dem Stuhl zu turnen“, berichtet Geßner.

Alles rund um das Angebot für Demenzerkrankte gestaltet sich derzeit sehr schwierig, weil sich diese sehr persönliche Arbeit mit den Menschen nicht mit ausreichend Abstand realisieren lässt. „Aber wir bieten Telefonberatung für die Angehörigen an und sind im Gespräch mit den Ehrenamtlichen“, erklärt Annette Schröder.

Die Winkelsmühle habe den Vorteil, dass die Kurse nicht auf Semester begrenzt sind und es auch egal ist, wie groß die Gruppen eines bestimmten Angebots sind: „Wenn ein Angebot klein ist, ist es eben klein und wir können ganz auf die Wünsche unserer Kursleiter eingehen“, freut sich Geßner, dass wieder Leben in die Begegnungsstätte einzieht. Auf der Internetseite diakonie-of.de gibt es weitere Informationen zum Programm.

Von Nicole Jost

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