Vom Ankommen und Aufwachsen

„Buch der Ringe“ berichtet vom Stück deutscher Siedlungsgeschichte

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Zu beiden Siedlungen sind in den Anfangsjahren auch Postkarten erschienen. Das „Buch der Ringe“ wird unten (von links) von Peter Holle, Winfried Ossner (Freunde Sprendlingens), Bürgermeister Dieter Zimmer und dem Ersten Stadtrat Martin Burlon präsentiert.  

Dreieich - Bislang waren die Freunde Sprendlingens dafür bekannt, sich mit Geschichte zu beschäftigen, die länger zurückliegt. Von Holger Klemm 

Das hat sich nun mit dem „Buch der Ringe – Geschichte(n) vom Hirschsprung und Breitensee“ geändert, das die Entwicklung zwei Wohnsiedlungen aus den 50er und 60er Jahren ansprechend und lebendig präsentiert. Damit ist ihnen ein großer Wurf gelungen. Zudem passt das Projekt hervorragend zum Jubiläumsjahr der Stadtgründung. Zu verdanken ist das abwechslungsreiche Buch mit gut recherchierten und flott geschriebenen Texten dem Journalisten und Buchautor Peter Holle, der mit der Idee auf die Freunde Sprendlingens zukam. Er scharte ein Team um sich, das zahlreiche Gespräche mit Zeitzeugen führten. Mit ins Boot geholt wurde der Fotoclub Dreieich, der ebenfalls wie die Freunde Sprendlingens auf 40 Jahre zurückblicken kann. Auf beeindruckende Weise wird ein Stück deutscher Siedlungsgeschichte lebendig.

Das „Buch der Ringe“ handelt laut Holle von Migration und Integration, von Abgrenzung und Öffnung, von Heimatvertriebenen, Spätheimkehrern und Fernpendlern. Es geht ums Ankommen, Fortgehen, Aufwachsen, Wiederkommen. Der „Club der roten 5“ und die „Edeka Bande“ tauchen ebenfalls auf wie der „Pfarrer im Ring“. Berichtet wird von früheren Fluchten aus engen, grauen Großstadtquartieren ins Lichte und Grüne der „Neuen Wohnstädte“, aber auch von der Gefahr des Abrutschens in den 90er Jahren, als längst nicht mehr vom „Demonstrativbauvorhaben der Bundesrepublik Deutschland“ die Rede war. Doch Engagierte rund ums „Café Motz“, die Keimzelle des Forums Sprendlingen Nord und die Aufnahme ins Programm „Soziale Stadt“ verhinderten, dass das Viertel kippte. „Der Stadtteil ist mir ans Herz gewachsen“, freut sich Bürgermeister Dieter Zimmer über die positive Entwicklung der vergangenen Jahre.

OP auf der Buchmesse in Frankfurt: Bilder

Peter Holle sieht die Freunde Sprendlingens schon längst nicht mehr in einer Anti-Haltung zur Stadt Dreieich, die noch die Anfangsjahre bestimmte. Schon längst es gemeinsame Aktionen mit anderen Stadtteilen, beispielsweise bei der Restaurierung von Brunnen und Bornen. Mit dem Geschichtsverein Buchschlag sei beispielsweise die sehenswerte Ausstellung zu der Geschichte des Pferdesports in Dreieich entstanden. Holle: „Wir sind in Dreieich angekommen.“

Das Buch, das auf 164 Seiten Texte von elf Autoren und 150 Abbildungen umfasst, wird – wie berichtet – am morgigen Freitag um 20 Uhr im Galerieraum der Stadtbücherei, Fichtestraße 50, vorgestellt. Ab Samstag, 11. März, ist es zum Preis von 20 Euro im örtlichen Buchhandel erhältlich. Das „Buch der Ringe“ kann dann bis Ende März auch während der gleichnamigen Ausstellung des Fotoclubs im Galerieraum gekauft werden. Die Öffnungszeiten sind montags, dienstags, donnerstags von 14 bis 18,, mittwochs von 10 bis 14 sowie freitags von 10 bis 20 Uhr.

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