Für jeden Einsatz gerüstet

Feuerwehr-Serie: Über das Stadtgebiet sind verschiedene Spezialfahrzeuge verteilt

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Der in Sprendlingen stationierte Rüstwagen verfügt über schweres technisches Gerät, das bei Unfällen mit Lkw benötigt wird. Die Einsatzmöglichkeiten zeigt der hauptberufliche Feuerwehrmann Carsten Münch.

Die Dreieicher Feuerwehr verfügt über mehrere Spezialfahrzeuge, die zum Einsatz kommen, wenn die Standardfahrzeuge an ihre Grenzen stoßen. Verteilt auf das Stadtgebiet stehen sie für die unterschiedlichsten Einsatzbereiche bereit und ergänzen sich gegenseitig.

Dreieich – Jede Stadtteilwehr hat ihre Schwerpunkte, die bei der Stationierung beachtet werden müssen. „Da der Einsatzort der hauptberuflichen Kräfte in der Feuerwache an der Hainer Chaussee ist, ist auch ein Großteil der Sonderfahrzeuge dort untergebracht. Werktags können diese in kürzester Zeit in alle Stadtteile ausrücken, sodass Spezialgerät umgehend zur Verfügung steht“, erklärt Stadtbrandinspektor Markus Tillmann.

In Sprendlingen gibt es neben den klassischen Löschfahrzeugen eine Drehleiter mit Korb, ein Großtanklöschfahrzeug sowie einen Rüstwagen-Kran. Diese drei Fahrzeuge werden werktags durch die hauptberuflichen Kräfte besetzt. Die Drehleiter dient primär der Menschenrettung bei Bränden, aber auch zur Patientenrettung aus Wohnungen, bei denen das Treppenhaus zu eng ist. Das sind rund 20 Einsätze pro Jahr. Daneben wird die Drehleiter zur Brandbekämpfung beispielsweise bei einem Dachstuhlbrand eingesetzt. Das Großtanklöschfahrzeug dient dem Transport von großen Mengen an Wasser (4 500 Liter). Haupteinsatzgebiet sind Wald- und Flächenbrände sowie Einsatzstellen, die nicht ohne weiteres mit Löschwasser versorgt werden können. Dazu zählen beispielsweise Fahrzeugbrände auf Landstraßen oder Autobahnen, da dort keine Hydranten vorhanden sind. Mitgeführt wird auch eine große Menge an Schaummitteln (200 Liter) – für entzündetes Öl oder Benzin sowie Autobrände.

Der im vergangenen Jahr neu angeschaffte Rüstwagen verfügt über schweres technisches Gerät. Dazu zählen große hydraulische Rettungsgeräte für schwere Unfälle mit Lastern. Auch nicht alltägliche Gerätschaften werden so an die Einsatzstelle gebracht. Auch dieses Fahrzeug rückt bei vorgegebenen Alarmstichworten automatisch mit aus. Wegen der interkommunalen Zusammenarbeit ist es mit einem Ladekran versehen, der den Städten auf der früheren B3-Schiene (von Egelsbach bis Neu-Isenburg) zur Unterstützung dient. Die drei anderen Kommunen der B3-Schiene haben im Gegenzug anderes Spezialgerät. Dadurch verteilen sich die Kosten.

Weiterhin gibt es in Sprendlingen den Leitwagen, der zu größeren Einsätzen im gesamten Stadtgebiet ausrückt und dem Einsatzleiter als „Kommandozentrale“ dient, wo alle Fäden zusammenlaufen. So kann sich dieser mit weiteren Infos versorgen und den Einsatz effektiv koordinieren.

In Götzenhain findet sich ein Schlauchwagen mit 2 000 Meter B-Schlauch. Das Fahrzeug, das auch mit einer tragbaren Pumpe ausgestattet ist, wird durch den Bund gefördert und kann daher in ganz Deutschland herangezogen werden – wie zuletzt bei einem Waldbrand in Münster.

In Dreieichenhain ist ein kleineres Boot stationiert, welches auf den Seen auch im Kreisgebiet zum Einsatz kommt. Das Boot ist sehr wendig und kann daher auch auf kleineren Gewässern wie dem Burgweiher seinen Dienst tun.

Wegen der Häufung von Unfällen auf der B486 wird in Offenthal wichtiges Spezialgerät auf dem Hilfeleistungslöschfahrzeug vorgehalten. Unterstützend zu Unfällen kommt immer der Rüstwagen aus Sprendlingen zum Einsatz. Weiterhin ist ein Löschfahrzeug des Katastrophenschutzes des Landes stationiert, das in ganz Hessen eingesetzt werden kann.

In Offenthal ist auch ein Einsatzleitwagen des Kreises untergestellt. Dieser rückt zu Großeinsätzen im gesamten Kreisgebiet aus und dient den jeweils örtlichen Einsatzleitern als Unterstützung. Von dort aus werden Sonderaufgaben wie die Betreuung von Medienvertretern übernommen.

In Buchschlag ist wegen der langen Schließzeiten des Bahnübergangs und der Notwendigkeit, die Unterführung an der Kläranlage zu nutzen, ein Löschfahrzeug mit geringer Fahrzeughöhe stationiert. Nur damit ist es möglich, durch die Unterführung auf die westliche Seite der Bahnlinie zu gelangen. Alle anderen Großfahrzeuge der Feuerwehr müssen die Bahnlinie überqueren und gegebenenfalls vor verschlossenen Schranken warten. Deshalb wird bei größeren Einsätzen westlich der Bahnlinie die Feuerwehr Zeppelinheim mit alarmiert.

Neben allen Spezialfahrzeugen sind weitere Löschfahrzeuge und beispielsweise Mannschaftstransportfahrzeuge in den Stadtteilen stationiert. „Der Bestand ist auf einem aktuellen technischen Stand. Technische Neuerungen werden zeitnah umgesetzt, sodass die Gerätschaften dem modernen Stand entsprechen“, versichert der Stadtbrandinspektor.

Die Investitionen der Stadt seien nicht unerheblich, jedoch seien alle Investitionen in Fahrzeuge und Geräte gleichzeitig eine Investition in die Sicherheit der eigenen Kräfte und die schnelle Rettung von Menschenleben. „Nur mit modernem Gerät sind unsere ehrenamtlichen Helfer im Einsatz bestmöglich geschützt“, erklärt Tillmann „Darauf legen die Verantwortlichen größten Wert, denn wir wollen, dass alle unbeschadet aus den doch oft gefährlichen Einsätzen nach Hause kommen.“  

hok

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