Alles richtig gemacht

Belobigung des Ministerpräsidenten für Lebensretter Sinan Giray und Ingo Feller

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Beherzt zugepackt: Sinan Giray (links) und Ingo Feller (Zweiter von rechts) nahmen die Urkunden von Bürgermeister Martin Burlon (rechts) entgegen. Armin Meis hat dank des schnellen Eingreifens das Kammerflimmern überlebt. Dorit Mader-Dahmen, Assistentin der Geschäftsleitung des Dreieicher Unternehmens, hatte die Ehrung angeregt.

Ingo Feller und Sinan Giray haben in einem lebensbedrohlichen Moment genau richtig reagiert und mit ihrer sofort eingeleiteten Reanimation Armin Meis das Leben gerettet.

Dreieich –  Im Auftrag von Ministerpräsident Volker Bouffier überreicht Bürgermeister Martin Burlon den Lebensrettern gestern eine Belobigungsurkunde und ein Geschenk der Stadt.

Die drei Männer sind beim Dreieicher Unternehmen Caverion Gebäudetechnik und Facility Services beschäftigt. Am 8. Oktober 2018 arbeiten sie auf einer Frankfurter Baustelle. Armin Meis, Projektleiter der Niederlassung in Köln, ist zur Unterstützung angereist und sitzt an diesem Montagmorgen am Rechner in einem der Bürocontainer im ersten Obergeschoss. „Er hat zweimal schwer geatmet und wir haben noch Witze gemacht, ob er sich gleich überarbeitet hat, wo er doch gerade erst aus dem Urlaub gekommen war“, berichtet Sinan Giray, der aus der Nähe von Fulda kommt. Danach sei Meis vornübergekippt und die Atmung habe ausgesetzt.

„Natürlich waren wir kurz geschockt, aber dann haben wir einfach funktioniert“, erzählt Ingo Feller. Der Bauleiter aus Thüringen ist für das Dreieicher Unternehmen deutschlandweit tätig. Gemeinsam legen die Männer den Kollegen mit – wie sich später herausstellt – Kammerflimmern in dem engen Container zwischen zwei Tischen auf den Boden und beginnen mit der Reanimation. Bis zum Eintreffen des Notarztes sorgen Feller und Giray mit Herzdruckmassage und Mund-zu-Mund-Beatmung dafür, dass Meis mit Sauerstoff versorgt wird.

Beide Mitarbeiter erzählen, dass ihnen das Erste-Hilfe-Training, das sie alle zwei Jahre für die Firma absolvieren müssen, sehr geholfen habe. „Natürlich ist das was anders als an der Puppe zu üben, aber wir haben schon Routine und wussten, was zu tun ist“, sagt Sinan Giray. „Das Adrenalin steigt von null auf hundert, alles läuft wie in einem Film ab“, beschreibt Ingo Feller. „Aber es ist ein gutes Gefühl, dass wir helfen konnten – gerade weil alles so gut ausgegangen ist.“

„Ich bin unendlich dankbar. Denn beim Kammerflimmern hat man ganz schnell keinen Sauerstoff mehr. Ich würde hier heute nicht so stehen, wenn die Kollegen nicht sofort reagiert hätten“, bedankt sich Armin Meis, der den kardiologischen Notfall gut überstanden hat und inzwischen wieder für Caverion im Einsatz ist. Martin Burlon bezeichnet Feller und Giray als Vorbilder: „Oftmals zögern Menschen, weil sie Angst haben, das Falsche zu tun. Sie haben Hilfe geleistet und sind so zu Lebensrettern geworden.“

Dorit Mader-Dahmen, Assistentin der Geschäftsleitung im Dreieicher Büro, hatte die Lebensretter beim Land Hessen gemeldet und so die Ehrung initiiert. „Es ist einfach etwas Besonderes, wenn man nicht aus lauter Angst wegläuft, sondern zupackt. Das haben die beiden Kollegen getan.“

VON NICOLE JOST

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