Gleichstellungsbeauftragte

Gemeinsam für Frauen aktiv: Zwei Gleichstellungsbeauftragte für Dreieich

Die neue Frauenbeauftragte Sandra Kronz (rechts) wurde gestern vorgestellt. Mit Karin Siegmann betreut sie übergangsweise gemeinsam das Aufgabengebiet. 
+
Die neue Frauenbeauftragte Sandra Kronz (rechts) wurde gestern vorgestellt. Mit Karin Siegmann betreut sie übergangsweise gemeinsam das Aufgabengebiet. 

Überaus positiv sind die ersten Eindrücke der neuen Frauenbeauftragten Sandra Kronz von ihrer jetzigen Wirkungsstätte. Seit 1. Januar teilt sie sich die Planstelle mit Karin Siegmann, die seit Kurzem in Altersteilzeit ist.

Dreieich - Über die Verstärkung des Teams freut sich Bürgermeister Martin Burlon. „Die Funktionen der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten sowie des Frauenbüros sind wichtig, denn noch immer haben wir in unserer Gesellschaft daran zu arbeiten, dass Frauen nicht benachteiligt werden.“ Die gemeinsame Wahrnehmung der Aufgabe mit der langjährigen Frauenbeauftragten Siegmann sei ein guter Weg, um sich in die neue Funktion einzuarbeiten und einen nahtlosen Übergang sicherzustellen. Siegmann wird ihre Altersteilzeit für fünf Jahre als Halbtagsstelle wahrnehmen.

Sandra Kronz kann auf umfangreiche Erfahrungen zurückblicken. Die 42-Jährige, die in Seligenstadt wohnt, verheiratet ist und zwei Jungs im Alter von zehn und 13 Jahren hat, war unter anderem beim Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft in Frankfurt tätig. Dort hat sie Kurse für arbeitssuchende Frauen mit Migrationshintergrund umgesetzt. Neben der Heranführung an das Bildungs- und Rechtssystem, dem Sprachunterricht, der beruflichen Orientierung und dem Bewerbungstraining war der Ausbau von Schlüsselkompetenzen der Teilnehmerinnen Schwerpunkt. Zuletzt war Kronz bei der Finanzagentur der Bundesrepublik in Frankfurt in der Personal- und Organisationsentwicklung tätig. Privat setzt sie sich für alleinerziehende Mütter mit Migrationshintergrund in ihrer Nachbarschaft ein und berät diese in verschiedenen Lebensbereichen. Hinzu kommt das Engagement als Mentorin für Migrantinnen im Rahmen eines Offenbacher Projekts.

„Ich habe mich schon immer gegen die Ungleichbehandlung eingesetzt. Zudem zieht sich das Feld der Beratung wie ein roter Faden durch mein bisheriges Berufsleben, in all meinen beruflichen Positionen war sie wichtiger Bestandteil“, betont die neue Frauenbeauftragte, die in Kürze eine Weiterbildung zur systemischen Beraterin beenden wird. Besonders freut sie sich darüber, dass ihre Stelle interne und externe Aufgaben beinhalte. Innerhalb der Stadtverwaltung gehe es als Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte um die Umsetzung der Chancengleichheit von Frauen und Männern, die Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Frauen und Männer sowie die Beseitigung bestehender Unterrepräsentanz von Frauen im Öffentlichen Dienst. „Da kann ich mein personalwirtschaftliches Know-how mit meiner Beratungskompetenz gut verbinden“, betont Kronz.

Hinzu komme in der externen Funktion das Frauenbüro mit Einzelberatungen für Frauen und Mädchen in schwierigen Lebenslagen oder bei häuslicher Gewalt. Für konkrete Hilfestellungen gebe es gute Verbindungen zum Frauenhaus und zu Beratungseinrichtungen.

Karin Siegmann, seit 29 Jahren im Rathaus als Frauenbeauftragte tätig, spricht von einem guten Modell. Es sei nicht nur ein sanfter Ausstieg für die 61-Jährige, sondern biete auch die Möglichkeit, ihr umfangreiches Wissen und ihren Erfahrungsschatz an die Nachfolgerin weiterzugeben. „Es ist eine Win-win-Situation.“ Zugleich habe Siegmann nun mehr Zeit für ihr ehrenamtliches Engagement als zweite Vorsitzende im Verein Nala, der sich den Kampf gegen die Genitalverstümmelung auf die Fahnen geschrieben hat.

Auf die Frauenbeauftragten warten immer wieder neue Herausforderungen – wie beispielsweise die Digitalisierung, die sich in allen Bereichen bemerkbar mache. Ein weiteres wichtiges Thema sei bedauerlicherweise weiterhin die häusliche Gewalt. „Ich hatte zwischenzeitlich mal die Hoffnung auf einen Rückgang. Doch da habe ich mich getäuscht“, sagt Siegmann mit Verweis auf die aktuellen Zahlen, wonach es 2019 381 Fälle im gesamten Kreis und 54 in Dreieich gegeben habe. Nach ihren Erfolgen ihrer langen Tätigkeit gefragt, nennt sie die gute Vernetzung auch kreis- und hessenweit. Und das möchte sie an ihre Nachfolgerin weitergeben.

Eine gute Gelegenheit, mit der neuen Frauenbeauftragten Sandra Kronz ins Gespräch zu kommen, bietet die Veranstaltung zum Internationalen Frauentag am Sonntag, 8. März, um 19 Uhr im Bürgerhaus. Für den Auftritt des Musikkabaretts Heger und Maurischat gibt es noch Karten zu 19 Euro im Bürgerhaus, z 06103 60000.

Das Frauenbüro im Rathaus ist unter z 06103 601-960 oder -961 zu erreichen.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare