Damit kein Sand ins Getriebe kommt

Werkstatt wartet und repariert Polizei-, Feuerwehr- und Müllfahrzeuge

Wir tun, was wir tun können, denn alle sind derzeit etwas angespannt, wenn ein Fahrzeug länger ausfällt. Werkstattleiter Marius Creter Probleme mit der Hydraulik hat Mechaniker Lucas Krause bei diesem Müllfahrzeug des städtischen Dienstleistungsbetriebs behoben. Im Moment braucht der DLB dringender denn je jedes Fahrzeug. 
+
Wir tun, was wir tun können, denn alle sind derzeit etwas angespannt, wenn ein Fahrzeug länger ausfällt. Werkstattleiter Marius Creter Probleme mit der Hydraulik hat Mechaniker Lucas Krause bei diesem Müllfahrzeug des städtischen Dienstleistungsbetriebs behoben. Im Moment braucht der DLB dringender denn je jedes Fahrzeug. 

Auch in schwierigen Zeiten wie diesen, in denen die Corona-Pandemie unser vermeintlich so hoch entwickeltes Gesellschaftssystem lähmt, muss es Dienstleistungen geben, die funktionieren.

Dreieich – Dabei denkt man in erster Linie an Krankenhäuser, an die Polizei und Rettungsdienste, aber auch an die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln. Für alle diese „Versorger“ der Gesellschaft spielt die Mobilität eine große Rolle, doch was wäre, wenn es nicht mehr genügend funktionierende Krankenwagen, Einsatzfahrzeuge für die Polizei und Feuerwehren und zu wenig Lieferfahrzeuge für Nahrungsmittel gäbe?.

Werkstätten wie die des Autohauses Heinrich Göbel in Götzenhain sorgen dafür, dass dieser Fall nicht eintritt. Sie gelten als systemrelevant. Dort werden nämlich Fahrzeuge für Feuerwehren, der Polizei, aber auch für die Müllabfuhr gewartet und repariert.

„Und was hat der Kandidat?“, fragt Werkstattleiter Marius Creter seinen Mitarbeiter, der gerade ein Feuerwehrauto am Diagnosestand hat. Nils Günther gibt mal richtig Gas, lässt dann den Motor des Feuerwehrautos im Leerlauf tuckern. „Der Motor hat einen offensichtlichen Leistungsabfall, die genaue Ursache muss ich noch ermitteln“, meint der Spezialist, um dann weitere Untersuchungen vorzunehmen. Dann steht die Diagnose fest. „Wir müssen ein paar Dinge austauschen“, sagt der Kfz-Mechatroniker und zählt mehrere Teile auf. „Lass uns überprüfen, ob wir die alle im Lager haben. Wenn nicht, wie lange es dauert, bis wir die bekommen“, sagt Marius Creter. „Es nützt uns nichts, wenn wir den Motor halb auseinandernehmen und dann fehlt ein Teil. So lange können wir den Platz hier in der Werkstatt nicht blockieren“, erklärt der Werkstattleiter mit Blick auf das volle Auftragsbuch.

Nebenan fährt gerade ein Müllfahrzeug des städtischen Dienstleistungsbetriebs für Dreieich und Neu-Isenburg in die Halle. „Ja, wieder so ein Kandidat, bei dem das Problem an vielen Stellen liegen kann“, meint Creter, nachdem er von seinem Mitarbeiter etwas über Probleme mit der Hydraulik erfahren hat. Also macht sich Mechaniker Lucas Krause an die Fehlersuche. Dazu muss erst einmal das Führerhaus ausgeklinkt werden, damit er an die entsprechenden Verbindungsstellen der Hydraulikschläuche kommen kann. Bereits nach einer halben Stunde ist für Krause klar, woran es liegt. „Das dauert nicht lange, morgen arbeitet das Ding wieder, so wie es soll“, ist der Spezialist für Hydraulik und Getriebe sicher. Der DLB-Mitarbeiter nimmt die Aussage erleichtert zur Kenntnis, denn gerade jetzt wird jedes Fahrzeug gebraucht.

„So geht das jeden Tag bei uns zu. Wir tun, was wir tun können, denn alle sind derzeit etwas angespannt, wenn ein Fahrzeug länger ausfällt“, beschreibt Marius Creter die Situation. Der Werkstattleiter des Nutzfahrzeug-Zentrums in Götzenhain ist in seiner „Freizeit“ aktiver Feuerwehrmann und kennt die Problematik auch aus anderer Sicht. „Die Reparatur ist derzeit nicht das entscheidende Kriterium, vielmehr steht die Frage nach der Lieferung von benötigten Ersatzteilen im Vordergrund.“ Die Ersatzteilvorhaltung ist seit Jahren auf ein Minimum beschränkt und wird „on demand“ – also auf Anforderung – betrieben.

Stichwort Systemrelevanz: Wenn in der Werkstatt keine Fahrzeuge mehr repariert werden könnten, könnte das fatale Folgen für das Funktionieren der Gesellschaft haben. „Wir sind uns dessen bewusst und haben deshalb auch hier besondere Vorkehrungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie getroffen“, betont Marketingleiter Christoph Kupper. So gibt es eine Empfangsschleuse, in der sich nur eine Person aufhalten darf. Der Auftrag wird meist online im Voraus abgewickelt. Vor Beginn der Reparaturarbeiten werden die berührungsrelevanten Teile im Führerhaus desinfiziert und mit Schutzfolien abgedeckt, nach erfolgtem Service verlässt das Fahrzeug in jeder Hinsicht „clean“ wieder die Werkstatt. Und natürlich hält sich das Personal strikt an die Empfehlungen des Gesundheitsamtes.

VON LEO F. POSTL

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare