Mit Geschick und Würfelglück

Darren Horspool hat ein Piratenspiel entwickelt und möchte es auf den Markt bringen

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Bei dem Piratenspiel geht es darum, gegnerische Schiffe zu versenken.

Alles fing mit der Bitte des Sohnes von Darren Horspool an, als dieser sechs, sieben Jahre alt war. „Dad, kannst Du ein Spiel für mich entwerfen?“ Daraus entstand Attacktica rund um Piraten.

Dreieich – Nun will der Dreieicher das Brettspiel auf den Markt bringen und hat dazu aktuell eine Aktion bei Kickstarter auf den Weg gebracht, um genügend Kapital zusammenzubekommen und nach Möglichkeit eine eigene Spielefirma zu gründen.

„Das ist meine große Leidenschaft“, sagt der aus Colchester bei London stammende Engländer, der seit 1992 in Deutschland lebt – nach Stationen in Dreieich, Langen und Neu-Isenburg nun wieder in Dreieich. Er ist verheiratet und hat zwei Söhne.

Die Ursprünge des Piratenspiels liegen mittlerweile 15 Jahre zurück. Immer wieder feilte er an den Regeln und an den Figuren. „Es hat seine Zeit gedauert, Attacktica zu entwickeln und umzusetzen“, berichtet der 51-Jährige. Zudem fiel die Entstehung in eine Zeit, als Brettspiele nicht gerade in Mode waren. „Damals waren Videogames und Online-Spiele der Trend.“ Das hat sich mittlerweile aber geändert.

Beim zweimaligen Besuch der Spielemesse in Essen konnte er die Begeisterung spüren, die Brettspiele heutzutage wieder auslösen. „Das bringt die Menschen zusammen“, ist Horspool sich sicher. Deshalb ist er auf die Plattform Kickstarter gegangen, um das Spiel vielen zugänglich machen zu können. „Ich will alle an dem Spaß beteiligen.“

Mit Würfelglück und strategischem Geschick geht es darum, gegnerische Schiffe auszuschalten. Hinzu kommen zwei Seemonster als zusätzliche Hindernisse, die aber auch Hilfestellung geben können. Die Würfel entscheiden über den Fortgang und die Bewegung. „Ich habe einen Prototyp entwickelt mit sehr schön handwerklich gefertigten Figuren.“ Mit einem Kollegen, der länger zu Besuch war und geholfen hat, feilte Horspool an den Regeln und änderte diese. „Aber das ist wie bei einem Einkauf, meist kommt man zum ersten Laden zurück.“ Und so kam er zu den Ursprüngen – mit einfachen Regeln.

Das Entwickeln von Spielen ist die Leidenschaft von Darren Horspool.

„Anregungen beispielsweise durch Filme und Bücher hatte ich keine“, betont er. Ausgangspunkt für das Piratenspiel war ein Brainstorming. So entstand eine Mischung aus Schach und „Schiffe versenken“.

„Ich fühle mich bei Attacktica wie ein Kapitän auf einem kleinen Schiff, das durch Wellen und Nebel unterwegs ist und andere versenken muss“, erklärt Horspool. Das habe natürlich etwas von Fantasy. Und so ein Spiel könnte in den Zeiten von Corona für eine willkommene Abwechslung sorgen.

„Ich habe es mittlerweile schon mehr als 1 000-mal gespielt.“ Über die Jahre kam viel begeisterte Zustimmung. Denn die beiden Prototypen gehen im Bekanntenkreis von Familie zu Familie, die alle großen Spaß haben. Es habe sogar Interessierte aus Brasilien gegeben, die ebenfalls das Spiel haben wollen.

Attacktica ist eigentlich für zwei Personen gedacht. Wenn man zwei Ausgaben nebeneinander legt, können vier Spieler und somit eine ganze Familie mitmachen. Die Dauer ist etwa 30 Minuten. „Und jeder Ausgang ist anders“, verspricht er.

Sein Sohn, auf den das Piratenspiel zurückgeht, ist mittlerweile 22 Jahre alt. „Es gefällt ihm sehr. Er hat mir bei der Musik fürs Video und beim Videodreh für die Aktion bei Kickstarter geholfen.“ Auch sein anderer Sohn, der 15 Jahre ist, hat großen Spaß bei Attacktica. „Dad, das ist amazing“, hat er gesagt. „Das hat mich richtig stolz gemacht“, so Horspool. Und das hat ihn motiviert, weitere Menschen an der Sache teilhaben zu lassen.

Der ehemalige Manager im Qualitätssicherungsbereich hat ehrgeizige Pläne. „Ich will mein Hobby zum Beruf machen.“ So möchte der 51-Jährige eine eigene Spielfirma aufbauen und Leute einstellen. An Ideen mangelt es ihm nicht. Er hat bereits weitere Kreationen auf Lager – zwei seien ähnlich wie Attacktica und drei dynamische Memoryspiele.

Doch erst einmal hofft Horspool, dass die Aktion bei Kickstarter erfolgreich ist. Dafür hat er speziell hochwertige Ausgaben entwickelt. Das Spielbrett, das aus Eiche gefertigt wurde, stammt aus Polen, die filigran gearbeiteten Figuren aus China.

Bislang ist er mit der Resonanz zufrieden. Aktuell hat er ein Drittel des gewünschten Kapitals zusammen. Und die Aktion läuft noch bis Samstag, 20. Juni. Auf der Homepage von Kickstarter findet sich auch ein kleines Video, in dem Horspool die Grundzüge erklärt.

Weitere Infos gibt es per E-Mail an info@d-boardgames.com.

VON HOLGER KLEMM

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