Mit kleiner Tonne Geld sparen

DLB führt 40-Liter-Behälter für Ein- bis Zwei-Personen-Haushalte ein

Die Müllabfuhr wird im nächsten Jahr teurer. Die Gebühren steigen um 8,5 Prozent. (Symbolbild)
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Die Müllabfuhr wird im nächsten Jahr teurer. Die Gebühren steigen um 8,5 Prozent. (Symbolbild)

Die Müllabfuhr wird im nächsten Jahr teurer. Die Gebühren steigen um 8,5 Prozent. Allerdings gibt es auch eine Neuerung, mit der Ein- bis Zwei-Personen-Haushalte besser fahren können. Der städtische Dienstleistungsbetrieb (DLB) führt eine 40-Liter-Tonne ein.

Dreieich –  Bei 14-tägiger Leerung sind dafür monatlich acht Euro zu zahlen. Zum Vergleich: Die 60-Liter-Tonne kostet ab Januar zwölf Euro (bislang 11,07).

„Mit den 40-Liter-Behältern können wir der steigenden Zahl kleiner Haushalte mit einer oder zwei Personen besser entsprechen. Dort fällt meist weniger Restmüll an und dadurch können auch die Entsorgungskosten für kleinere Haushalte ab 2020 reduziert werden. In diesen Fällen zahlen die Betroffenen dann rund ein Drittel weniger Gebühren im Jahr“, führt Bürgermeister Martin Burlon aus. Von der Neuerung könnten gerade auch alleinstehende Senioren profitieren.

Die Menge an Restmüll ist über die Jahre in Dreieich gesunken. Das liegt vor allem an der Einführung der Biotonne. Fielen 2014 noch 248 Kilogramm Hausmüll pro Einwohner an, waren es 2018 nur 182. Das ist eine Reduzierung um rund 27 Prozent. Rechnet man Hausmüll und Bioabfall zusammen, sind’s nur zwei Prozent oder 179 Tonnen weniger im Jahr.

Nicht länger kostenlos ist ein Service, der das Budget von Eltern mit Babys all die Jahre entlastet hat. Für die Entsorgung der Windelsäcke sind künftig je Sack zwei Euro fällig. „Diese Regelung sorgt für Gebührentransparenz, denn bislang wurden die Aufwendungen für die Entsorgung der Windelsäcke aus den allgemeinen Steuermitteln getragen, da ein Einrechnen in die Abfallgebühr rechtlich nicht zulässig ist“, sagt Frank Ullrich, Leiter Abfallwirtschaft beim DLB.

Grundlegende Veränderungen wird es auf dem Wertstoffhof in der Rostädter Straße geben. So können dort künftig keine gewerblichen Abfälle mehr angeliefert werden. In überschaubaren Mengen und getrennt nach Müllfraktionen können Privatpersonen weiter Bauschutt abliefern, aber Firmen nicht mehr. Das werde auch in anderen Kommunen des Kreises so gehandhabt. „Die Regelung bei der Annahme in Sprendlingen ist bislang sehr großzügig. Für Baustellen-Mischabfälle gibt es gewerbliche Entsorgungsmöglichkeiten“, sagt Ullrich. Durch die großen Mengen sei es momentan gang und gäbe, dass samstags bei Hochbetrieb Container getauscht werden müssten. Das soll vermieden werden, weil es nicht ungefährlich ist.

Ebenfalls neu: Wer Reifen entsorgen will, zahlt pro Stück vier Euro. Bislang ist auch das zum Nulltarif möglich – im Gegensatz zu anderen Städten wie Langen. Dort werden schon längst vier Euro pro Pneu fällig. Dreieich zieht nun nach, um die Anlieferung durch Gewerbetreibende zu unterbinden.

Auch fürs Bringen sperriger Abfälle sieht die modifizierte Abfallsatzung neue Regeln vor. Haushaltsübliche Mengen bis zu einem halben Kubikmeter bleiben zwar kostenfrei, aber für darüber hinaus gehende Fuhren werden pro Kubikmeter fünf Euro erhoben. Auch diese Umstellung zielt insbesondere auf Gewerbetreibende ab.

Die neuen Gebühren sind für den Zeitraum von 2020 bis 2022 kalkuliert und müssen von der Politik noch verabschiedet werden. Dass es gegenüber der zu Ende gehenden Periode von 2017 bis 2019 teurer wird, hat verschiedene Gründe. So führt der Magistrat die Tarifabschlüsse 2018 und 2019 mit 3,19 und 3,09 Prozent an, die in der bisherigen Kalkulation nur mit 2,5 Prozent eingepreist worden waren. Zudem trägt die Entwicklung bei den Entsorgungskosten zur Erhöhung bei. So muss für Holz deutlich mehr gezahlt werden. Auch für das Einsammeln der Weihnachtsbäume, des Laubs und die Beseitigung wilder Müllkippen sind die Kosten erheblich gestiegen. Dagegen sind die Erlöse für den Verkauf von Altpapier gesunken.

VON FRANK MAHN

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