Pläne für 2021

Freilufttheater auf dem Lindenplatz in Dreieich muss abgesagt werden

Zuversichtlich ist Karl Hofmann (links), mit seinem Pianisten Klaus Reitz Ende August eine weitere literarische Matinee im Götzenhainer Maislabyrinth zu präsentieren.

Es wäre so schön gewesen: An einem Wochenende im September hätte sich der Lindenplatz mit seinem wunderbaren Ambiente erneut in ein Open-Air-Theater verwandelt.

Dreieich - Regisseur Karl Hofmann wollte das Stück nach dem großem Erfolg im Jahr des Stadtjubiläums 2017, als alle drei Aufführungen ausverkauft waren, erneut präsentieren. Doch angesichts der Corona-Pandemie musste das Vorhaben abgesagt werden. Denn mit den Proben für die personalintensive Produktion hätte schon jetzt begonnen werden müssen. Und davon kann angesichts der aktuellen Situation keine Rede sein. Ein neuer Anlauf soll im kommenden Jahr unternommen werden. .

„Wir hatten vor den Einschränkungen nur eine Probe mit wenigen Aktiven“, erzählt Hofmann. Dabei hatte es gut ausgesehen. Nach einem Aufruf in unserer Zeitung meldeten sich genügend Interessierte, um loslegen zu können und den amüsanten Streit zwischen Sprendlingern und Hainern erneut auf die Bühne zu bringen. „Es fehlten mir nur noch Darsteller für zwei Rollen, eine hätte ich übernehmen, die andere streichen können“, sagt er. Doch angesichts des Stillstands wäre die Probenzeit zu kurz gewesen, zumal niemand absehen kann, wann es wieder losgeht.

Doch Hofmann will an dem Vorhaben „Theater auf dem Lindenplatz“ weiter festhalten. Wenn es wieder möglich ist, will er sich mit dem Team zusammensetzen, um mit den Planungen für 2021 zu beginnen. Als Termine hat er mit dem Bürgerhaus schon mal die Zeit vom 17. bis 19. September, also genau ein Jahr später als geplant, ins Auge gefasst. „Ich habe dann mehr Zeit zur Vorbereitung.“ Deshalb denkt Hofmann daran, ein anderes Stück von Hans Obermann, dem ehemaligen Leiter der Dreieicher Studiobühne, aufzuführen. Im Blick hat er „Wie die Stroh-Anna die Preußen besiegte“. „Das ist auch ein sehr schönes Stück“, so Hofmann. Erzählt wird die Geschichte einer resoluten jungen Frau, die verhindern will, dass Soldaten Burschen aus Sprendlingen für den Militärdienst rekrutieren. Die Preußen werden kurzerhand betrunken gemacht.

Zuversichtlich ist Karl Hofmann (links), mit seinem Pianisten Klaus Reitz Ende August eine weitere literarische Matinee im Götzenhainer Maislabyrinth zu präsentieren.

Aber auch andere Aktivitäten von Hofmann sind von der Corona-Pandemie betroffen. So mussten drei Aufführungen der aktuellen Produktion der Studiobühne abgesagt werden. Hofmann hofft auf Ersatztermine für die Komödie „Kiki Kichererbse wird Königin“ von Christine Stenger. Ansonsten gebe es auch finanzielle Probleme für das Amateurtheater.

Noch guter Dinge ist er für die nächste Produktion „Hexenlied“ von Angelika Barttram. „Das ist ein sehr schönes und mystisches Theaterstück“, verspricht Hofmann. Dabei geht es um einen Wind, der sein Herz nicht wiederfinden kann. Nur ein Mensch kann dabei helfen –verbunden mit einigen Abenteuern. Da würde es genügen, erst im Juni mit den Proben zu beginnen. Premiere wäre dann traditionell im Dezember in der Bürgerhalle Eppertshausen. Fünf Aufführungen seien schon im Kasten, zwei weitere könnten hinzukommen.

Auch von der Besetzung her gebe es keine Probleme, da nur vier Akteure benötigt werden. Dazu zählt auch Hofmann selbst. Er hofft aber noch jemand zu finden, der seine Rolle übernimmt. Denn diese sei sehr umfangreich. „Es ist immer schwer, wenn du als Regisseur eine große Rolle übernehmen musst.“

Auch seine Leseaktivitäten unter anderem im Haus Falltorweg musste Hofmann vorerst auf Null herunterfahren. Zu den weiteren Plänen zählt auch wieder eine Matinee im Dreieicher Maislabyrinth im Höchsten in Götzenhain. Für den August plant er ein „Best of“ seiner bisherigen Programme – zusammen mit seinem Pianisten Klaus Reitz. Und bis dahin sollten Veranstaltungen ja hoffentlich wieder möglich sein.

VON HOLGER KLEMM

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