Bericht

Deutlich weniger Kriminalität

In Dreieich gab es einen Rückgang der Straftaten. Allerdings nicht in allen Bereichen der Kriminalität.
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In Dreieich gab es einen Rückgang der Straftaten. Allerdings nicht in allen Bereichen der Kriminalität.

Einen deutlichen Rückgang der Kriminalität im vergangenen Jahr kann das Polizeipräsidium Südosthessen für seinen Einsatzbereich verzeichnen. Die Stadt Dreieich bildet da keine Ausnahme. In einer Straftatengruppe gab es allerdings eine Steigerung.

  • In Südosthessen gehen die Straftaten zurück
  • Auch Dreieich ist merklich sicherer geworden
  • In einem Bereich gibt es mehr Kriminalität

Dreieich – „Wir hatten noch nie eine so niedrige Zahl an Straftaten“, freut sich Henry Faltin, Pressesprecher der Polizei. „Fast hätten wir gesagt, dass die Bevölkerung sich noch nie so sicher fühlen konnte, doch dann kam Hanau.“ Faltin ist sich aber auch darüber bewusst, dass das Empfinden in Teilen der Bevölkerung ein anderes ist. Das sei nicht zuletzt auf die sozialen Medien zurückzuführen.

In Dreieich gab es im vergangenen Jahr 1575 erfasste Fälle. 2018 waren es noch 1855. Gleichzeitig ist die Einwohnerzahl von 41548 auf 42091 gestiegen. Die Häufigkeitszahl fiel von 4465 auf 3742. Dreieich rangiert damit hinter den Nachbarstädten Langen und Neu-Isenburg, wo diese bei 4050 beziehungsweise 6066 liegt. Aber auch dort gab es einen Rückgang. Um die Städte besser miteinander vergleichen zu können, werden bei der Häufigkeitszahl die registrierten Daten auf je 100 000 Einwohner hochgerechnet. Noch deutlicher fällt der Rückgang im Vergleich zu 2010 aus. Damals gab es 2156 Delikte bei 40336 Einwohnern (Häufigkeitszahl 5345). Die Aufklärungsquote stieg von 49,9 Prozent 2018 auf 52,1 im vergangenen Jahr.

Dreieich: Anstieg bei Körperverletzungen nicht speziscieh

Die Rückgänge machen sich bei fast allen Straftatenobergruppen wie den Diebstählen, Vermögens- und den Drogendelikten bemerkbar. Ein leichtes Plus von 14 auf 17 Fällen gab es bei Straftaten gegenüber der sexuellen Selbstbestimmung. Anders sieht das bei den Rohheitsdelikten aus, die von 205 auf 239 stiegen. Dazu zählen Raub, räuberische Erpressung und Körperverletzung. Beim Raub verzeichnet die Polizei 21 Fälle (2018: 12), darunter auf öffentlichen Plätzen elf statt vier. Bei der Körperverletzung waren es 163 statt 136 (darunter 46 statt 37 schwere Fälle).

Nach Aussagen von Faltin ist dieser Anstieg aber nicht spezifisch für die Stadt. Es gebe keine Gruppen, Serientäter oder Schlägertrupps, die dafür verantwortlich seien. Bei den Körperverletzungen sei es in der Regel so, dass sich die Leute kennen. Oft sei beim Streit unter Bekannten oder in der Familie auch Alkohol im Spiel. Generell sei ein Rückgang bei fast allen Straftaten festzustellen. Bei Körperverletzung sehe das anders aus. Es gebe einen Grundbestand an Gewaltbereitschaft in der Gesellschaft, so Faltin.

Dreieich: Diebstahl meist teurer Autos

Auffällig war in Dreieich immer wieder der Diebstahl von meist teuren Autos. Diese Zahl ist zwar 2019 um zwei auf 18 gestiegen. In den vergangenen Jahren seien aber deutlich mehr Karossen verschwunden. Die Wohnungseinbrüche am Tag blieben mit 32 (2018: 33) nahezu konstant.

Natürlich ist jedes Vorkommnis eins zu viel. Deswegen legt die Polizei großen Wert auf die Prävention, um Straftaten im Vorfeld verhindern zu können. Das sei besser, als nachher einen Täter suchen zu müssen. „Wir fangen mit der Präventionsarbeit schon in der Schule an“, betont Faltin. Spezielle Programm gebe es für alle Altersgruppen. Dazu zählen auch Besuche in Seniorenclubs oder Altenwohnheimen, um vor den Maschen von Trickbetrügern zu warnen. Jede Menge Tipps und Tricks zum Schutz des Eigentums bietet der Polizeiladen in Offenbach, der unter 069 8098-1230 zu erreichen ist.

VON HOLGER KLEMM

Schon im vergangenen Jahr konnte für Dreieich ein Rückgang der Kriminalität verzeichnet werden. In einigen Fällen wurden Diebstähle in Dreieich durch aufmerksame Nachbarn verhindert.

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