Dreieich

Gefährliche Ecke: „Weg mit der Kreuzung – her mit dem Kreisverkehr!“

Unübersichtlicher Kreuzungsbereich: Die Anwohner wünschen sich einen Kreisverkehr.
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Unübersichtlicher Kreuzungsbereich: Die Anwohner wünschen sich einen Kreisverkehr.

Anwohner einer Kreuzung in Dreieich fürchten um die Sicherheit ihrer Kinder, denn Raser können an der Stelle Unfälle verursachen. Sie wollen einen Kreisel.

Dreieich – Der weiße Porsche, der vom Dreieichenhainer Bahnhof auf der Koberstädter Straße Richtung Ortsausgang unterwegs ist, nimmt auf Höhe der Kreuzung mit der Hainer Trift Fahrt auf. „Ja, das ist das Bild, das wir hier jeden Tag erleben“, sagt Vera Krenz genervt. Seit einem Jahr lebt sie nur wenige Meter von der Kreuzung entfernt. Ihre kleine Tochter ist ständig zu Fuß unterwegs und die Mutter macht sich Sorgen um die Sicherheit ihres Kindes.

„Der Unfall am ersten September, bei dem ein Auto eine Fahrradfahrerin erwischt hat und ich die Geräusche live miterlebt habe, war der Punkt, an dem ich gesagt habe: Jetzt muss etwas passieren“, erzählt Krenz. Sie entwirft ein Flugblatt, in dem sie fordert: „Weg mit der Kreuzung – her mit dem Kreisverkehr!“ Unterstützung erfährt sie von Ilka und Frank Moser, die schon seit 2014 in schriftlichem Kontakt mit Ex-Bürgermeister Dieter Zimmer und jetzt auch mit dessen Nachfolger Martin Burlon stehen. „Es geht uns um die Reduktion der Geschwindigkeit auf Tempo 30, Querungshilfen und die Einrichtung eines Kreisverkehrs“, sagt Frank Moser. Es gebe jeden Tag brenzlige Situationen und auch öfter Blechschäden, die vielleicht nicht in der Unfallstatistik auftauchten. Die besagt nämlich, dass die Kreuzung keinen Unfallschwerpunkt in der Stadt darstelle.

600 Flugblätter hat Vera Krenz inzwischen in der Nachbarschaft verteilt. Sie fragt provokativ: „Wie viele schwere Unfälle müssen noch passieren, damit die Kreuzungssituation abgeschafft und den Rasern Einhalt geboten wird? Muss erst ein Kind tödlich verunglücken, dass der Bürgermeister reagiert?“ In dem Flugblatt steckt die Aufforderung zur Teilnahme an einer Demonstration am morgigen Dienstag um 17 Uhr, die auf die gefährliche Situation am Knotenpunkt Koberstädter Straße/An der Trift/Waldstraße aufmerksam machen soll. „Wir haben schon 86 Zusagen und natürlich ist das Ordnungsamt informiert“, ist Krenz begeistert, dass ihre Initiative mit so viel Unterstützung belohnt wird. „Ich steche wohl in ein Wespennest.“

Offene Türen rennen die engagierten Dreieichenhainer Bürger bei der SPD ein. Fraktionschef Holger Dechert ist mit Kollegen am Samstagnachmittag zu Besuch bei Vera Krenz und einigen Nachbarn, um sich die Situation noch einmal anzuschauen. Schon 2009 habe es einen Antrag gegeben, in dem die SPD den Umbau in einen Kreisel vorschlug. „Vor zwei Jahren haben wir erneut einen Prüfungsantrag für einen Kreisel gestellt“, erläutert Dechert. Im Januar dieses Jahres präsentierte die Verwaltung im Bauausschuss die Ergebnisse: Mit mehr als 500 000 Euro seien die Kosten für einen Umbau natürlich hoch. „CDU und Grüne äußerten sich skeptisch. Es gebe hier kaum Schulkinder und nur wenig Verkehr. Die Kosten für das Projekt seien zu hoch“, erinnert sich Fraktionsmitglied Alexander Jakobi. Die SPD habe – mangels Erfolgsaussichten – auf einen weitergehenden Antrag verzichtet.

Das Engagement der Anwohner verändere aber die Situation: „Danke für die Initiative – wenn wir Unterstützung aus der Bürgerschaft haben, dann kommt sicher wieder Bewegung in die Diskussion“, hofft Fraktionsmitglied Michael Löhr. Die Sozialdemokraten versprechen, die Forderung der Anwohner zu unterstützen und auch zur Demonstration am Dienstag zu kommen. (Von Nicole Jost)

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