Nachwuchsgruppe hat neun Mitglieder

Der Grünen Jugend ist Europas Zukunft ein wichtiges Anliegen 

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Es gibt wenige Parteien, die die Interessen der unter 30-Jährigen repräsentieren. Jan Gimmler Grüne Jugend Freuen sich auf die politische Arbeit: László Boroffka, Jonas Schäfer, Victor Martini und Jan Gimmler (von links) stellen das Vorstandsteam der Grünen Jugend Dreieich. Mit neun Mitgliedern hat sich die Gruppe konstituiert.

Dreieich – László Boroffka und Jan Gimmler sind im September vergangenen Jahres an den Start gegangen, um eine Grüne Jugend in Dreieich zu etablieren. Von Nicole Jost

Jetzt können die beiden Studenten Vollzug melden: In einer konstituierenden Sitzung hat sich die Nachwuchsgruppe der Dreieicher Öko-Partei offiziell gegründet und zählt inzwischen neun Mitglieder. „Wir stehen inhaltlich noch ganz am Anfang, aber wir freuen uns schon darauf, uns intensiv in den Europawahlkampf einzubringen. Denn Europa und seine gemeinsame Zukunft ist eines unserer wichtigen Anliegen“, kündigt László Boroffka an.

Warum haben sich die Nachwuchspolitiker für die Grünen entschieden? „Es gibt wenige Parteien, die die Interessen der unter 30-Jährigen repräsentieren. Ich bin nicht mit allem einig, was die Landes- und die Bundespartei so machen, aber ich habe immer das Gefühl, dass bei den Grünen echte Teilhabe gefragt ist und ich mich dort mit meinen Ideen einbringen kann“, erläutert Jan Gimmler seine Entscheidung. Der Student der TU Darmstadt sieht bei den Grünen noch deutlichen Nachholbedarf bei den Themen Digitalisierung und Netzfreiheit, dafür wird er sich stark machen. Auch Jonas Schäfer, selbst noch Schüler, wirft ein, dass es für ihn ausschließlich die Grünen waren, für die er sich interessiert hat. Aber auch er übt Kritik an den jüngsten Plänen seiner Partei: Die Abschaffung von Noten hält er für eine blöde Idee.

Aber die Jungs sind sich einig: Gerade die jüngsten Freitagsdemonstrationen „Fridays for future“, die die 16 Jahre alte Schwedin Greta Thunberg für den Klimaschutz ins Leben gerufen hat und die jetzt über ganz Europa schwappen, hätten sie noch einmal wachgerüttelt: „Es heißt jetzt, runter vom Sofa und sich engagieren“, sagt Boroffka.

Der immer stärker aufkommende Rechtspopulismus sei ebenfalls eine Motivation, sich politisch einzubringen. Wie Gimmler und Boroffka wünschen sich auch Victor Martini und Jonas Schäfer eine unaufgeregte und bodenständige Politik, die Bürger aufklärt und nicht aufhetzt. „Aber ich trete nicht bei den Grünen ein, um gegen etwas zu sein. Vielmehr habe ich sie als meine Partei ausgewählt, weil sie für eine tolerante, offene Gesellschaft stehen“, betont Boroffka, der als Vorsitzender des Jugendparlaments schon Erfahrungen gesammelt hat.

Apropos Jugendparlament: Zur Dreieicher Politik können die jungen Leute konkret noch nicht ganz so viel sagen. Aber der politische Nachwuchs in der Stadt dürfe Unterstützung von ihnen erwarten. Ziel der Grünen Jugend sei es schon, dass das Jugendparlament in der Stadtverordnetenversammlung das gewünschte Antragsrecht bekomme.

Die „großen Grünen“ Peter Süßmuth, Roland Kreyscher, Ralph Pies und Uwe Herzog hoffen, dass sich durch die eigene Jugendgruppe auch potenzielle Kandidaten für die Liste der Grünen für die nächste Kommunalwahl 2021 finden. „Das ist doch jetzt der perfekte Vorlauf. Ihr könnt jetzt schon mal reinschnuppern in die Politik, bei unseren Vorstandssitzungen seid ihr immer eingeladen“, öffnet Süßmuth der Jugend alle Türen.

Bürgermeister und Landräte aus der Region

Die nächste Mitgliederversammlung der Grünen Jugend ist am Samstag, 23. Februar, um 17 Uhr im Fraktionsraum der Partei im Rathaus in Sprendlingen. Geplant sind mindestens vier solcher Versammlungen im Jahr. Gäste und Interessierte sind dazu willkommen.

Auf Facebook und Instagram ist die Grüne Jugend Dreieich inzwischen vertreten. Die Gruppe sucht noch weitere Mitstreiter, eine Mitgliedschaft in der Partei sei dazu nicht zwingend erforderlich. Wer Kontakt mit der Grünen Jugend in Dreieich aufnehmen möchte, kann sie unter der Mailadresse info@gruenejugenddreieich.de erreichen.

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