Bürgermeister rätselt

Gartenbesitzer verunsichert: Schreiben gibt Rätsel auf

Grundstücksbesitzer in den Baierhansenwiesen in Dreieich wurden von einer Grundbesitz- und Investment GmbH angeschrieben. Das sorgt für Verunsicherung
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Grundstücksbesitzer in den Baierhansenwiesen in Dreieich wurden von einer Grundbesitz- und Investment GmbH angeschrieben. Das sorgt für Verunsicherung.

Ein Schreiben verunsichert mehrere Bürger in Dreieich. Selbst der Bürgermeister rätselt, was es damit auf sich hat.

Dreieich - Auch der Dreieich Bürgermeister Martin Burlon ist schon mehrfach darauf angesprochen worden. „Ich kann verstehen, dass bei den Eigentümern eine gewisse Unruhe entstanden ist.“ Das Schreiben, das in den vergangenen Tagen eine Reihe von Dreieichern erreichte, gebe auch ihm Rätsel auf, räumt er ein.

Angeschrieben wurden Leute, die im Bereich Seegewann und Baierhansenwiesen Grundstücke besitzen. Verfasser ist eine Grundbesitz- und Investment GmbH mit Sitz in Neu-Isenburg. Dank einer „hohen Bonität könne eine rasche und unkomplizierte Verkaufsabwicklung garantiert“ werden, heißt es unter anderem.

Rätselhaftes Schreiben in Dreieich: Empfänger sind verunsichert

Mehrere Empfänger haben sich an die Redaktion gewandt, weil sie nicht wissen, was sie von diesem Angebot halten sollen und verunsichert sind. Im Seegewann und in den Baierhansenwiesen gibt es fast ausschließlich Gärten und Äcker. Wenn die jemand kaufen möchte, löst das zwangsläufig Spekulationen aus. Nicht wenige fragen sich jetzt, ob aus den günstigen landwirtschaftlichen Flächen eines Tages vielleicht teures Bauland wird.

Der größte Teil sei Landschaftsschutzgebiet, so Martin Burlon. Der Regionale Flächennutzungsplan sehe keine Wohnbauflächen vor. Flächen mit Schutzstatus könnten nicht so ohne Weiteres entwickelt werden. „Da gibt es sehr hohe Hürden“, sagt der Bürgermeister. Und auf Ackerflächen im Außenbereich seien nur sogenannte privilegierte Vorhaben wie Bauernhöfe oder Reiterhöfe möglich.

Was steckt hinter dem Schreiben in Dreieich? Verantwortliche äußern sich

Aus Sicht der Neu-Isenburger Investment Gesellschaft ist das Vorgehen nicht ungewöhnlich. Man habe keine Spekulationen anheizen wollen, heißt es auf Anfrage. Die Flächen lägen ja in einem Wasserschutzgebiet. Ziel sei es, den „privaten Bestand der familiären Vermögensverwaltung um Acker- und Gartenflächen zu erweitern, um diese dann bestmöglich zu verpachten“, erklärt ein Mitarbeiter. Die Namen der Angeschriebenen habe man in Gesprächen mit anderen Eigentümern recherchiert. (Von Frank Mahn)

Auch ein anderer Fall aus Dreieich erregt Aufmerksamkeit. Eine Einwohnerin musste in ihrem Kleingarten auf Anordnung der Unteren Naturschutzbehörde gesunde Bäume fällen lassen.

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