Kein kostenloses Parken mehr

Verärgerte Pendler: Kein Verständnis für Parkgebühren-Pläne der Deutschen Bahn

Bislang ist die Nutzung des Park-and-ride-Platzes am Buchschlager Bahnhof kostenlos. Nach Plänen der Bahn soll sich das ändern. Pendler, die ihr Auto auf dem Gelände abstellen, sind verärgert.
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Bislang ist die Nutzung des Park-and-ride-Platzes am Buchschlager Bahnhof kostenlos. Nach Plänen der Bahn soll sich das ändern. Pendler, die ihr Auto auf dem Gelände abstellen, sind verärgert.

Die Deutsche Bahn plant, den Parkplatz am Bahnhof in Dreieich-Buchschlag in kostenpflichtige Stellplätze umzuwandeln und zieht sich damit den Zorn vieler Pendler zu.

Dreieich – Donnerstagmorgen, viertel vor acht auf dem Park-and-ride-Parkplatz am Bahnhof in Buchschlag im Kreis Offenbach. Es ist noch dämmrig, und die rund 100 Parkplätze sind längst nicht alle besetzt. In Vor-Pandemie-Zeiten bestünde jetzt vermutlich kaum eine Chance mehr, einen Stellplatz zu ergattern, auf dem die Pendler ihre Autos tagsüber lassen können, wenn sie mit der Deutschen Bahn zur Arbeit fahren.

Die jüngsten Planungen der Deutschen Bahn (DB), den Parkplatz, den bislang die Stadt Dreieich (Kreis Offenbach) bewirtschaftet hat, in kostenpflichtige Stellplätze umzuwandeln, stoßen bei den Berufstätigen, die an diesem Morgen nicht im Homeoffice bleiben können, auf Verärgerung. Auf dem Weg, am Buchschlager Bahnsteig den Zug nach Frankfurt zu erwischen, sind die Frühaufsteher eher in Eile als in Plauderlaune.

Gebühren-Pläne der DB: Pendler wollen kostenlosen Parkplatz in Dreieich

Aber so manch ein Pendler findet doch deutliche Worte: „Mein Bahnticket kostet 1400 Euro im Jahr. Ich sehe es eigentlich nicht ein, dass die Bahn noch für den Parkplatz kassiert“, sagt eine Frau auf dem Weg ins Büro. Es sei wichtig, dass die Parkplätze kostenlos bleiben.

Die nächste S-Bahn-Nutzerin erklärt, dass sie den Parkplatz an der Buchschlager Alle kurz vor dem Bahnübergang jeden Tag benutze. Auch wenn sie ebenfalls der Meinung ist, dass die Parkplätze kein Geld kosten sollten, würde sie vermutlich in den sauren Apfel beißen und ein Tagesticket der DB ziehen. „Ich arbeite in der Frankfurter Innenstadt. Da gibt es einfach gar keine Parkplätze und ein Parkhaus ist einfach zu teuer“, sagt sie, dass das Auto keine echte Option ist.

Deutsche Bahn: Auto ist für Pendlerin im Kreis Offenbach keine Alternative

Das bestätigt eine andere Pendlerin: Mit dem Auto bis in die Stadt wäre auch für sie keine echte Alternative zur Deutschen Bahn, die sie stressfrei bis in die Innenstadt der Mainmetropole bringt. Kostenpflichtige Parkplätze aber auch nicht: „Ich zahle ja schon das Bahnticket. Für mich ist die Verbindung hier optimal. Ich könnte auch die Dreieichbahn nehmen, ich wohne in Dreieichenhain.“ Da könnte sie es ganz vermeiden, überhaupt ins Auto zu steigen. „Aber die Dreieichbahn hat so oft Verspätung, dass es dann eben doch einfacher ist, schnell von Dreieichenhain mit dem Auto hier nach Buchschlag zu fahren“, erklärt die junge Frau.

Ein Sprendlinger, der eine gute halbe Stunde später zur Bahn unterwegs ist, findet sehr deutliche Worte: „Da habe ich mich so aufgeregt, als ich das gelesen habe. Das sind solche Abzocker. Sie sollen doch froh sein, dass wir ihre Bahn überhaupt benutzen“, kann er die Überlegung auch aus Klimaschutzgründen nicht verstehen. „Das führt doch unweigerlich dazu, dass ein Teil der Leute ganz aufs Auto umsteigt.“ Für ihn, der recht weit im Norden Sprendlingens wohnt, könnte auch der Park-and-ride-Platz in Neu-Isenburg eine Alternative sein. „Ich fahre da ohnehin manchmal hin, aber der ist noch voller. Aber wenn Isenburg kostenlos ist und ich hier in Buchschlag bezahlen muss, fahre ich vielleicht einfach eine Stunde früher und bekomme dann auch dort leichter einen Parkplatz.“ Er hofft aber, dass Bürgermeister Martin Burlon im Gespräch mit der Deutschen Bahn und Politik einen Bezahlautomat noch abwenden kann.

Bürgermeister Burlon will kostenlose Parkplätze in Dreieich behalten

Burlon ist an diesem Morgen auch auf dem Parkplatz. Er sichert den Pendlern zu, alles dafür zu tun, dass die Dreieicher weiter kostenfrei in Buchschlag parken können. Das Dreieicher Anliegen sei schon an Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer in Berlin unterwegs.

Auf Anfrage teilt die Pressestelle der Deutschen Bahn mit, dass es aktuell noch keine Stellungnahme zu dem Sachverhalt geben könne, da Gespräche laufen. Das letzte Wort zum Park-and-ride-Platz scheint also noch nicht gesprochen zu sein. (Nicole Jost)

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