Druck auf den Magistrat

Dreieich-Götzenhain: Grüne fordern Stadt zum Dialog mit Kleingärtnern auf

Daumen nach unten für die Kündigung aus dem Rathaus: Die Pächter der städtischen Parzellen in Götzenhain wollen ihre grünen Oasen keinesfalls ohne Widerspruch aufgeben. Sie alle haben viel Zeit, Geld und Herzblut in ihre Gärten investiert.
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Daumen nach unten für die Kündigung aus dem Rathaus: Die Pächter der städtischen Parzellen wollen ihre grünen Oasen keinesfalls ohne Widerspruch aufgeben. Sie alle haben viel Zeit, Geld und Herzblut in ihre Gärten investiert.

Die Götzenhainer Kleingärtner, denen die Stadt die Pachtverträge für die von ihnen teilweise seit etlichen Jahrzehnten bewirtschafteten Parzellen gekündigt hat, stehen nicht allein auf weiter Flur. In der Dreieicher Politik regt sich Widerstand gegen das Vorgehen aus dem Rathaus beziehungsweise des Regierungspräsidiums Darmstadt, das die Beseitigung angeordnet hat.

Dreieich - Nach den Fraktionen der Bürger für Dreieich und der SPD haben die Grünen mit Unverständnis und Verärgerung reagiert. Während die Fraktion für die Sitzung der Stadtverordneten am Dienstag eine Anfrage an den Magistrat gerichtet hat, legt der Vorstand des Ortsverbandes jetzt nach: Er hat der Stadtregierung eine „Handlungsaufforderung“ zukommen lassen.

Selbstverständlich müsse der Status eines Landschaftsschutzgebiets erhalten bleiben, aber leider sei das Thema illegale Bauten im Außenbereich von der Verwaltung „recht unsensibel“ behandelt worden, schreiben die beiden Grünen-Sprecher Peter Süßmuth und Linda Hein. Dabei hätten die Erfahrungen mit der Lettkaut noch allen gut in Erinnerung sein müssen, meint das Duo. Damals hatte der damalige Bürgermeister Dieter Zimmer quasi im Alleingang mehreren Vereinen die Pachtverträge für ihre Anlagen gekündigt, um einen Sport- und Bildungscampus in der Lettkaut zu verwirklichen. Daraus wurde bekanntlich nichts.

Die Grünen bitten den Magistrat jetzt, mit den Pächtern der Kleingärten in Götzenhain zeitnah den Dialog aufzunehmen, um deeskalierend wirken zu können. Die empfundene Ungerechtigkeit könnten und wollten die Betroffenen nicht akzeptieren, umso wichtiger sei es, sich möglichst schnell zu einigen und für die Kleingärtner entsprechende Perspektiven zu schaffen. Dazu müsse auch die Untere Naturschutzbehörde des Kreises ins Boot.

Den Grünen schweben unter anderem langfristige Abräumverträge vor. „Das heißt: Nur wenn ein Pächter sein Gartengrundstück abgibt, weil er es nicht mehr bewirtschaften kann und/oder will, erfolgt die gewünschte Abräumung.“ Auch könnte man betagten Kleingärtnern sogenannte Generationenverträge anbieten. Sie könnten das Gelände weiter nutzen, bis sie es aus persönlichen Gründen aufgeben. „Wir sind uns sicher, dass die Untere Naturschutzbehörde hier verhandlungsfähig ist“, so Süßmuth und Hein.

Das Führungsteam erwartet einen fairen Umgang mit den Pächtern. Auf deren Wünsche müsse die Stadt so weit wie möglich eingehen. Jungen Familien könnten Ausweichflächen zum Beispiel im Kleingartenverein Lettkaut/Seegewann angeboten werden, so die Grünen.

Zudem sähen sich manche Pächter vielleicht mit den anfallenden Abräumarbeiten überfordert. Hier könnte die Stadt Hilfe anbieten. „Wir denken, dass man den Kleingärtnern vonseiten der Stadt entgegenkommen sollte. Schließlich haben sie zum Teil über 50 Jahre Pacht gezahlt und sich auf der sicheren Seite gewähnt – in dem Bewusstsein, nichts Unrechtes zu tun“, appellieren Süßmuth und Hein. (Von Frank Mahn)

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