Hollywood am Horizont

Dreieich: Ehemalige Ricarda-Huch-Schülerin Lea Annika Freund macht als Schauspielerin Karriere

Hatte früh ein Faible für die Schauspielerei: Als Lea Annika Freund noch ein Kind war, nahm ihre Oma sie oft mit ins Theater.
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Hatte früh ein Faible für die Schauspielerei: Als Lea Annika Freund noch ein Kind war, nahm ihre Oma sie oft mit ins Theater.

Schon als Kind hat Lea Annika Freund Musicalkurse besucht, später, als Abiturientin bei Thomas Schäfer, Lehrer für Darstellendes Spiel an der Ricarda-Huch-Schule (RHS), einige Jahre im Ensemble gespielt. „Meine Oma hat auch eine überzeugende Erklärung, warum ich Schauspielerin geworden bin: Sie hat mich nämlich als Kind immer mit ins Theater genommen“, erzählt Lea Freund lachend.

Dreieich - Die junge Frau, die gerade so entspannt in Jogginghose in einer coolen Frankfurter Altbauwohnung sitzt, ist in Frankfurt geboren, war Schülerin der Sprendlinger Erich-Kästner-Schule und ist Absolventin des ersten G 8-Jahrgangs an der Ricarda-Huch-Schule im Jahr 2014. Inzwischen lebt sie in Berlin. Nach dem Abi hat sie sich den Lebenstraum Schauspielschule erfüllen dürfen: „Ich weiß es sehr zu schätzen. Ich bin meinen Eltern dankbar, sie haben mich sehr unterstützt. Ich konnte mich richtig in die Schauspielerei reinfallen lassen. Ich habe alles auf diese eine Karte gesetzt und sehr viel gearbeitet“, erzählt Lea Freund. Sie war drei Jahre Schülerin der privaten Schauspielschule von Alexandra Maria Laras Vater in Berlin-Charlottenburg, konnte Erfahrungen bei Workshops in Los Angeles sammeln und hat schon in der Ausbildungsphase einige kleinere Rollen übernehmen können.

Das Schauspielerleben ist bekanntermaßen nicht ganz leicht. Viele junge Leute träumen von der Karriere, die Rollen sind hart umkämpft. „Es ist so unfassbar schwer, in diesem Job Fuß zu fassen“, weiß Freund. Für sie hat es sich gelohnt, alles auf eine Karte zu setzen. „Ich kann es selbst kaum glauben, aber ich kann inzwischen mehr als davon leben und mir meine Rollen aussuchen“, ist die 24-Jährige glücklich.

2019 wurde sie dreifach ausgezeichnet für ihre Darstellung der Anna in „Zwischen uns die Mauer“, eine deutsch-deutsche Liebesgeschichte um ein junges Paar, das ins Visier der Stasi gerät. Der Jugendfilm, der am Tag der deutschen Einheit im vergangenen Jahr in den Kinos Premiere feierte, wird am 3. Oktober um 11 Uhr im ZDF gezeigt.

In diesem Jahr hat Freund schon sechs Filmrollen besetzt, kleine und größere. Und das obwohl Corona auch die Filmbranche schwer ausbremst. So spielt sie zum Beispiel in einem Usedom-Krimi mit Katrin Sass. „Bei dem Casting dachte ich, das klappt nie. Ich hatte die Rollenbeschreibung gelesen. Sie suchten ein cooles Mädchen, eine Anführerin. Bisher wurde ich eher so für die Niedliche besetzt“, erinnert sich Freund. Dann wurde sie doch ausgewählt: „Das Größte war dann, als der Produzent zu mir sagte, ich sei eine Bereicherung für den Film. Der hatte wohl auch zuerst Bedenken“, erzählt die junge Schauspielerin und schmunzelt.

Nach ihren Vorbildern befragt, überlegt Lea Freund lange. „Ich habe kein richtiges Vorbild. Vielleicht Helena Bonham Carter, weil sie so tolle Rollen spielen darf. Denn das ist immer noch ein Problem: Frauen bekommen nie die Hauptrolle in Filmen wie Joker“, betont sie, dass sie Rollen spielen will, in Filmen, die ihr wichtig sind. Die ihr auch thematisch etwas bedeuten. „Denn das weiß ich inzwischen: Es gibt mir so viel mehr, mit guten Regisseuren zu arbeiten, ich will in so vielen Herzensprojekten mitarbeiten wie möglich.“

Ein großes Abenteuer steht unmittelbar bevor: Lea Freund spielt eine kleine Rolle in der Hollywood-Produktion „Uncharted“, einer Videospielverfilmung mit Superstar Mark Wahlberg. „Ich habe nur zwei Drehtage, aber das wird sicher aufregend, ich freue mich schon.“

Die Arbeit am Set ist übrigens anstrengend und nicht unbedingt so glamourös, wie Außenstehende sich das vielleicht vorstellen. Die Arbeitszeit von Schauspielern ist auf elf Stunden festgesetzt, manchmal werden es auch 15, 16 Stunden. Das bedeutet hochkonzentriertes Arbeiten. Oft muss Freund in ihren Rollen weinen. „Ich habe ein gutes Gefühlsgedächtnis, ich kann mich einfühlen, diesen Moment dann potenzieren und dann kommen die Tränen von selbst. Aber wenn‘s schnell gehen muss, hilft auch schon mal ein Eukalyptustropfen, dann tränen die Augen von ganz allein“, verrät Freund ein kleines Filmgeheimnis.

Nach „Zwischen uns die Mauer“ wird am Donnerstag, 29. Oktober, um 20.15 Uhr der Usedom-Krimi in der ARD ausgestrahlt. Und auch eine Soko-Wismar-Folge mit Lea Freund ist bereits abgedreht. Wer den Werdegang der Schauspielerin verfolgen möchte, kann das auf Instagram tun. Dort können die Follower dann auch ein zweites Talent der jungen Frau entdecken: Lea Freund singend am Klavier. (Von Nicole Jost)

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