Gewölbekeller entdeckt

Eine wahre Fundgrube

Überraschung: Auf dem Gelände der Neuen Mitte in Dreieich entdeckten Bauarbeiter einen Gewölbekeller aus dem 16. Jahrhundert. Inzwischen ist er abgerissen worden.
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Überraschung: Auf dem Gelände der Neuen Mitte in Dreieich entdeckten Bauarbeiter einen Gewölbekeller aus dem 16. Jahrhundert. Inzwischen ist er abgerissen worden.

Das Bauprojekt Neue Mitte in der Sprendlinger Innenstadt entpuppt sich als wahre Fundgrube. Erneut ist ein altes Gebäude freigelegt worden.

Dreieich - Nachdem beim Abriss der alten Gebäude zur Vorbereitung der Tiefbauarbeiten ein überbauter Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt worden war, sind Arbeiter auf einen weiteren Fund gestoßen: einen Gewölbekeller aus dem 16. Jahrhundert. Er wurde inzwischen freigelegt, dokumentiert und am Montag abgerissen.

Überraschung: Die Verantwortlichen der Schoofs Immobilien GmbH, die als Investor und Entwicklungsgesellschaft hinter dem Projekt steht, hielten erst einmal die Luft an. Damit hatten sie nicht gerechnet. Der Fundort des Gewölbekellers liegt nahe an der Hauptstraße, gegenüber dem Alten Rathaus. Er befindet sich unmittelbar neben dem Bunker, der vor wenigen Wochen entdeckt worden war. Nach Angaben von Schoofs-Geschäftsführer Mohamed Younis hat eine archäologische Grabungsfirma unter Fachaufsicht des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen den Keller untersucht. 

Bauprojekt Neue Mitte in Dreieich: Gewölbekeller aus 16. Jahrhundert entdeckt 

Dabei stellte sich heraus, dass das Gewölbe bis in die 1940er-Jahre genutzt wurde und es eines von vielen ähnlichen im Stadtgebiet ist. In dem Keller wurde nichts gefunden. „Aus Sicht der Denkmalpflege stand einem Abriss daher nichts im Wege“, sagt Younis, dem eine Last von den Schultern fiel. „Wenn wir diesen Keller nicht hätten abreißen können, hätte dies in der Tat ein Problem für unsere Planungen dargestellt. Durch den Abriss ist es zu keinem Terminverzug gekommen, wir liegen weiterhin im Zeitplan.“

Was den Bunker betrifft, hat sich der Investor entschieden, das tonnenschwere 17,6 mal sechs Meter große Relikt aus dem Zweiten Weltkrieg als historisches Denkmal zu erhalten und in die Planung zu integrieren. Younis: „Wir würden gerne Führungen für die Bevölkerung anbieten, konkrete Termine gibt es dafür aber noch nicht.“ Manchmal geht es mit Relikten aus dem Zweiten Weltkrieg auch ganz unerwartet weiter. So erfüllt ein alter Weltkriegsbunker in einem Garten in Rodgau im Vergleich zu dem Denkmal in Dreieich heute ganz banale Zwecke. Die Besitzer funktionierten das Relikt zu einem Getränkelager um. 

Die Fertigstellung der Neuen Mitte ist für 2021 vorgesehen. Auf dem 7 000 Quadratmeter großen Gelände entstehen 54 Mietwohnungen, Einzelhandelsflächen, Büros und Arztpraxen. Als Ankermieter und Nahversorger zieht Peter Kossytorz mit seinem Bio-Markt ein. Zudem mieten sich die Sparkasse Langen-Seligenstadt und die Drogerie Rossmann in dem Gebäudekomplex ein.  fm

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